Der korrigierte Experten-Tipp

Zu „Leser fragen – Experten antworten“ in der Wochenendausgabe am 27./28. Februar:

In diesem Experten-Tipp ist leider einiges schief gelaufen und falsch. Zunächst ist es so, dass wir es bei der Wartung der Heizung entweder mit einem Dienst- oder einem Werkvertrag zu tun haben (hierfür gibt der Sachverhalt zu wenig her). In beiden Fällen ist es so, dass für den Fall, dass man vorher nicht über die Vergütung gesprochen hat und es – wie hier – keine taxmäßige Vergütung gibt, die ortsübliche Vergütung als vereinbart gilt.

Dabei gilt der Ort der Heizung als relevant. Die ortsübliche Vergütung kann man ermitteln, indem man bei anderen Heizungsfirmen in der Umgebung nachfragt, wie hoch deren Stundensätze sind. Außerdem ist diese Frage einem Sachverständigenbeweis zugänglich. Nicht einem Sachverständigenbeweis zugänglich ist die Frage nach Wucher. Hier ist eine völlig andere Abwägung zu treffen, die auch subjektive Elemente erfordert. Diese ist alleine vom erkennenden Gericht vorzunehmen. Und: eine Handwerkskammer Bayern gibt es nicht. Die HWK ist nach Regierungsbezirken aufgeteilt. In Oberbayern handelt es sich um die HWK für München und Oberbayern.

Die Frage Ihres Lesers Friedrich E. wäre wie folgt zu beantworten: „In Ermangelung einer konkreten Vereinbarung und einer fehlenden Taxe, ist die Heizungsfirma nur berechtigt, den ortsüblichen Werklohn zu verlangen. Leider schreiben Sie nicht, wie viele Mitarbeiter bei Ihnen waren und wo Sie wohnen. Unterstellt, es waren ein Meister und ein Geselle anwesend, dürfte man von einer ortsüblichen Vergütung von maximal 60 Euro/Meisterstunde und 40 Euro/Gesellenstunde ausgehen. Es ergäbe sich ein Betrag von maximal 150 Euro ohne Umsatzsteuer. Ich würde raten, die Rechnung entsprechend zu kürzen. Gar nichts zahlen, erhöht die Gefahr, verklagt zu werden. Bei einer Differenz von 134 Euro wird sich das Unternehmen dreimal überlegen, ob es sich auf eine gerichtliche Beitreibung einlässt.“

Markus Saller

Mühldorf

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