Die Vor- und Nachteile der digitalen Anmeldung zur Corona-Impfung

Zur Berichterstattung über die Registrierung für einen Corona-Impftermin in Rosenheim (Regionalteil):

Nach langem Warten kam endlich das Schreiben vom Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim, um meinen Mann für einen Corona-Impftermin anmelden zu können. Entgegen der Befürchtung, dass von nun an die Verwirrung groß ist, ist das Schreiben sehr leicht verständlich. Alle Wege werden genau erklärt, ebenso welche Daten man zur Hand haben soll, wenn man sich registrieren will. Wer Internet und ein Handy hat, für den ist es, egal wie alt er ist, wirklich einfach sich zu registrieren. Ebenso einfach ist es für Familienmitglieder, Freunde oder Bekannte die Registrierung zu übernehmen.

Für diejenigen, für die das nicht möglich ist, ist telefonieren zugegebenermaßen mit viel Geduld verbunden. Dem verständlichen Vorwurf, dass hier nicht in erster Linie an alte Menschen gedacht wurde, die sich nicht oder nur schwer zurecht finden, steht die Tatsache und auch der allgemeine Wunsch entgegen, dass alles schnell und digital erfolgen soll. Und dafür ist es eben erforderlich, dass die Registrierung vorwiegend über das Internet erfolgt, damit die Daten in kurzer Zeit verarbeitet werden können.

Diese Vorgehensweise wird sich auszahlen, wenn die breite Bevölkerungsschicht Impftermine erhalten soll. Momentan steht die Hoffnung im Vordergrund, dass hilflose Menschen Hilfe von ihrem Umfeld erhalten. Die Impfzentren sind sehr bemüht, um Impftermine zu gewährleisten. Dass der Impfstoff auf sich warten lässt, ist eine ganz andere Geschichte.

Edith Riedl

Neubeuern

Zunehmend unerträglich ist für loyalste Bürger das Regierungsversagen auch in Bayern bei einfachsten Maßnahmen wie der Online-Anmeldung zur Impfung. Am 13. Januar hatte das OVB über die Möglichkeit berichtet, sich für Impfungen auf der Homepage des Bayerischen Gesundheitsministeriums registrieren zu lassen. Für meinen 83-jährigen Nachbarn und Frau habe ich dies am 13. Januar online durchgeführt. Anmeldebestätigungen zeigten „Sobald eine Terminauswahl möglich ist, werden Sie per E-Mail/SMS“ kontaktiert“. Hat geklappt – dachten wir uns. Am 30. Januar (!) erhielt mein Nachbar ein Schreiben des Impfzentrums von Stadt und Landkreis Rosenheim zur „Registrierung für einen Impftermin“ - online unter https://impfzentren.bayern. Völlig konsterniert kam er wieder zu mir.

Da wohl die erste Anmeldung in Rosenheim nicht vorlag, sollte ich die Anmeldung nochmals durchführen. Ging nicht – Fehlerhinweis: Die E-Mail-Adresse war bereits benutzt. Also musste zur Registrierung eine neue E-Mail-Adresse eingerichtet werden. Nicht nur, dass der Postweg an bereits Registrierte Steuergeld kostet: das (Daten-)Chaos ist erschütternd und man völlig verunsichert, ob und wie die zwei Registrierungen überhaupt verarbeitet werden.

Alle verantwortlichen Politiker in diesem Land sollten endlich ihre Selbstprofilierung einstellen, weniger in Talkshows die immer gleichen Phrasen wiederholen oder stundenlange Videokonferenzen mit marginalen Ergebnissen führen. Substanzielle Auftritte sind das Gebot der Pandemie. Verloren gegangenes Vertrauen durch verlässliche, kompetente und nachhaltige Politik wiedererlangen, ist dringend erforderlich, sonst werden auch die letzten loyalen Bürger müde – oder sterben vorher.

Harald Westermann

Aschau

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