Covid-19-Infektionen: PCR-Tests sehr zuverlässig

Zu „Freiheit = Selbstbestimmung. Interview mit Demo-Organisatorin Pia Mayer“ (Familienbeilage):

Zum Teil konnte ich Frau Mayers Argumentation nachvollziehen und finde ihre diplomatische Ausdrucksweise gut. Allerdings äußert sie gegen Ende des Interviews, dass bezüglich Corona vieles nicht transparent und nachvollziehbar sei. Dabei nennt sie das angebliche Verbot, Corona-Tote zu obduzieren und angeblich ungenaue Corona-Tests. Tatsächlich hat im April das RKI ursprünglich von Obduktionen abgeraten (nicht verboten), aber diese Empfehlung wurde nach kritischen Stimmen von der Website genommen. Damit basiert die Aussage auf veralteten Informationen.

Bei Corona-Tests unterscheidet man grundsätzlich zwei verschiedene Methoden. Es gibt den direkten Nachweis von viralem Material aus Nasen- und Rachenabstrichen über das PCR-Verfahren. Darüber hinaus gibt es die Antikörpertests, die vom Immunsystem gebildete Antikörper im Blut nachweisen. Sie sind erst ab mindestens sieben Tagen nach der Infektion aussagekräftig.

Es stimmt: Kein Test ist 100-prozentig sicher. Allerdings ist der PCR-Test sehr verlässlich. Das „Verwässern“ durch Feststellung von Infektionen durch Coronaviren, die nicht Covid-19 sind, also Kreuzreaktionen, die zu falsch hohen Zahlen führen könnten, tritt bei den Antikörpertests auf – nicht aber bei PCR-Tests. Die Antikörpertests sind tatsächlich weniger zuverlässig und Gegenstand weiterer Forschung und Entwicklung. Aber sie sind in der Akutdiagnostik sowieso unbedeutend, da wegen der verzögerten Produktion von Antikörpern eben nur PCR-Testungen durchgeführt werden, um Infizierte sofort festzustellen. Antikörpertests spielen nun eine Rolle in retrospektiven Studien, zur Erhebung epidemiologischer Daten. Das wurde hier meiner Meinung nach falsch dargestellt und kann zu einem unberechtigterweise verminderten Vertrauen in das Gesundheitssystem beim Leser führen.

Veronika Igl

Gars

Kommentare