Denken vor Danken

Zum Bericht "Feierlicher Gottesdienst: Zum Erntedank kam die Sonne" im Regionalteil:

Die von der evangelischen Dekanin Hannah Wirth unter der Schlagzeile "Denken vor Danken" geäußerte Kritik fand in Ihrem Bericht leider keinen Niederschlag. Die Ausführungen der Dekanin finden meine ungeteilte Zustimmung. Wir danken an Erntedank für ganze Landstriche voller Maisfelder, denken aber nicht darüber nach, dass diese Flächen der Nahrungsmittelherstellung fast vollkommen entzogen und der Ernteertrag der alternativen Energiegewinnung zugeführt wird. Wir danken auch für die Weizen- und Gerstenfelder, müssen aber mittlerweile erleben, dass diese Grundmittel für unser tägliches Brot zur Spekulationsmasse an den Weltbörsen werden.

Wer soll aber wie denken beziehungsweise wie können Veränderungen herbeigeführt werden? Die Antwort dazu blieb die Geistliche leider schuldig. Gegen politische, wirtschaftliche und kapitalistische Interessen ist meiner Meinung nach auch die Kirche machtlos. Wie eine "Watschn" muss die Kritik von den Gestaltern des Feldaltars, den beidseits mannshohe Maispflanzen zierten, aufgenommen worden sein. Hier wurde den Gottesdienstbesuchern drastisch vor Augen geführt, wofür wir danken!

Franz Fürle

Brannenburg

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