Deutschland verschludert seine Sprache

Zum Beitrag „Maßgeschneidert“ von Herbert Schneider (Bayernteil):

Der Kommentar ist so treffend, dass jeder Satz ein Ausrufezeichen verdient hätte. Wer heute einen Text – in welchem Medium auch immer – verstehen will, benötigt neben dem Duden ein Englisch-Wörterbuch, sofern er diese Sprache nicht ständig gebraucht. Und selbst da wird es teilweise schwierig. Soweit bekannt, verschludert im europäischen Ausland niemand die eigene Sprache so wie in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker (ehemals). Nicht umsonst ist in Frankreich die Sprachpflege eine staatliche Institution. Vom richtigen Gebrauch der Groß- und Kleinschreibung, der Grammatik, der Zeiten, der Zeichensetzung wie auch der Begriffsverwendung ganz zu schweigen. Blamabel und ärgerlich ohnehin, müsste es zwar nicht gleich ein Praeceptor Germaniae sein, der Abhilfe schafft. Ein versierter Fachmann würde reichen. Beispiel: In Rheinland-Pfalz hat eine überregionale Tageszeitung, die die diesbezügliche eigene Unzulänglichkeit erkannt hat, einen solchen Experten angestellt. Schließlich hat sogar Deutschlands Dichterfürst Goethe einen gedienten Deutschlehrer angeheuert, damit der ihm seine Texte sprachlich in Ordnung bringe.

Alfred Beck

Bruckmühl

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