Debatte um Corona-Impfstoff

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist wegen des langsamen Impfstarts massiv in die Kritik geraten.
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist wegen des langsamen Impfstarts massiv in die Kritik geraten.

Zur Berichterstattung über die Corona-Impfungen und zum Interview „Ich kann Frau Merkel nur gratulieren“ (Politikteil):

Das Interview mit Professor Dr. Peter Kremsner hat mich doch sehr verwundert. Der Herr Professor nimmt Gesundheitsminister Jens Spahn in Schutz, dieser hätte im Sommer 2020 „nie im Leben (...) wissen können, welcher Impfstoff wie gut wirkt“. Nichtsdestotrotz setzte man in der Bundesregierung aber wohl große Hoffnungen in den Biontech-Impfstoff und unterstützte die Firma – nicht ohne Stolz auf den deutschen Erfindergeist – mit Steuermitteln zur Beschleunigung der Entwicklung. Auch andere (etwa die USA) haben das Potenzial des Impfstoffs erkannt und sich frühzeitig im Sommer viele Impfdosen gesichert. Die Intervention der Bundeskanzlerin gegen eine von Herrn Spahn im Herbst gewünschte Nachbestellung bei Biontech-Pfizer lobte Professor Kremsner ausdrücklich. Wir Deutsche dürften unseren Reichtum und Einfluss nicht zu Lasten anderer Länder nutzen. Unabhängig davon, dass bei der Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen solche Vorbehalte selten das Handeln einer deutschen Regierung bestimmen, haben Herr Spahn und Frau Dr. Merkel einen Eid geleistet „...Schaden vom deutschen Volke abzuwenden...“. Dieser Schwur verpflichtet meines Erachtens, alles zu unternehmen, die Bevölkerung vor allem durch eine Impfung vor dem Virus zu schützen. Im Interesse der Idee einer europaweiten Vorgehensweise Kranke, ja sogar Todesopfer in Kauf zu nehmen, ist unverantwortlich. Laut Herrn Professor werde das Thema Corona im Sommer weitgehend durch sein. Wie das angesichts des Potenzials beispielsweise der bayerischen Impfzentren gelingen soll, ist mir schleierhaft. Man könne pro Tag mehr als 30 000 Impfungen in den 99 Zentren durchführen, hieß es. Würde man am 1. Februar starten, hätte man Ende November rund 4,5 Mio von 13 Millionen Bayern je zweimal geimpft. Auch hier muss wohl nachgesteuert werden.

Manfred Schönhofer

Rosenheim

Mir erscheint die Debatte um Sonderrechte für Geimpfte oft einseitig und zu kurz gegriffen, wenn reflektorisch die Gleichbehandlung gefordert wird. Wenn ich an meine 89-jährige Mutter denke, die im Pflegeheim bei geistiger Gesundheit extremen Einschränkungen unterworfen wurde, erscheint es widersinnig, dass die coronabedingten Einschränkungen aus Solidarität weitergeführt werden sollten. Oder wenn ich an meine psychotherapeutische Praxis denke, erscheint es mir ebenso widersinnig, dass ich die coronabedingten Einschränkungen im Behandlungssetting (Video, Abstand bei Therapien mit Kindern) fortführen sollte, nur weil Kollegen noch nicht geimpft sind oder nicht alle Patienten geimpft sind. Auch diese und weitere Beispiele sollten in der Debatte differenziert betrachtet werden, nicht nur der ungehinderte Gaststättenbesuch für Umgeimpfte und Geimpfte.

Richard Höfler

Rosenheim

Jeder, der noch vor ein paar Wochen die Befürchtung einer Zwangsimpfung geäußert hat, wurde als rechter Verschwörungstheoretiker verunglimpft. Jetzt fordert Herr Söder die Impfpflicht für Pflegekräfte und wahrscheinlich demnächst für alle. Ich glaube, dass vielen nicht bekannt ist, dass die Impfung nicht vor einer Ansteckung schützt, sondern nur den Verlauf der Krankheit eventuell abschwächt. Die Gefahr der Verbreitung steigt durch die Impfung sogar, da eine Infizierung nicht mehr so leicht erkannt wird und der Infizierte dadurch unvorsichtiger ist und andere leichter ansteckt. Trotz begonnener Impfung ist die Haftungsfrage bei Impfschäden noch nicht geklärt.

Hans Aicher

Halfing

Allmählich geht es nun mit den Impfungen gegen das Coronavirus voran. Erstaunlich ist, dass sich ein größerer Teil des Pflegepersonals wegen vermuteter Nebenwirkungen nicht impfen lassen will. Hier handelt es sich um neuartige m-RNA-Impfstoffe; m-RNA heißt messenger ribonucleic acid, auf Deutsch Boten-Ribonukleinsäure. Sie enthalten die Bauanleitung für virale, aber ungefährliche Proteine, die von den Immunzellen als fremd erkannt und bekämpft werden. Dabei entsteht ein „immunologisches Gedächtnis“ – dringt später das Virus ein, wird es sofort bekämpft. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna enthalten auch Polyethylenglykolhaltige Lipidnanopartikel. Sie ähneln den bereits seit vielen Jahren pharmazeutisch eingesetzten Liposomen, die als Träger für Arzneistoffe dienen. Dagegen können sich Antikörper mit der Folge eines vorübergehenden Hautausschlags bei dafür sensiblen Personen bilden. Manche behaupten auch, der mRNA-Impfstoff verändere die Gene. Das ist falsch, denn die RNA ist nur kurz haltbar. Sobald sie ihren Auftrag in der Zelle erledigt hat, wird sie sehr schnell wieder abgebaut. Außerdem wäre auch eine Integration von RNA in die DNA, und damit in das Erbgut, aufgrund der verschiedenartigen chemischen Strukturen nicht möglich. RNA und DNA enthalten nämlich unterschiedliche Zuckerbausteine, Ribose (R) und Desoxy-ribose (D). Alles in allem scheint mir zum Thema Impfung und Nebenwirkungen von Seiten der Gesundheitsbehörden noch viel mehr Aufklärung nötig.

Dr. Richard Kirchlechner

Rott

Das Ansinnen einer bevorstehenden Massenimpfung empfinde ich als verantwortungslos! Ein ehrlicher Impfstoff hatte bisher zehn Jahre und mehr Forschung durchlaufen, bevor er der Menschheit verabreicht wurde! Durch die sogenannte „Teleskopierung“ ging das jetzt in wenigen Monaten, ohne Mittel- oder Langzeitstudien! Noch dazu mit einem noch nie vorher dagewesenen Inhalt, mit dem man noch keinerlei Erfahrungen hat. Wo bleiben die ehrlichen, verantwortungsvollen Wissenschaftler und Ärzte, die dringend vor den zu erwartenden schweren Schäden warnen? Sie sind da, aber sie bekommen in der Politik und in der Medienberichterstattung keine Stimme. Wer haftet für Impfschäden? Wo wir jetzt hingesteuert werden, das hinterlässt schwerwiegende Schäden auf allen Ebenen – darüber muss man sich wirklich Sorgen machen!

Marianne Roider

Rosenheim

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