Digitalisierung: Staat muss nachziehen

Zu „Meilenstein für die Heimarbeit“ (Kommentar von Marc Beyer im Politikteil):

Noch nie haben so viele Menschen von ihren eigenen vier Wänden aus gearbeitet. Homeoffice funktioniert, das zeigt die Corona-Krise. Der Trend ist klar erkennbar: Firmen rüsten technisch auf und stellen ihren Mitarbeitern das Equipment zur Verfügung. Wir sehen, dass die Angestellten im Homeoffice genauso effektiv arbeiten wie im Büro. Diese Entwicklung ist richtig und wird weitergehen. Homeoffice ist gut für unser Familienleben, die Umwelt und die Verkehrsbelastung. Wie schnell Unternehmen zusammen mit ihren Mitarbeitern teilweise von heute auf morgen das mobile Arbeiten von daheim aus auf die Beine gestellt haben, muss es die Politik auch endlich schaffen. Politik und Verwaltung bekennen sich zwar schon seit Längerem zur Digitalisierung – jetzt müssen aber auch Taten folgen. Es braucht massive Investitionen in die digitale Infrastruktur; jedes Dorf und jedes Gewerbegebiet braucht schnelles und störungsfreies Internet.

Wir sind überzeugt, dass dieser Digitalisierungsschub den Betrieben dabei helfen wird, Kosten zu sparen, neue Aufträge zu generieren, sich am Markt zu behaupten und damit besser aus der Krise zu kommen.

Auch der Staat muss jetzt dringend bei der Digitalisierung nachziehen und seine E-Government-Angebote deutlich ausweiten: Weniger Bürokratieaufwand für die Unternehmen wäre eine große Hilfe für den Neustart nach Corona. Unsere Betriebe in der Region haben ohne großes Zögern gehandelt und gezeigt, dass Home office nicht nur funktioniert, sondern auch eine große Chance ist. Der Staat darf diese jetzt nicht verpassen und muss die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Andreas Bensegger

Vorsitzender des IHK-

Regionalausschusses Rosenheim

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