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Diskussionen um gleichgeschlechtliche Gemeinschaft

Zum Bericht „Spahn denkt an eigene Kinder“ (Weltspiegel) und zum Leserbrief von Dr.

Hitzel:

Heutiger Journalismus wird von vielerlei Ideologiezwängen beherrscht, die er seinerseits den Menschen aufzuerlegen versucht. Wenn das Magazin „Bunte“ Jens Spahn und seinen Lebensgefährten über mögliche Elternschaft befragt, fürchtet jede Zeitung, die nicht darüber berichtet, sich dem Verdacht der Homophobie auszusetzen. Tatsächlich ist bei Nachprüfung keine größere Zeitung zu finden, die sich nicht beeilte, die Neuigkeit zu verkünden. Herr Spahn redet sich fein heraus mit den „Fehlern der Kirche“. Er sollte seine Lebensform lieber aus den biblischen Schriften begründen. Darin ist aber nichts zu finden. Denn gleichgeschlechtliche Gemeinschaft ist in der Schöpfungsordnung nicht vorgesehen. In diesem Leben mag er seine katholischen Überzeugungen als Rechtgläubigkeit feilbieten, im anderen Leben aber gelten Beteuerungen allein nichts, wie bei Matthäus 7,21 nachzulesen ist. Auch wenn die Medien sich als Vorkämpfer des Zeitgeistes bemühen, jede menschliche Lebensform als Normalität hinzustellen, ist ein Bericht wie dieser für viele Leser eine peinliche Zumutung.

Armin Rieble

Stephanskirchen

Der Leserbrief von Dr. Hitzel zeigt wieder einmal erneut die Unmenschlichkeit eines schlimmen alten Märchenbuches, das gottlob immer mehr nicht mehr wörtlich nehmen. Nein, Gott schuf den Menschen nicht als Mann und Frau, er schuf auch 0,02 Prozent der Menschheit als Intersexuelle, Personen mit beiden Geschlechtsmerkmalen, die Mann und Frau gleichzeitig oder eben etwas ganz Eigenes sind. Die Zahlen der Vergangenheit sind unscharf, da früher solche Kinder bereits nach der Geburt auf „Eindeutigkeit“ hin umoperiert wurden, was einen schweren chirurgischen Eingriff bedeutete. Auch die Intersexuellen haben den Wunsch nach Liebe und Familie, und zuallererst nach Daseinsberechtigung.

Wurden diese Menschen dann nicht von Gott geschaffen? Sondern von wem wohl? Es gibt dann ja nur noch einen, der das getan haben könnte, oder? Der Gott gern ins Handwerk pfuscht, was von diesem offenbar toleriert wird.

Falls ich dergleichen auf der Leserbriefseite im OVB lesen würde, müsste ich mich nämlich fragen, was uns noch von den Taliban unterscheidet. Eine Frage, mit der sich auch Frau Baumann-Sturm in ihrem wunderbaren Leserbrief zum Frauenbild der Christen in der Vergangenheit befasst hat. In den von ihr zitierten Schriften findet sich die gleiche Irrationalität, der gleiche Fanatismus, der versteckte Sadismus und die gleichen unsäglichen Scheuklappen, die den Boden bereitet haben für die Ermordung unzähliger Frauen im Namen des Herrn.

Ursula Mayr

Übersee

Herr Dr. Hitzel nimmt das Alte und Neue Testament ziemlich wörtlich. Mit Alt- und Neutestamentlichen Berichten ist ein verantwortungsvoller Umgang gefragt. Leser der Bibel sollten nicht vergessen, dass sie Literatur der Bronzezeit und Antike sind. Vor Tausenden von Jahren von archaischen Menschen niedergeschrieben. Im Alten Testament stößt man auf Berichte, die unmenschlich, grauenvoll und abstoßend sind. Bekannte Beispiele dafür sind Gottes Befehl, das ganze Volk der Kanaanäer auszurotten (5. Mose 20,16f) oder Aufforderungen zum Völkermord an den Nachbarvölkern. Das Buch Ezechiel ist voll mit göttlichen Rachegedanken und Vernichtungsfantasien („Füllt seine Höfe mit Erschlagenen“, „Ich will euch in den Ofen tun“, „Wohl dem, der deine Kinder am Felsen zerschmettert“).

Dr. Hitzel sollte nicht homosexuelle Mitbürger abwerten und über sie urteilen, die sich Kinder wünschen. Besser wäre sich um heterosexuelle Paare zu kümmern, die ihre Kinder vernachlässigen oder missbrauchen. Homosexualität ist völlig normal und angeboren genau wie Heterosexualität auch. Fünf Gene des Menschen beeinflussen gleichgeschlechtliches Sexualverhalten, Forschungen laufen. So ist auch etwa bei jedem tausendsten Kind das Geschlecht nicht eindeutig. Hermaphroditen oder Zwitter gelten als das „dritte Geschlecht“.

Bei einigen Menschen wird gleich bei der Geburt unter dem Sammelbegriff die „Intersexualität“ erkannt. Die Natur kümmert sich nicht um Niedergeschriebenes aus dem Alten und Neuen Testament. Am Anfang sind wir alle Zwitter. Bis zur sechsten Woche tragen alle Föten Anlagen für beide Geschlechter. Erst danach prägen die Gene ein männliches oder weibliches Wesen. Früher war dazu noch überhaupt kein Wissen vorhanden.

Richard Sturm

Raubling

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