Coronavirus: Hysterie oder Politikversagen?

Auch der Flugverkehr ist vom Coronavirus schwer getroffen: Eine Frau geht mit ihrem Koffer durch einen leeren Gang auf dem Frankfurter Flughafen. dpa
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Auch der Flugverkehr ist vom Coronavirus schwer getroffen: Eine Frau geht mit ihrem Koffer durch einen leeren Gang auf dem Frankfurter Flughafen. dpa

Zur Berichterstattung über den Coronavirus (Politik- und Regionalteil):

Vor noch nicht langer Zeit   kommentierte unser Gesundheitsminister Jens Spahn, den inzwischen weltweiten Coronavirus-Ausbruch: „Es besteht in Deutschland keine Gefahr – wir sind gut vorbereitet!“ Dabei hatte man weder Kliniken, Ärzte, noch deren Personal und Krankentransporte präventiv mit ausreichend Schutzausrüstung versorgt, noch eine einheitliche, funktionierende Infrastruktur für die Vorgehensweise und Patientenversorgung im Falle eines Pandemie-Ausbruchs geschaffen, obwohl man nach SARS (2002/2003), spätestens aber nach MERS (2012) sich ausreichend hätte vorbereiten müssen. Während man bei uns im Gegensatz zu anderen Ländern immer noch keine Einreisebeschränkungen wie etwa in Israel vorzunehmen beabsichtigt oder gar ganze Orte (Heinsberg?) unter Quarantäne stellen wollte, soll man laut Spahn inzwischen sogar Reisen in sein Heimatbundesland Nordrhein-Westfalen möglichst unterlassen. Jens Spahn ist laut Wikipedia seit 2005 in sieben verschiedenen, verantwortungsvollen, leitenden, politischen Funktionen auf dem Gebiet „Gesundheit“ tätig gewesen, bevor er 2018 zum Bundesminister für Gesundheit ernannt worden ist. Spahn konnte also seit 15 Jahren in der Gesundheits- und Pflegepolitik an entscheidenden Stellen zur Lösung von Pro blemen im Gesundheitswesen beitragen. Am 1. November 2019 schrieb er in einer überregionalen Tageszeitung: „Wer Lösungen entwickelt, statt ständig nur Probleme zu benennen, überzeugt. In der Gesundheits- und Pflegepolitik gelingt es schon.“ Mit seiner „Corona-Bilanz“ würde Jens Spahn in der Privatwirtschaft jetzt entlassen.

Hans Kürner

Rosenheim

In den oberbayerischen Seen breitet sich seit Jahrzehnten eine Muschelart aus, die aus fernöstlichen Gewässern eingeschleppt wurde. Vor einigen Jahren kamen unzählige Menschen aus ärmeren Ländern zu uns nach Deutschland, weil sie an unserem Wohlstand teilhaben wollen, den wir erreicht haben, weil wir – angefangen bei den Kolonialisierungen – alle möglichen Dritte-Welt-Länder ausgeraubt haben und die letzten Jahrzehnte in „Billiglohnländern“, in denen vielfach Kinder und Erwachsene zu Dumpinglöhnen arbeiten, zu Dumpingpreisen einkaufen. Nun kommt da ein Virus aus China und versetzt viele Menschen und den Welthandel in Angst und Schrecken. Der ungerechte Welthandel zeigt jetzt seine Schattenseiten und unsere „Geiz ist geil“- oder „Ich bin doch nicht blöd“-Mentalität fordert ihren Tribut. Billig einkaufen ist doch nicht so genial wie uns suggeriert wird, billig einkaufen ist saublöd. Es gibt da einen Spruch der lautet „ich bin zu arm, um billig einkaufen zu können“. Irgendwann kommt immer die Abrechnung. Andererseits wirkt sich das ganze Theater um diesen Virus negativ auf viele Menschen aus. Die Ausbreitung dieses Virus ist ohnehin nicht aufzuhalten.

Sebastian Hamberger

Söllhuben

Ich frage mich, wie lange Politik und seriöse Berichterstattung noch dem Druck einer erzeugten Coronavirus-Hysterie widerstehen. Die Wirtschaft Deutschlands und Europas wird geschädigt, von Einzelexistenzen gar nicht zu reden, bis zur Einkommensminderung breiter Bevölkerungsschichten durch die kaum mehr zu umgehende Einführung von Kurzarbeit in den unterschiedlichen Branchen und Gewerben. Ich wage die Prognose, dass hier eine gezielte Manipulation auf die Gemeinschaft der Menschen stattfindet. Angsterfüllte Menschen sind generell leicht zu manipulieren. Nach Mitteilung des Robert-Koch-Instituts sind in der normalen Grippesaison 2017/2018 alleine in Deutschland 25 100 Menschen gestorben. Selbst offizielle Stellen bewerten die Bedrohung durch den Coronavirus als mäßig.

Margit Seelos

Mettenheim

Die Kultusminister in Deutschland und Gesundheitsminister Spahn sind wohl gut beraten, wenn sie in Sachen Corona-Erkrankungen die öffentliche Hysterie dämpfen. Dazu einige Zahlen: In der „laufenden Saison“ gibt es in Deutschland 939 Corona-Erkrankungen (Stand 6. März) mit null Todesfällen bei 18 Geheilten und es gibt gleichzeitig 119 280 Grippeerkrankungen mit 202 Todesfällen. Weltweit gibt es 107 353 Corona-Erkrankungen (Schwerpunkt China/Asien) mit 60 558 Geheilten und 3646 Todesfällen. Zu den Grippeerkrankungen weltweit gibt es eine Hochrechnung der John-Hopkins-Universität mit 160 bis 174 Millionen Erkrankungen. Mehr Gelassenheit wäre also gut.

Martin Köhle

Prien

Als betroffene Eltern einer Schülerin der Mädchen-Realschule Rosenheim weisen wir darauf hin, dass im Falle der Fahrt nach Broadstairs, die abgesagt wurde, die Eltern auf den Kosten in Höhe von 700 Euro sitzen bleiben.

Michael Steurer

Rosenheim

Bei all den dramatischen und teils beängstigenden Meldungen zum Thema Coronavirus kommt man unwillkürlich ins Grübeln. Ausgerechnet China, welches sich mit brachialen Methoden eine gewisse Dominanz auf den Weltmärkten gesichert hat, wird von solch einer Plage heimgesucht, welche die Wirtschaft nachhaltig schädigt. Doch auch aus unserer Perspektive wird offenkundig, wie sehr wir uns durch die praktizierte Lobbykratie von China abhängig gemacht haben. Ob der propagierten Geiz-ist-geil-Mentalität werden mittlerweile fast alle Arzneimittel in China oder Indien hergestellt. Lieferengpässe oder sogar eklatante Lieferschwierigkeiten sind die Folge. Aber auch Desinfektionsmittel, Atemschutzmasken und Gummihandschuhe sind nicht mehr verfügbar. Wenn wir da gezwungenermaßen umdenken, hat der Virus schon mal eine positive Seite. Ebenso gehen Dank Coronavirus die Buchungen für Kreuzfahrt-Touristik drastisch zurück, was im Sinne der Umwelt positiv zu bewerten ist. Auf eindrucksvolle Weise werden die Grenzen der Globalität sichtbar. Der Virus hat auch auf das tägliche Leben und unseren unglaublich dekadenten Lebensstil Einfluss. Aber von unserer Kanzlerin und ihrer kompetenz-resistenten Regierungsmannschaft wird unaufhörlich das Mantra des „Exportweltmeisters“ beschworen. Doch dies bedeutet doch im Klartext, dass für jede Million Euro Gewinn unserer Exportindustrien die unterprivilegierten Menschen der Dritten Welt eben eine Million Euro verlieren, da Geld sich ja bekanntermaßen nicht durch Selbstbestäubung vermehrt. Die Flüchtlingsströme sind größtenteils darauf zurückzuführen. Vielleicht ist der Coronavirus ein Anreiz, mehr über die Werte des Lebens und unsere Prioritäten nachzudenken. Das könnte man sogar ohne Quarantäne tun.

Jakob Gerhard

Rohrdor f

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