Diözesanleitung fehlt der Wille

Zum Artikel „Synode empfiehlt Öffnung des Pflichtzölibats“ (Politikteil):

Kardinal Reinhard Marx will den Pflichtzölibat diskutieren lassen, aber er will nicht daran rütteln. Er könnte alle, die zum priesterlichen Dienst geweiht sind, in die Seelsorge zurückrufen. Die meisten der Betreffenden sind meiner Meinung nach nach wie vor dazu bereit. Die Weihe ist da. Es fehlt nur der Wille der Diözesanleitung.

Die Pfarrgemeinden, die einen Priester wegen Heirat verlieren, könnten vorübergehend einen Teil seines Entgelts übernehmen, bis sie einen adäquaten Ersatz finden.

Die Erzdiözese lädt seit dem Jahr 2016 ihre verheirateten Priester zweimal im Jahr ganztägig zu Gesprächen nach Fürstenried ein. Dadurch fühlen sie sich nicht länger isoliert und ignoriert. Das ist ganz im Sinne von Papst Franziskus. Es wäre genauso in seinem Sinn, wenn sie sofort offiziell rehabilitiert würden. Sie haben nämlich wegen Heirat ihre ganze kirchliche Betriebsrente und die Beihilfe zur Krankenversicherung verloren, auch wenn sie jahrzehntelang als Pfarrer tätig waren.

Es wäre ein Zeichen für den „synodalen Weg“, wenn sie, ihre Familien und Angehörigen jetzt eine Wiedergutmachung erhielten. Dies wäre menschlich und gerecht.

Sie sollten zumindest finanziell auf eine Stufe mit den Priestern gestellt werden, die sich sexueller Gewalt schuldig gemacht haben. Diese wurden von oben gedeckt und behielten einen Großteil ihrer Bezüge bei.

Dr. Edgar Büttner

Bad Aibling

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