Demokratie nicht untergraben lassen

Zum Kommentar „Putins Europa“ im Politikteil:. So sehr ich die geradlinige und direkte Sprache von Herrn Anastasiadis schätze, so verblüfft es mich doch ab und an, welche Schlussfolgerungen er zu ziehen geneigt ist, wenn es sich um die latent schwelende Ost-West-Gegnerschaft handelt.

Natürlich reiben sich nicht nur die Alpha-Tiere der politischen Welt die Augen, welche Produktions-Direktiven Herr Trump wohl als Nächste erlässt. Und nicht wenige der neuen Potentaten von Ganznah bis Fernost jubeln und wissen sich vom neuen „Frontman“ bestätigt. Aber muss sich Europa nun gleich in seine Ecke verkriechen, das Handtuch werfen und auf das Auszählen warten? Wegen eines äußerst knappen US-Wahlergebnisses, einer seit langem bekannten Front National, diverser Herren Wilders, Strache, einer AfD und anderer Gruppen? Herr Anastasiadis mutmaßt zu Recht, es könne bei den Visegrad-Ländern wieder der russische Schirm locken, nicht unwahrscheinlich ist eine Rückkehr an die Quellen der EU, sofern sich denn überhaupt eine eher taktische Männerfreundschaft zwischen Zar und Milliardär herausbilden sollte. Binsenweisheit: Angst ist und bleibt der schlechteste Ratgeber. Daher sollte sich Europa seiner Stärken besinnen und nicht nachlassen, die EU von bürokratischem Ballast zu befreien, um die notwendige Akzeptanz zu erreichen und deshalb – wenn das auch ermüdend scheint – innereuropäische Gespräche immer weiterführen. Denn unbestritten ist: Ein einzelnes europäisches Land tanzte auf dem globalen Weltmeer ziellos herum wie eine Nussschale; Wohlstand, Frieden, Sicherheit wären wohl dahin. Wir dürfen daher nicht zulassen, dass unsere demokratische Grundordnung ohne Not von Populisten aller Couleur untergraben, gar demontiert wird. Und ob nun in Europa das Russische Einzug hält, liegt doch wohl immer noch in unserer Hand.

Hans Finke Ampfing

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