Die Kindergärten und Kitas nicht vergessen!

Zur Berichterstattung über die Verlängerung der Schulferien (Politik/Bayern/Lokalteil):

Statt einer Vorverlegung der Weihnachtsferien hätte die Chance bestanden, Distanzunterricht durchzuführen und die vorhandenen Systeme auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Diese Chance wurde sinnlos vertan. Wieder eine Meisterleistung des inkompetenten bayerischen Gruselkabinetts.

Christoph Lutz

Haag

Bereits unzählige Artikel über bayerische Schulen wurden in letzter Zeit veröffentlicht. Artikel über die schlechte Situation in den Kitas bleiben aus. Ständig wechselnde Vorgaben, gerade in Zeiten von Corona, beschäftigen das Personal und stellen es vor Herausforderungen, Träger und Personal sind auf sich alleine gestellt. Die derzeitigen Vorgaben und deren Umsetzung sind äußerst personalintensiv – die dafür benötigten Fachkräfte fehlen aber! Die pädagogische Arbeit verdichtet sich seit Jahren und macht die Arbeit immer komplexer. Zu große Gruppen, Unattraktivität des Berufs, niedrigerer Entwicklungsstand der Kinder bei Eintritt in den Kiga, zeitintensive Elternarbeit und ein hoher Migrationsanteil sind nur einige Punkte.

Die Kitas werden wie im aktuellen Fall der Verlängerung der Schulferien von der Regierung außen vor gelassen und es wird vergessen, dass Abstände hier nicht einzuhalten sind. Es wird getröstet, Nase geputzt, überall hinbegleitet, jedes Kind individuell gefördert. Zudem werden Eltern mit all ihren Fragen und Unsicherheiten aufgefangen und das gleichzeitig und mit viel zu wenig Personal.

Mitarbeiter der Kitas müssen eine Betreuung für ihre Kinder organisieren, aber setzen sich dem Risiko in der Arbeit aus. Die Regierung überlegt sich immer neue Konzepte für Schulen und vergisst dabei die Kitas und deren Mitarbeiter. Es ist endlich an der Zeit, die Kitas mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen, die Wertschätzung zu steigern, Bedingungen zu verbessern und das Gehalt an die Arbeit anzupassen.

Wir erwarten uns eine langfristige Strategie, um dem jetzt schon bestehenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Im Sinne von Eltern, Personal und vor allem der Kinder!

Franziska Brandner

Rosenheim

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