Debatte um Impfen, Zahlen und Experten

Die Beschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen im Alltag werden uns noch eine ganze Weile begleiten. dpa
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Die Beschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen im Alltag werden uns noch eine ganze Weile begleiten. dpa

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie (Politikteil, Leserbriefe):

Warum werden wir zu wichtigen Dingen nicht informiert, wie über den Kabinettsentwurf zur Einführung einer Covid-19-Impfpflicht – und der damit verbundenen massiven Einschränkungen unserer Grundrechte? Journalisten und Moderatoren der öffentlich-rechtlichen Anstalten berichten im Einheitsmodus. Andere wissenschaftliche Meinungen und vorliegende Studien wie die der Professoren Schreek, Bagdhi, Püschel kommen nicht zu Wort. Das Thema „Kinder“ spielt in der jetzigen Politik nur eine untergeordnete Rolle. Berichte in renommierten medizinischen Fachzeitschriften wie Lancet sagen aus, dass Kinder kaum Überträger sind. Kontroverse wissenschaftliche Diskussionen finden in der Öffentlichkeit nicht statt. Als Apotheker kann ich nur vor einer Impfpflicht warnen, genauso mit dem Umgang der Masken. Die täglich genannten Zahlen widersprechen aufgrund fehlender Grundlagen jeder Statistik und Wissenschaftlichkeit und erzeugen nur Angst – genauso wie die Dauerberieselung zum Thema „Corona“. Wir stehen am Scheideweg: Wollen wir frei und selbstbestimmt leben oder überlassen wir das Denken und die Entscheidungen über unser Leben den Politikern? Auch als Apotheker sehe ich einen viel kleineren Teil der Gefahr im Virus Covid-19, die viel größere Gefahr ist das außer Kraft setzen von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in einem Verhältnis, das bei Weitem nicht mehr angemessen ist.

Stephan Iskenius

Prien

Was ist das für eine Regierung, die an jeglicher Opposition und am Volk vorbei massive Gesetzesänderungen erlässt? Wie kann es sein, dass bewährte Zulassungsprozesse für Arzneimittel aufgrund der Corona-Panik in verantwortungsloser Manier massiv verkürzt werden? Wie kann es sein, dass es Überlegungen gibt, 100 Prozent der Bevölkerung zu impfen (mit völlig unausgereiften Impfstoffen), um einen Bruchteil der Gefährdeten zu schützen? Es kann nicht sein, dass oppositionelle Meinungen von Menschen in den Veröffentlichungen unterdrückt werden oder Videos auf öffent lichen Plattformen über Nacht verschwinden. Ich wünsche mir unsere Regierung zurück, die demokratische Prozesse – These, Antithese, Synthese – wieder praktizieren.

Elisabeth Hartl

Rosenheim

Um es gleich vorwegzunehmen, jeder Todesfall ist tragisch und ein wahnsinniger Verlust für alle Angehörigen. Trotzdem muss man fragen dürfen, wie viel wirtschaftlicher Schaden für ein Land akzeptabel ist, um Leben zu retten. Wenn einige unserer Politiker sagen, man dürfe wirtschaftliche Interessen nicht gegen Menschenleben aufrechnen, muss man leider erwähnen, dass dies seit Jahren so gemacht wird. In Deutschland sterben jährlich rund 20 000 Menschen an Krankenhauskeimen. In den Niederlanden nur ein Bruchteil davon. Das liegt unter anderem daran, dass in den Niederlanden an jeder Klinik hauptamtliche Krankenhaushygieniker und Mikrobiologen vorgeschrieben sind. Außerdem sind die Hygienemaßnahmen mit unseren nicht zu vergleichen. Durch den Kostendruck, dem unsere Kliniken ausgesetzt sind, ist das anscheinend nicht zu leisten. Also werden hier definitiv wirtschaftliche Interessen vor Menschenleben gestellt. Das ist nur ein Beispiel von vielen. Wer entscheidet nun, welches Leben schützenswerter ist? Das von Patienten, die durch Sparmaßnahmen an Krankenhauskeimen sterben oder die, die durch die Lockerung der Corona-Maßnahmen von uns gehen. Jedes Leben ist gleich viel wert. Was für eine scheinheilige Debatte.

Klaus Zirngast

Kolbermoor

Es ist erstaunlich, dass die Regierungsvertreter mittlerweile keine Scheu haben, Verbote einhergehend mit Bußgeld zu verordnen. Gleichzeitig werden Minister im Fernsehen gezeigt, die für mich ein Auftreten an den Tag legen die belegen, wie gleichgültig die Belange der kleinen Leute für sie sind. Jetzt eine Corona-Krise für politische Ziele zu nutzen, auf dem Rücken der Bevölkerung, ist beschämend und nicht zu akzeptieren! Außerdem ist es nicht hinnehmbar, eine gesunde Gesellschaft in den Ruin oder gesellschaftliche Armut zu stürzen. Leute, die dieses Land aufgebaut haben, die viel gelobten Ehrenamtlichen in Vereinen werden mit den nicht gerechtfertigten und maßlos übertriebenen Handlungen der Regierung zerstört!

Richard Helwig

Bruckmühl

Leider zu selten berichten Genesene, welche Leidenszeit sie durchstehen mussten. Damit könnten sie Aussagen von Chefärzten und Experten bestätigen, wonach Corona gar nicht so selten massive Lungen-Schäden und schwerwiegende Langzeitfolgen verursachen kann. Vielleicht würden dann einige Andersmeinende weniger leichtfertig Corona als „leichte bis mittlere Grippe“ und mit „niedrigerer Mortalität als bei Influenza“ verharmlosen. Insofern verbieten sich auch die fahrlässigen Aussagen von dem Arzt und Politiker Dr. Wolfgang Wodarg, dem Weltärzte-Präsident Frank Montgomery, dem Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, wichtig tuenden Politikern, Wirtschaftsvertretern und anderen. Mit ihren Statements bezweifeln sie Krankheitsgefahren, verlachen drastische Maßnahmen oder sind bereit, Risikogruppen zum Wohl der Wirtschaft und Gesellschaft zu opfern. Damit verunsichern sie gleichzeitig die Bevölkerung sehr stark, was eine effektive Bekämpfung des Virus erschwert. Oft wird dabei die dramatische Situation in anderen Ländern ignoriert und wissenschaftliche Unwägbarkeiten ausgeblendet. Das neue Virus ist laut weitestgehend übereinstimmender Experten-Meinung weit gefährlicher als es zu Anfang den Anschein hatte. Die Kühl wagen und Massengräber in Italien und den USA sind leider Realität! Um weitere Leben zu schützen und enorme Kosten im Gesundheitswesen zu vermeiden, bedarf es unser aller Mitwirkung und Rücksichtnahme. Hierzu gehören gemeinwohl fördernde, mit Maß vorzunehmende Lockerungs-Bemühungen, auch um Hoffnung und Zuversicht zu vermitteln. Mit berechtigten, sukzessiven Lockerungen ist das „Gewitter“ leider noch nicht vorbei. Wenn bereits jetzt Konjunktur-Daten Ängste auslösen, würde die Weltwirtschaft eine befürchtete zweite Pandemie-Welle noch verkraften?

Erwin und Hannelore Dürr

Bad Feilnbach

Wer hätte das gedacht, als wir uns am Neujahrstag 2020 ein gutes neues Jahr, Glück und Gesundheit gewünscht haben, dass so was wie diese Corona-Pandemie über die Menschheit kommt. Zwar hat es im Lauf der Menschheitsgeschichte immer wieder Epidemien gegeben wie Pest, Cholera, Typhus, vor rund 100 Jahren die Spanische Grippe und vor gar nicht so langer Zeit Ebola in Afrika. Da sich in den letzten Jahrzehnten der weltweite Verkehr und Tourismus so stark ausgebreitet hat, konnte sich auch das Coronavirus weltweit ausbreiten. Zwar glaube ich auch nicht, wie auch der Abt von Andechs meinte, dass die Pandemie eine Strafe für die Menschheit ist, aber ich denke, dass es nicht verkehrt ist, wenn wir zu Gott deswegen beten. Es gibt ja auch noch andere Gründe zu beten. Durch diese Corona-Pandemie haben viele Menschen vergessen, dass unsere Welt, wenn wir nicht massiv dagegen steuern, vor einem Kollaps steht. Was ist, wenn die Menschen nicht mehr ernährt werden können, weil wegen der vielen Dürre- und Hitzeperioden nichts mehr wächst? Anstatt sich darum zu kümmern, rüsten viele Staaten, darunter auch Deutschland, auf. Nur durch Gebet und ein Umdenken kann unsere Erde gerettet werden, dass auch nachkommende Generationen auf dieser Erde noch gut leben können. Es wäre gut, wenn die Oberhäupter der Religionen zum Gebet aufrufen würden.

Walter Glück sen.

Haag

Kanzlerchef Helge Braun (CDU) beklagte eine „He rausforderung“, wenn einzelne Maßnahmen im Zuge der Bekämpfung des Virus durch Richter aufgehoben würden. Wie bitte? Der Staat hat bei der massiven Einschränkung von Grundrechten eine Bringschuld, seinen Bürgern die Rechtfertigung immer wieder darzulegen. Dabei ist die Abwägung des Für und Wider dieser Maßnahmen nachvollziehbar zu erläutern. Gab es jemals eine solche Abwägung? Ich bezweifle es. Erst argumentierte unsere Kanzlerin mit Verdoppelungszahlen und als das nicht mehr ging mit der Reproduktionszahl von „1“. Das geht jetzt auch nicht mehr. Jetzt wird ganz, ganz langsam „geöffnet“, aber bitte ja nicht zuviel. Wir lassen unsere Wirtschaft abstürzen, den Mittelstand sterben, nehmen Gastwirten und Hotelbesitzern ihre Existenz und sperren unsere Kinder und ältere Mitbürger ein. Wer mich und alle, die die Entscheidungen unserer Regierung hinterfragen, als Verschwörungstheoretiker bezeichnen will, kann das gerne tun. Bitte aber vorher sich folgende Frage stellen: Was waren die Gründe, wegen der die Regierung in der Covid-19-Pandemie eine Bedrohung für die Bevölkerung sieht und bei einer viel höheren Sterblichkeit im Winter 2017/2018 nicht gesehen hat? Darüber kann jeder selber spekulieren. Jetzt aber die Angst noch ein bisschen hochhalten. Es wäre ja, trotz Ende der Pandemie (siehe RKI-Dashboard) recht unangenehm, wenn man seinen Bürgern erklären müsste, dass die Maßnahmen übertrieben waren, unsere Wirtschaft völlig umsonst zusammengebrochen ist, ganz abgesehen von allen psychischen Schäden.

Doris Resch

Rechtmehring

Ich habe keine Angst vor Corona, sondern vor dem, was die Politik daraus macht. Tag für Tag wird uns eingeimpft, dass die ersehnte Normalität ausschließlich mit einem rettenden Impfstoff möglich wird. Eine Massenimpfung ist also fest geplant, und schon jetzt werden Impf-Kritiker vorsorglich in ein schlechtes Licht gerückt. Warum schließt man aus, dass sich das Problem auch ohne Impfung erledigen könnte? Wer verdient daran? Es gibt hunderte kritische Impf-Studien, zahlreiche Fälle von Impf-Schäden und bedenkliche Zusatzstoffe wie Aluminium. Sollte es dazu kommen, dass Impfverweigerer im Namen einer fragwürdigen Moral sanktioniert oder gezwungen werden, so wäre das eine massive Verletzung der Menschenwürde. Ähnlich ist es bei der für Mitte Mai 2020 anvisierten Novellierung des Seuchenschutzgesetzes. Sollten wir in Zukunft zum Mitführen eines Immunitätspasses gezwungen sein, werden wir uns nicht mehr frei bewegen können, weil man im Kino, im Theater, Fußballstadium, Freibad, auf Hochzeiten, Bürgerversammlungen, ja auch Demonstrationen als wandelndes Ansteckungsrisiko nicht mehr tragbar ist. Unsere regierenden „Demokraten“ demaskieren sich immer mehr.

Brigitte Lichtenau

Rosenheim

Der Bericht über die Sterbezahlen des Statistischen Bundesamtes ist vielsagend: März 2018: 107 100 (Grippewelle besonders heftig), März 2019: 86 400, März 2020: 85 900 (trotz Corona). Die ab Ende März tenden ziell überdurchschnittlichen tagesgenauen Sterbefallzahlen waren dank Corona sicher zu erwarten. Wir werden anhand der Statistik der nächsten Monate sehen, ob die erwartbaren Schäden des „Shutdown“ in einem vertretbaren Verhältnis zur „normalen“ Sterblichkeit stehen. Man fragt sich allerdings, warum die Influenza 2018 (bei 20 000 Toten über Durchschnitt) bei den politisch Verantwortlichen keine Panik ausgelöst hat. Von den zerstrittenen Wissenschaftlern ist sicher keine glaubwürdige einhellige Antwort zu bekommen.

Ulrich Huber

Staudach-Egerndach

Am Anfang der Pandemie war der Shutdown! Wir alle waren erleichtert, als die Geschäfte, Gaststätten und einfach fast alles geschlossen wurde. Anscheinend mag das Virus aber keine Arbeit, denn Handwerk und Landwirtschaft dürfen ganz normal weiter machen und benötigen größtenteils noch nicht einmal einen Mundschutz. Warum werden Baumärkte geöffnet, die bestimmt die 800 Quadratmeter überschreiten, dann aber Geschäfte und Spielplätze geschlossen gehalten? Zuerst gibt es keine Maskenpflicht, da es laut Regierung nichts bringt, dann die Empfehlung und jetzt sind wir doch bei der Pflicht für Mundschutz. Hierbei ist es dann aber auch egal, ob es ein Tuch, Schal oder eine andere Bedeckung ist. Wie kann es sein, dass Meinungen und Interviews wie die von Dr. Rashid Buttar oder Prof. Dr. Sucharit Bhakdi gelöscht werden, anstatt dass sie eine größere Plattform bekommen? Stattdessen wird nur der Meinung des Herrn Drosten Gehör geschenkt. Wieso wird schon jetzt von Impfpflicht gesprochen, wenn es doch angeblich noch gar keinen Impfstoff gibt und dessen Entwicklung bis zu zehn Jahre dauern kann? Zudem war doch auch die Rede vom Aufbau einer Herdenimmunität. Was ist damit? Die aktuellen Todeszahlen hören sich hoch an. Es ist natürlich schlimm, wenn jemand stirbt, es sollte allerdings auch unterschieden werden, ob jemand mit oder an dem Coronavirus gestorben ist. Angehörige können sich nicht richtig von ihren Liebsten verabschieden, Frauen bringen ihre Kinder alleine und mit Atemschutz zur Welt, in den Seniorenheimen vereinsamen die Menschen und Religionen können nicht mehr frei gelebt werden. Was ist danach? Denken Sie, dass das Geld ewig weiter fließt? Wer soll denn die Folgen dieser sogenannten Pandemie bezahlen. Da ist es nur gut, dass es das Gesetz der Enteignung und Vermögensabgabe gibt.

Nicole Seidl

Eiselfing

Es ist mitten in der Nacht, Verzweiflung und Frustra tion treiben mich an den Computer, um die Last von Herz und Seele zu schreiben, die uns zunehmend bedrückt. Wir sind nicht verzweifelt und enttäuscht, dass wir so viele Wochen wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus gezwungen wurden, unser Lokal „Simssee-Stuben“ mit Außenbewirtung am See zu schließen (das mussten wir durch Naturgewalten am See schon zu anderen Zeiten kurzfristig und tageweise), sondern über die Art und Weise, wie mit der Gastronomie staatlicherseits umgegangen wird und „die Gastronomie“ als Saufhotspot dargestellt wird, an dem sich Menschen lallend in die Arme fallen und einen Virus übertragen. Wir werden hingehalten, es gab und gibt keine Konzepte staatlicherseits zur Krisenbewältigung. Was mit Soforthilfe gemeint war, wissen wir bis heute nicht, denn Gelder sind nur eingeschränkt und Kurzarbeitergeld bis heute nicht geflossen (zumindest eine Eingangsbestätigung haben wir aber erhalten). Diesen Zustand für ein oder zwei Monate mit einer Perspek tive und Datum zur Wiedereröffnung auszuhalten, wäre kein Problem, auch dank großer Unterstützung durch Vermieter, Bank, Mitarbeiter und Familie. Hygienekonzepte sind für uns selbstverständlich und zusätzlich machbar. Aber eine weitere „Fahrt ins Blaue“ können und wollen wir uns nicht mehr leisten. Wir sind um die 60, können nicht unsere mühselig angesparte Rente für diese Krise ausgeben, und uns neu verschulden, sonst heißt die zweite Welle nicht mehr Covid, sondern Altersarmut.

Christian Eickel

Rosenheim

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