Die Zeiten der Fluchgeschichtensind vorbei

Zum Bericht „Der Fluch der Altbäuerin“ (überregionaler Teil/Leserbriefe):

Also ich wundere mich schon sehr über den Leserbrief von Frau Purkl, die angeblich aus München nur auf der Durchfahrt durch Mühldorf war und trotzdem die nötige Zeit findet, um ihre Kritik zur aktuellen Geschichte von Roswitha Gruber („Der Fluch der Altbäuerin“) loszuwerden. Ihren Behauptungen zufolge würden die Redakteure mit der täglichen Veröffentlichung dieser bewegenden Geschichte dazu beitragen, Flüche zu verbreiten. Und auch den Vorwurf, dass ihnen das Coronavirus anscheinend noch immer nicht die Augen geöffnet hat, möchte ich zweifelsohne als reinen Schwachsinn bezeichnen. Die Zeiten, als die Menschen noch mit unsinnigen Fluchgeschichten und Drohungen eingeschüchtert wurden, sind Gott sei Dank vorbei. Schon in der Vergangenheit hat es die Menschheit immer wieder geschafft, Katastrophen und Krisen eigenständig zu bewältigen, aber sicher nicht mit so düsterem Gedankengut und unheilbringenden Prophezeiungen, wie sie Frau Purkl in ihrem Leserbrief darstellt.

In spannenden Geschichten erzählt die Autorin meistens aus einer Zeit, die geprägt war von großen Entbehrungen, harten Arbeitsbedingungen, familiären Konflikten und leider einem sehr abwertenden Frauenbild. Roswitha Gruber, geboren 1939 in Trier, besitzt das große Talent, mit ihren lebensnahen Erzählungen eine große Leserschaft in ihren Bann zu ziehen. Ich würde mir auch in Zukunft wünschen, dass weiterhin solche Geschichten in unserer Heimatzeitung zu finden sind. Denn gerade beim Lesen dieser Texte kommt man doch wieder mal auf andere Gedanken und es wird einem unweigerlich bewusst, wie gut wir es auch in Zeiten von Corona haben.

Regina Werner

Aschau am Inn

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