Diskussion um Hotelpläne geht weiter

Der Happinger See: Wo und wie könnte hier ein Hotel entstehen? Foto re
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Der Happinger See: Wo und wie könnte hier ein Hotel entstehen? Foto re

Zur Diskussion um die Hotelpläne am Happinger See (Berichte und Kommentar im Regionalteil, Leserbriefe):

Die Stadträtinnen und Stadträte in Rosenheim haben mit ihrem einstimmigen Beschluss zur Ausübung des Vorkaufsrechts am Happinger See die einzig richtige Entscheidung getroffen. Dass jeder die große, nach Süden ausgerichtete Liegewiese mit dem herrlichen Ausblick auf See und Alpen weiter wie bisher nutzen kann, ist sicher sehr wichtig. Es geht aber für die Stadt und ihre Bürger um viel mehr: Ein großes Hotel mit 100 Betten und entsprechend viel Personal in einem Landschaftsschutzgebiet widerspräche eindeutig dem Sinn und Zweck eines solchen Gebiets. Mit der Ruhe für die Natur außerhalb der Badezeiten wäre es dann vorbei. Das Nordufer des Sees würde mit einem riesigen Baukomplex im "Jodlerstil" verschandelt, ausgestattet mit einem entsprechend großen Parkplatz. Ohne Baumfällungen ginge das keinesfalls ab! Erholungssuchende mit Auto bräuchten einen weiteren Parkplatz - der nächste Eingriff in die Natur. Badegäste müssten in sensiblere Uferzonen des Happinger Sees ausweichen und würden dort Fauna und Flora gefährden. Da Hotelgäste und -angestellte ja kaum mit dem Fahrrad kommen und gehen, würde die ganze Gegend, einschließlich der Ortschaft Happing selbst, noch mehr unter dem Autoverkehr leiden. Vielleicht braucht Rosenheim zusätzliche Hotels, sicher aber keines, das wertvolle Natur und jahrzehntelang gewohnte Erholungsmöglichkeiten so rücksichtslos zerstört! Kann man von einem Dritten Bürgermeister nicht mehr Sinn für das Gemeinwohl erwarten?

Steffen Storandt

Bund Naturschutz

Rosenheim

Die spektakuläre Bruchlandung des vom Investor gut gemeinten Bauprojektes "Hotel am Happinger See" könnte durchaus eine moderne Posse aus der berühmten Stadt Schilda sein. Es ist für den staunenden Rosenheimer Bürger nicht verständlich, wieso es den beiden Parteien - Investor Anton Kathrein und Stadtregierung Rosenheim - nicht möglich war, sich in den letzten Monaten diskret zu Vier- bis Acht-Augen-Gesprächen zusammen zu setzen und in diesem kleinen kompetenten Kreis bereits eine mehrheitsfähige Projekt-Vorlage für die entscheidende Stadtratssitzung zusammen zu stricken. Jetzt, nachdem sich der Pulverdampf verzogen hat, stellt man fest, dass es auf beiden Seiten nur Verlierer mit - bildlich ausgedrückt - blutigen Nasen und Beulen am Kopf gibt. Welche Halbwertszeit das entstandene miese und schädliche Verhältnis zwischen den beiden Parteien haben wird, ist noch unklar. Am besten wäre es, wenn die Beteiligten - wie bei einer missglückten PC-Operation - die Reset-Taste drücken würden und nochmals, ohne nachtragend zu sein, von vorne beginnen würden. Dann entstünde ein dringendst benötigtes Hotel am Stadtrand und auch für die Rosenheimer weiterhin ein noch gepflegterer Badeplatz am Happinger See - was eben zu vereinbaren wäre.

Gerd Höglinger

Rosenheim

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