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Die Würde kann Boris Becker niemand nehmen

Zum Bericht „Boris Becker: Wann muss der Tennis-Star ins Gefängnis?“ (Politikteil):

Die englische Richterin Deborah Tayler fand gegenüber Boris Becker harte Worte. Der deutsche Rechtsexperte Paul Vogel bringt es auf den Punkt: Die Richterin ließ bei allen Verhandlungen durchblicken: Dir deutschen Boris Becker zeige ich, wo es lang geht. Und genau so lief es ab. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung wurde Becker in Handfesseln mit einem schwer gepanzerten Transportfahrzeug ins Gefängnis überführt.

Die Anklage gegen Becker konnte jeder den Medien entnehmen. Auch das gesprochene Urteil mag nach englischer Rechtsprechung gerecht sein. Aber ihn nach der Urteilsverkündung wie einen vielfachen Mörder oder Terroristen zu behandeln, um ihn in aller Öffentlichkeit zu demütigen, ist schon sehr befremdlich. Die Richterin wäre sicher eine fachlich geeignete Person, die unglaublichen Vergehen des britischen Empires aufzuarbeiten. Denn da waren sie über Jahrhunderte Spitzenreiter der Kolonialismusverbrecher in Asien, Afrika und Amerika.

Erst vor kurzer Zeit haben hochbetagte Kenianer die britische Regierung vor dem Londoner High Court verklagt. Sie fordern Wiedergutmachung für die Folter, die sie in den 50er-Jahren in britischen Arbeitslagern erlitten haben. 150 000 Kenianer wurden von den Briten gefoltert, grausam vergewaltigt und teilweise ermordet. Die rechtlichen Chancen der klagenden Kenianer sind eher gering.

Kopf hoch Boris, du hast viele harte Matches gewonnen und dieses „Match“ konntest du nicht gewinnen. Aber deine Würde lässt du dir nicht nehmen.

Maximilian Prugger

Kolbermoor

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