Diskussion um Organspende

Wer Organe spenden möchte, benötigt einen Organspendeausweis. dpa
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Wer Organe spenden möchte, benötigt einen Organspendeausweis. dpa

Zum Artikel „Organspende nur mit Zustimmung“ (Politikteil) sowie zum Artikel „Der Hirntod gilt als sichere Diagnose“ (Politikteil):

Laut diverser Umfragen in den vergangenen Jahren stimmt unsere Bevölkerung zum größten Teil der Widerspruchslösung bei Organspenden zu. Leider hat sich unser gegenwärtiges System nicht bewährt, sonst würden wir nicht zu den Schlusslichtern bei freiwilligen Organspenden in Europa gehören. Eine Änderung zugunsten der Patienten ist dringend nötig! Unser Parlament, als unsere Volksvertretung sieht das anders und wendet sich gegen eine sinnvolle Vorgehensweise, mit praxisfremden Argumenten. Mit anderen Worten: Unsere Volksvertreter machen mehrheitlich das Gegenteil des Volkswillens. Unser Geld nehmen sie trotzdem – pfui Teufel!

Wolf Steinbichler

Bad Feilnbach

Vielen in Deutschland auf eine Organspende wartenden Menschen ist mit dem jetzt beschlossenen Organspende-Gesetz nicht oder im besten Falle nur unzureichend geholfen. Der Bundestag hat mehrheitlich für die erweiterte Zustimmungslösung gestimmt. Er hat sich also bewusst gegen die Widerspruchslösung gestellt, die einen wirkungsvollen Durchbruch zur umfassenden Organspendebereitschaft in weiten Kreisen der Bevölkerung bewirkt hätte. Genauso bewusst habe ich meinem Organspendeausweis den Vermerk beigefügt: „Ich verweigere hingegen die Entnahme von Organen/Gewebe für jetzige, künftige und künftig ausscheidende Mitglieder des Deutschen Bundestages“.

Axel Hilbert

Edling

Es wird nirgends besser gelogen als beim Hirntod. Einem tatsächlich Toten kann man keine Organe mehr entnehmen, also muss der Betreffende zu diesem Zeitpunkt noch leben. Das wissen auch die Ärzte. Erhält man den Patienten durch medizinische Geräte noch am Leben, dann ist er nicht tot. Einige Menschen erfreuen sich heute noch bester Gesundheit, obwohl sie von Ärzten für Hirntod erklärt wurden. Die Angehörigen haben einer Organentnahme nicht zugestimmt und die angeblich bereits Hirntoten sind wieder gesund geworden, also war das Gehirn noch nicht wirklich tot. Meines Wissens steuert das Gehirn die Organe und erhält sie am Leben. Eine Maschine kann einen wirklich Toten nicht am Leben erhalten. Die Definition hirntot ist eine Erfindung der Ärzte, um einen noch Lebenden die Organe entnehmen zu können. Es sind hier also noch Gehirnströme, wenn auch äußerst schwach, vorhanden, sonst würden die Organe ihre Funktion einstellen. Vielleicht sind die Gehirnströme so schwach, dass sie nicht mehr oder kaum noch messbar sind. Auch wurde festgestellt, dass es bei Organentnahmen ohne Betäubung Körperzuckungen gab, auch das ist bei einem wirklich Toten nicht der Fall. Kliniken und Ärzte stehen unter Druck, um den großen Markt der Organtransplantation, der auch gutes Geld bringt, genügend zu versorgen. Wer unbedingt Organspender sein will, der soll es ruhig machen. Es ist seine Entscheidung. Ich will ihn nicht abhalten, aber er soll die Tatsachen bedenken.

Herbert Graf

Ampfing

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