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Die CSU und die Krise der Union

Im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union hat der CDU-Bundesvorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (links), die CSU und den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder abgehängt.
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Im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union hat der CDU-Bundesvorsitzende und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet (links), die CSU und den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder abgehängt.

Zum Kommentar „Söder schießt aufs eigene Tor“ (Seite 2):

Herr Anastasiadis hat in seinem Kommentar völlig recht! Die Union suhlt sich in Selbstmitleid. Herr Söder ist total beleidigt und fördert indirekt die Kanzlerkandidatin der Grünen. Dabei wird die Union untergehen wie weiland die Democracia Christiana in Italien. Von der redet auch in Italien keiner mehr. Viele Jüngere wissen nicht mehr, was das war. Befeuert wird der Untergang von CDU/CSU durch die Korruptionsskandale der letzten Zeit, von der sogar die sizilianische Mafia noch lernen könnte. Jüngstes Beispiel der Versicherungsdeal um die Klinik Wasserburg und den CSU-Landtagsabgeordneten Stöttner. Die maßlose Geldgier in der Union nimmt immer größere Dimensionen an. Für wie dumm hält man denn das Volk, und wie dumm ist man selber, wenn man glaubt, das komme nicht ans Licht? Ist nicht Kommissar Zufall der beste Ermittler? Zum Glück für uns haben wir noch neugierige Medien und Finanzämter!

Hans Stummer

Gars

Für mich als Bürger und mündigen Wähler einer bevorstehenden Bundestagswahl 2021 hat dieses Machtgemetzel um die Kanzlerkandidatur in der CDU/CSU eines gezeigt: Diese Union ist zurzeit nicht wählbar. Auch wenn Armin Laschet eindeutig vom CDU-Vorstand bestätigt wurde, ist er doch bereits stark angeschlagen und in seiner Führungsautorität als Parteivorsitzender mehr als angezählt. Die Lagerbildung beim Führungsanspruch der beiden Kandidaten zeigte doch wieder einmal, wie schnell ein auf Grund gelaufener Tanker nicht mehr flott zu kriegen ist, sondern Gefahr läuft, auseinanderzubrechen. Jetzt wird der Wahlkampf dieser von sich selbst geschwächten Union in den Augen der Wähler nur noch als eine Farce wahrgenommen. Diese Rechnung wird die Union noch bezahlen müssen, wenn sie noch einmal den Führungsanspruch einer Volkspartei der Mitte für sich beanspruchen will.

Rainer Tschichholz

Kolbermoor

Die CSU samt ihrem Anführer Herr Söder will Herrn Laschet für eine eventuelle Wahlniederlage der CDU/CSU im September verantwortlich machen. Herr Söder sollte sich lieber auf die CSU konzentrieren. Die Zustimmung zu ihr sinkt nämlich ebenso. Da dies wohl kaum etwas mit Herrn Laschet zu tun haben kann, liegt die Vermutung nahe, dass der Wähler in Bayern mit dem „Regieren“ der CSU in Pandemiezeiten nicht zufrieden ist. Warum auch: Skandale überall (Maskenbeschaffung; Versicherungsverträge), Schulen weiterhin geschlossen, weil nichts oder zu wenig getan wurde (fehlende Selbsttests, fehlende Lüftungsanlagen, keine Priorisierung der Lehrer beim Impfen – außer Sonderschul- und Grundschullehrer), ein längerfristiges Konzept für Lockerungen gibt es ebenfalls nicht. Und schaut man sich die „Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnungen“ (schönes Wort) genauer an, kennt sich kein Mensch aus – die Liste kann beliebig verlängert werden. Gelernt hat die Politik bezüglich Pandemieverhalten in den vergangenen 15 Monaten – nichts. Und obwohl die Inzidenzzahlen sinken – und das war Söders einziger, ausschlaggebender Wert – und selbst Fachleute wie Herr Drosten davon ausgehen, dass im Sommer diese Zahlen eher sinken werden, sinniert Herr Söder über eine Verlängerung des bundesweiten Lockdowns nach dem 30. Juni. Offensichtlich kann Herr Söder nur drohen – da ist mir dann ein „lascher“ Laschet doch lieber. Von einem „Landesvater“ hätte ich mir mehr Hoffnung und Zuversicht gewünscht.

Michael Schuldes

Feldkirchen-Westerham

Was nun CDU/CSU? Als jemand, der nach dem Krieg in einem konservativen Haushalt aufgewachsen und dadurch politisch geprägt wurde, macht man sich schon seine Gedanken über die derzeitige politische Lage. Es ist sehr arrogant und hochnäsig, wie sich der Generalsekretär der bayerischen CSU bezüglich eines durchaus möglichen Wahlergebnisses im Herbst bei der Bundestagswahl äußert. Die Karten sind neu gemischt in der Demokratie. Die deutlich kleinere CSU in der Union ist mitverantwortlich, dass die gesamte Union nun so in Schwierigkeiten geraten ist. Seit der Niederlage bei der Kanzlerkandidaten-Kür spielt die CSU die beleidigte Leberwurst und hält dem gemeinsamen Kanzlerkandidaten Laschet Markus Söder immer wieder als den vermeintlich doch besseren vor die Nase. Auch von Herrn Merz von der „Schwester“ CDU, mit dem sie doch zusammenarbeiten sollte, hält sie anscheinend wenig und kanzelt ihn ab.

Die gesamte Union muss sich endlich aufraffen, geschlossen und ohne nachzukarten den Führungsanspruch argumentativ und programmatisch einzufordern, sonst wird das mit der Wahl im Herbst nichts. Das Ganze ist kein Selbstläufer wie vielleicht noch zu Straußens Zeiten. Das muss auch die CSU erkennen. Alexander Dobrindt als natürlichen Spitzenkandidaten zu bezeichnen, sagt viel über die Personalsituation der CSU aus. Es gibt auch noch einen Herrn Scheuer; was passiert mit ihm? Auch die neuesten Meldungen in der (CSU-) Masken-Affäre sind dabei bestimmt nicht hilfreich.

Gottfried Thalmeier

Rosenheim

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