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Der Fleischpreis ist auch eine Systemfrage

Ein Kursteilnehmer riecht an einem Stück rohem Rindfleisch während der Ausbildung zum Fleischsommelier.
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Ein Kursteilnehmer riecht an einem Stück rohem Rindfleisch während der Ausbildung zum Fleischsommelier.

Zum Bericht „Wie teuer darf das Fleisch werden“ (Politikteil):

„Angst essen Seele auf“, weiß man nicht erst seit Rainer Werner Fassbinders Kultfilm. Da sie auch den Verstand ausschaltet, ist Panikmache ein wichtiges Instrument zur Durchsetzung von Politik und Wirtschaft. Man kann die teilweise „kämpferische“ vorgetragene Forderung nach Mindestkosten durchaus als symbolische Politik betrachten. Schließlich kann derjenige nur das ausgeben, was er auch verkraften kann. „Geld regiert die Welt, ohne Moos nichts los, jeder hat seinen Preis.“ Das herrschende marktradikale Weltbild sieht ungefähr so aus: Am Anfang war der Markt, und der Markt schuf den eigennützigen Menschen. Der Kunde kauft die Ware oder Dienstleistung nämlich nicht, weil sie einen Nutzen hat, sondern weil er sich einen Nutzen verspricht. Folglich muss der Anbieter „Spitzenqualität zu fairen Preisen“ liefern. Gleichwohl liegt ein Teil der niedrigen Preise im Supermarkt aber auch an der Branche.

Über die Jahre hat sich die Marktmacht der Handelsketten erhöht, diese können Landwirten und Lieferanten stärker als früher die Preise diktieren. Politik und Wirtschaft werden nicht aufhören, das Land mit gefälligen PR-Parolen und verschwiemelten Botschaften zu überziehen. Es kostet Glaubwürdigkeit, wenn die Realität nicht beschrieben, sondern mit Worten bemäntelt wird. Marktwirtschaft ist keine Ideologie, sie ist auch kein Religionsersatz. Sie ist die Wirtschaftsordnung mit Spielregeln, die auch kulturell einer freiheitlichen Gesellschaft entsprechen. Unabhängig davon lässt sich aber schon jetzt feststellen: Ob Umwelt- oder Verbraucherschutz: Wann immer man die vollmundige Propaganda im Detail nachprüft, zeigt sich, dass der Bürger auf den Arm genommen wird.

Wenzel Schuster

Töging

Dieser Ausspruch allein klinkt schon wie Hohn und Spott. Wenn die Relationen vom Erzeuger zum Verbraucher stimmen, dann ist Fleisch nicht zu teuer. Was die Kontrollen betreffen, sind sie wichtig, sie dürfen aber nicht in unsinnigen Vorschriften ausarten, die auf die Kosten drücken. Die Antwort auf die Gängelung des Lebensmitteleinzelhandels können nur regionale Märkte sein. Die Verbraucher haben es in der Hand.

Sebastian Springer senior

Schalldorf

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