„Covidioten“ oder berechtigter Protest?

Dicht gedrängt und ohne die Abstandsregeln zu beachten, stehen Tausende bei einer Kundgebung gegen die Corona-Beschränkungen in Berlin auf der Straße des 17. Juni.
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Dicht gedrängt und ohne die Abstandsregeln zu beachten, stehen Tausende bei einer Kundgebung gegen die Corona-Beschränkungen in Berlin auf der Straße des 17. Juni.

Zum Beitrag: „Wie Extremisten Corona ausnutzen“ und zur Berichterstattung über die Corona-Demos (Politikteil):

Ich war in Berlin dabei und muss zu meinem Entsetzen feststellen, dass eine objektive Berichterstattung nicht mehr gegeben ist. Zum einen handelte es sich bei den Demonstranten zum größten Teil um „normale“ Bürger wie beispielsweise mich – keine Verschwörungstheoretiker, keine Rechten oder Nazis –, die für die Erhaltung der Grundrechte eintreten und Angst davor haben, Opfer einer Impfpflicht zu werden. Die Versammlung war absolut friedfertig, keine Gewalt. Wir wurden lediglich von Personen am Wegrand, wie auch von den Medien, völlig grundlos als Nazis, Judenhasser und Rassisten beschimpft. Die im Artikel genannten Reichsflaggen und Reichsbürger (Versammlung am Reichstag) und die Gewalt gegen Polizisten in Neukölln hatten mit der „Corona-Demo“ nichts zu tun. Nachdem wir sechs Stunden friedlich durch Berlin gezogen sind, hätten die Redner zu Wort kommen sollen. Anscheinend hatten da die Politiker eine Riesenangst davor, weil in diesem Moment die Veranstaltung durch die Polizei abgebrochen wurde. Und auch weil es sich um ein Vielfaches an Demonstranten handelte. Mindestens 200 000.

Martin Scheidl

Bruckmühl

Wie oder wer kommt denn auf die Idee für so einen Artikel, schön platziert, auf der zweiten Seite? Auch wenn der Haupttext zur Überschrift passt, das Bild unmittelbar darunter soll wohl dem Leser suggerieren, dass auch diese Art, sich zu äußern, „extremistisch“ ist. Was aber bitte soll auf dem Bild extremistisch sein? Die Frau (auf einer Corona-Demo in München), trägt Mund-Nase-Bedeckung und es ist auch nicht ersichtlich, dass sie gegen das Abstandsgebot verstößt. Sie bringt lediglich auf ihre Weise zum Ausdruck, dass sie ohne Nachteile selber entscheiden möchte, ob sie geimpft wird oder nicht. Ich wundere mich auch, um bei Corona zu bleiben, warum seit rund zwei Monaten nur noch über Infizierte, hin und wieder zwar über die gesundheitlichen Probleme während der ganzen Corona-Zeit, kein Wort mehr aber über die tatsächlichen Krankheitsverläufe der letzten zwei Monate berichtet wird. Unzulänglich ist auch, immer von erhöhten Infizierten-Zahlen zu berichten, nicht aber über den Zusammenhang mit der weitaus höheren Anzahl von Tests. So muss sich doch keiner wundern, wenn bei dieser mittlerweile gängigen Trickserei beziehungsweise bewussten Unterlassung die Menschen sich nach alternativen Meinungen erkundigen. Und das hat eben nicht immer nur mit Verschwörung zu tun, sondern mit der Sehnsucht nach der Wahrheit. Dem eigentlichen Anliegen des Artikels, wachsendem Extremismus zu begegnen, erweist diese Art der Berichterstattung sicher auch einen Bärendienst.

Anton Deuschl

Isen

Den Corona-Protestlern sei gesagt: Lieber ein Stück Stoff im Gesicht, als ein Zettel am Zeh!

Holger Mairoll

Kolbermoor

Wie sich derzeit Tausende Demonstranten verhalten, entbehrt jeder Vernunft. Wenn es nur darum ginge, dass man sein „Demonstrationsrecht“ durchsetzen will, um gegen die Corona-Maßnahmen seine Meinung kundzutun, wäre das mit Maske und mit Abstand ja gerade noch tolerierbar. Aber absichtlich ohne Maske und ohne Abstandseinhaltung ist das nichts anderes als eine fahrlässige Körperverletzung anderen gegenüber, die sich an die bestehenden Corona-Regeln halten. Frau Esken hat recht, diese Demonstranten als „Covidioten“ zu bezeichnen. Polizeilich sollte man dagegen so vorgehen, dass alle Teilnehmer einer solchen Demo lückenlos gefilmt werden und es müssen ebenso lückenlos alle Personalien festgehalten werden. Sollten dann später Teilnehmer dieser Demos sich dann doch mit Corona infiziert haben, so sollte eine kostenlose Behandlung untersagt werden und nur gegen komplette Vorkasse stattfinden. Dafür müssen kurzfristig Gesetze geändert werden. Es kann nicht angehen, dass wir als Allgemeinheit für diese „Covidioten“ auch noch für die Behandlungskosten aufkommen müssen! Corona verursachte weltweit schon Tausende Milliarden an Kosten. Auch besteht die Möglichkeit, sich in Länder zu begeben, deren Regierungschefs ebenfalls der Meinung sind, dass Corona ja nicht existiert oder nur eine leichte Grippe sei (USA mit Trump oder Brasilien mit Bolsonaro). Die dortigen Corona-Zahlen sprechen leider für sich. Niemand muss in Deutschland bleiben, wenn ihm Corona suspekt ist! Sogar in Afrika gehen Staaten (Simbabwe) deutlich gegen Corona-Verstöße vor, wo es bis 21. Juli zu 104 349 Festnahmen kam!

Alfred Komac

Bruckmühl

„Kein Vormarsch ist so schwierig wie der Marsch zurück zur Vernunft“ – dieses Zitat von Berthold Brecht gilt für alle „Corona- Manager“ , das heißt Politiker, Epidemiologen, Virologen, Talkmaster und auch für die Medien. Wenn wir so weitermachen wie jetzt und Corona praktisch überall suchen, werden wir über Jahre keine Normalität mehr bekommen. Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben wird an die Wand gefahren. Ja, es gibt einige wenige Problemfälle, die leider von den Medien überdimensional hochgespielt werden – denen geht es nur um Quote und Auflage. Wir haben keine Welle, Pandemie oder Epidemie in Deutschland, dafür sind die Zahlen viel zu niedrig. Ich selbst (64 Jahre) war vor einigen Wochen auf der Demo „Black lives matter“ gegen Rassismus am Königsplatz in München – 25 000 Menschen stundenlang dicht gedrängt, viele ohne Masken. Es hätte ja danach regelrechte Corona-Explosionen geben müssen. Nichts ist passiert! Einige Vergleiche: Momentan gibt es in Deutschland rund 12 000 Corona-Infizierte, von denen einige wenige Probleme haben. Zum Vergleich aktuell rund 1,6 Millionen an Krebs erkrankte Deutsche oder als weiteren Vergleich, es gibt rund 70 000 Dialyse-Patienten in Deutschland – die Hälfte davon unter 65 Jahre. Jährlich sterben etwa 900 000 Deutsche. Das Durchschnittsalter der wenigen Corona-Toten in Deutschland liegt bei 81 Jahren. Kultur, Sport, Einzelhandel, Gastronomie, Reisebranche – alles ist am Boden! Die Kollateralschäden sind inzwischen schon viel höher als die Schäden durch die eigentliche Krankheit! Es gilt jetzt, ganz schnell umzuschalten – normal weitermachen wie vor Corona, wie die Schweden, die es von Anfang an praktisch ignoriert haben und sehr gut damit gefahren sind: Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Auf alte und kranke Mitbürger muss natürlich aufgepasst werden.

Max Hudlberger

Rechtmehring

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