Corona: Zwischen Wut und Angst

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch bei der Generaldebatte zum Bundeshaushalt im Bundestag noch einmal eindringlich für die Verschärfung der Corona-Maßnahmen plädierte, sind die Meinungen unserer Leser zu dem Thema gespalten.
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Während Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch bei der Generaldebatte zum Bundeshaushalt im Bundestag noch einmal eindringlich für die Verschärfung der Corona-Maßnahmen plädierte, sind die Meinungen unserer Leser zu dem Thema gespalten.

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie (Politik/Regionalteil/Lokalteil):

Seit Wochen verzichten wir. Wir dürfen keinen Hallensport ausüben, wir dürfen nicht ins Fitnessstudio. Skifahren dürfen wir auch nicht. Reisen sowieso nicht. Wir dürfen nicht in unser Lieblingslokal, das ums Überleben kämpft. Sogar die Berghütte musste schließen. Familienfeiern sind untersagt. Kulturell gibts gar nix mehr. Ja klar, wir müssen Opfer bringen und alle zusammenhalten. Bringen tut es nix, die Infektionszahlen steigen und täglich sterben fast 500 Mitbürger in Deutschland.

Es geht jetzt nicht um Lockerungen zu Weihnachten und Silvester, es geht jetzt darum, die Zahlen endlich runter zu bekommen. Bitte, ihr Regierenden, nutzt die Ferien und die Weihnachts-Urlaubszeit und macht alles zu, damit wir endlich Erfolg haben und im neuen Jahr auch mit den bevorstehenden Impfungen wieder positiv in die Zukunft schauen können.

Peter Reling

Bruckmühl

Der „Lockdown light“ zeigt wenig Wirkung, weil nur wenige und noch dazu die falschen Berufs- und Kontaktverbote bekommen, während es in Schulen, in Bussen/Bahnen, oder an Arbeitsplätzen fast unverändert weiter geht.

Generell scheinen Frau Merkel und die 16 Ministerpräsidenten zu ignorieren, dass wir noch in einer Demokratie leben und die gewählten Parlamente zu beteiligen sind. Als von den Bürgern bezahlte Volksvertreter erlauben sie sich eine Sprache, mit der jeder Angestellte mindestens eine Abmahnung bekommen würde. Sind die (Querdenker-) Demonstranten „Saboteure der Gesellschaft“ (Karl Lauterbach)? Oder ist er es nicht selbst, indem er seit Monaten mit überzogener Angst-Kakofonie das ganze Land in Panik versetzt, Existenzen vernichtet und einen immensen Kollateralschaden verursacht? Jede Partei, jede Organisation verfolgt ihre eigenen Ziele und Ansichten. Jede Agenda wird die Gesellschaft verändern. Sind also CSU, VDA, Heilpraktiker, Fridays for Future oder die Agrar-Lobby, deren Meinung nicht in das eigene Weltbild passt, künftig zu überwachen?

Drei grundlegende Versäumnisse unserer allmächtigen Corona-Weisen: 1. Das Coronavirus wird es, genauso wie Influenza, auch in 20 Jahren noch geben – und wir müssen lernen, damit zu leben. 2. Im Wirtschaftsleben gibt es ebenfalls Unsicherheiten: kein Unternehmen würde aber mit einem derartig konfusen, oft widersprüchlichen oder wirkungslosen Aktionismus überleben, sondern einen Plan A oder B mit einer Perspektive entwickeln. 3. Für eine lebenswerte Gesellschaft bedarf es nicht permanenter Angstszenarien, Verbote und Drohungen, sondern Optimismus, Platz für Kultur & Freizeit und einer positiven, adäquaten Wortwahl.

Markus Pfaffelhuber

Rosenheim

Die Leserbriefe der letzten Woche setzen sich überwiegend kritisch mit den Maßnahmen der Regierenden auseinander. Dazu passt eine aktuelle Umfrage, wonach sich mehr als drei Viertel der Befragten für eine Öffnung der Gaststätten ab Dezember und mehr als zwei Drittel für eine Öffnung der Kultureinrichtungen im Dezember ausspricht. Es wird zunehmend einsam um die Regierenden.

Gleichwohl sollen die Maßnahmen entgegen aller Erkenntnisse weiter gelten. Gerade für den Bayerischen „Prinzregenten“, der sich gerne auf für ihn positive Umfragen beruft, dürften obige Umfragen allerdings weniger angenehm sein.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hatte zu Recht darauf hingewiesen, dass es kein Supergrundrecht auf Leben und Gesundheit gibt. Zu Erkenntnisgewinn hat dies bei den Regierenden nicht geführt, im Gegenteil, die Kriegsrhetorik und Angstmache wurde noch verstärkt bis zum absurden Vorschlag von Karl Lauterbach, die Nachbarn gegebenenfalls zu denunzieren. Als langjähriges SPD-Mitglied schäme ich mich dafür. Ich fürchte, wir stehen erst am Anfang von sehr bedenklichen Entwicklungen. „Wer bereit ist, Freiheit zu opfern, um Sicherheit zu gewinnen, verdient weder das eine noch das andere, und wird am Ende beides verlieren“ (Benjamin Franklin, 1755).

Martin Stemberger

Rosenheim

Ja geht’s noch? Kein Skifahren in diesem Winter? Will man denn den hart arbeitenden Menschen ihren wohlverdienten Urlaub verbieten? Bewegung in frischer Luft? Ein Kräftetanken angesichts der wunderbaren Bergwelt? Ein wenig Spaß im Kreise Gleichgesinnter? Will man den Kindern ein Naturerleben vorenthalten? Kindern, die es in dieser Zeit schon schwer genug haben? Jugendlichen, die ihr Jungsein leben wollen? Welch Scheinheiligkeit!

Denn wir wissen doch – eigentlich: Es geht allein um Geschäftemacherei. Gefährdung anderer? Das ist zu vernachlässigen! Übertrieben! Und wie immer in solchen Situationen verweist man auf den Verlust von Arbeitsplätzen. Liftbetreiber etwa befürchten unter anderem, dass sie den für die nächsten Jahre geplanten weiteren Ausbau ihrer Anlagen nicht realisieren können. Was aber durchaus auch sein Gutes hätte. Apropos Kinder: Ganz ähnlich verhält es sich, wenn Eltern jetzt befürchten, ihre Kinder könnten zu kontaktunfähigen Einzelgängern heranwachsen oder andere seelische Schäden davontragen. Das ist weitgehend Unsinn. Wenn Eltern dennoch diese Befürchtungen hegen, steckt dahinter vielmehr die Befürchtung, dass ihnen etwas abgehen könnte, dass sie Abstriche an ihren Gewohnheiten machen müssen. Wenn es sich nicht um völlig verwöhnte „Fratzen“ handelt, halten Kinder mehr aus als man gemeinhin denkt, mehr als Erwachsene (wie es aussieht) und vor allem dann mehr, wenn man sich mit ihnen abgibt, auf sie eingeht, mit ihnen etwas macht – fast egal was. Oder auch nur, wenn man einfach da ist. Kinder, soweit sie Kinder geblieben sind, brauchen auch keine Rundumbespaßung von früh bis spät! Sie brauchen auch kein Alpenpanorama! Ein paar Zentimeter Schnee vor der Haustür genügen ihnen – den Eltern nicht, schon klar!

Harald Köhler

Prien

Wer sich jetzt alles bemüßigt fühlt und in welcher Allianz, sich für andere einzusetzen, ist schon sensationell. Martin Hagen (FDP) stellt fest, der Lockdown habe sein Ziel verfehlt, und kritisiert steigende Infektionszahlen. Ohne natürlich einen Verbesserungsvorschlag zu machen.

Manche loben die niedrigen Infektionszahlen in Asien. Sollte bei uns ein derartiges digitales Überwachungssystem eingeführt werden – siehe Singapur, Vietnam, Korea – wird die FDP gleich wieder Sorge haben in einen Überwachungsstaat abzudriften. Die FDP zeigt sich als Schutzpatron der Gastwirte. Richtig ist, viele Gastwirte haben sich vorbildlich verhalten. Aber was war vor dem Gasthausbesuch oder danach? Man herzt, küsst, umarmt sich, gezwungenermaßen ohne Abstand. Nicht der Wirt ist schuld, sondern der Gast. Und wenn sich dieser falsch verhält, müssen Maßnahmen getroffen werden.

Frau Schulze kritisiert die Teststrategie sowie die mangelnde Digitalisierung der Gesundheitsämter und Schulen. Ich bezweifle, dass auf dem Markt die Mengen an Digitalgeräten und Luftfiltern vorhanden sind, welche benötigt werden. Die können nicht so schnell gemacht werden wie Weihnachtsplätzchen. Forderungen sind schnell aufgestellt.

Zum Thema Skifahren: Das sei so sicher wie nichts anders, sagen die Verantwortlichen, ein Sport in der Natur. Natürlich, aber eben auch Körper an Körper vor dem Lift. So wie viele ein ungutes Gefühl haben in einer vollen U-Bahn, Trambahn, würde es mir in einer Achter-Kabine ergehen.

Die „fürsorgliche“ Sorge mancher Berufspolitiker, aber auch vieler Medienvertreter, und ihr „Geätze“ um das Weihnachtsfest passt hier dazu. Weihnachten ist eigentlich ein kirchliches Hochfest. Wer dies so sieht, wird sicher auch heuer in diesem Glauben sein Fest feiern können. Kleiner, bescheidener, aber sicher stimmiger.

Thomas Schwitteck

Neubeuern

Bravo, Frau Merkel und Herr Söder, denn schon 1983 beschreibt der renommierte Psychotherapeut Paul Watzlawick in seinem durchaus nicht unernst gemeinten Anti-Ratgeber „Anleitung zum Unglücklichsein“ unter „Mehr desselben“ (laut Wikipedia) eines „der erfolgreichsten und wirkungsvollsten Katastrophenrezepte“, auf das die Menschen je gekommen seien: Zunehmend erfolglosere Patentlösungen führen zur scheinbar einzig logischen, überzeugenden Schlussfolgerung, nämlich, dass noch nicht genug zur Lösung des Problems getan sei – demzufolge müsse man mehr desselben tun.

Berndt Schönwald

Ramerberg

Franz Josef Strauß, war zwar auch nicht unumstritten, er war aber trotzdem geschätzt, weil er unbürokratische Maßnahmen ergriff, wenn es die Situation erforderte. Ich bin überzeugt, dass er sich in der jetzigen Situation für die Ver-hältnismäßigkeit einsetzen würde. Dort zu handeln, wo Gefahren drohen, und nicht einfach willkürlich. Das wäre für ihn bestimmt nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine menschliche Angelegenheit.

Sebastian Springer senior

Schalldorf

Wie wär es, einfach nur mal den Gedanken zuzulassen, dass hinter den diktatorischen, unsinnigen Maßnahmen der Regierung, doch etwas anderes stecken könnte als das Virus? Das soll in der Menschheitsgeschichte doch des Öfteren vorgekommen sein! Da die Maßnahmen derart unsinnig sind, muss man schon ein sehr untertanes Verhalten haben, um das alles als nötig zu erachten!

Ein Virus hat ein Eigenleben, das noch nicht genau erforscht ist! Aber Demons tranten hat das Virus laut einer Schweizer Studie nicht gerne, und frische Luft mag es auch nicht! Wie viele leere Intensivbetten braucht man denn um sich sicher zu fühlen? In all den letzten Winterhalbjahren lagen Grippe-Patienten teilweise auf den Gängen im Krankenhaus, und ja, Leute sind daran gestorben! Jetzt wird jeder, der im Krankenhaus behandelt wird, auf Corona getestet. Ist er positiv, ist er automatisch ein Corona-Patient! Es heißt ja dann auch bei den Verstorbenen „an oder mit“ Corona verstorben! Bis jetzt sind es bei „an“ und „mit“ weniger als bei vielen Grippe-Epidemien.

Die Zahlen werden künstlich in die Höhe geschraubt, Panik verbreitet ohne Ende! Die meisten Patienten auf der Intensivstation sind derzeit Patienten mit Lungenentzündung und den immer da gewesenen Atemwegserkrankungen. Dazu kommt, dass man die Krankenhäuser zuletzt „gesund geschrumpft“ hat, und der längstens bekannte Pflegekräftemangel! Die PCR-Tests, die täglich 20 000 Infizierte versprechen, sind vollkommen untauglich (außer für Panik) Kranke werden in den genannten Zahlen nicht angegeben, es sind aber rund zehn Prozent! Wir werden dann also zukünftig jeden Winter bei einer Grippe-Epedemie einen Shut down einführen, gerne unser Leben lang eine Maske tragen und zwar zu allem und bei jeder Gelegenheit!

Irene Rieder

Grasbrunn

Kann es sein, dass die Verantwortlichen und Fachleute keine Ahnung über das wirkliche Infektionsgeschehen haben? Wie sonst sind die jüngsten, massiven Corona-Ausbrüche in Pflegeheimen und einer Fleischfabrik im Landkreis Traunstein zu erklären, obwohl dieser bereits seit Wochen schon unter höheren Auflagen als das ganze Land steht. Hängt es womöglich mit den desolaten Eigenschaften von Schutzmasken zusammen, wie vor kurzem in einem Beitrag bei WISO im ZDF aufgezeigt?

In einer „Danke“-Sendung des BR war eine Reihe von Pflegeheim-Mitarbeitern zu sehen, die ein buntes Durcheinander von Schutzmasken trug: von einfachen OP-Masken, bis zu FFP-Masken ohne Zertifizierungs-Aufdruck beziehungsweise mit der chinesischen Markierung „KN“, die laut dem Fernsehbericht miserable Werte aufweisen. Nur bei wenigen war das Qualitätsmerkmal „CE“ zu sehen. Ein weiteres Problem sind wohl auch die Corona-Tests. Sowohl meine Tochter, Krankenschwester in einem Klinikum, als auch mein Sohn, Pfleger in einem Pflegeheim, berichten von einem Wirrwarr an Testergebnissen. Bei den gleichen Patienten treten bei PCR-Tests in geringen Abständen mehrmals hintereinander mal positive, mal negative Ergebnisse auf. Damit ist ein vernünftiger Ablauf und die Zuweisung zu bestimmten Behandlungsbereichen unmöglich.

Als weiteres glaube ich nicht, dass sich in einer der Kirchen jemand bei den Gottesdiensten ansteckt: wenige Personen in großen, hohen Räumen, mit festgelegten Abständen. Zusätzlich möchte ich das Augenmerk auf die seit Jahrtausenden bekannte antiseptische Wirkung von Weihrauch hinweisen. Das „Aerosol Weihrauch“ bindet andere schädliche Aerosole an sich und eliminiert durch seine Bestandteile schädigende Stoffe.

Letztlich bleibt uns wohl nur die Einschränkung der Kontakte und die Hoffnung auf eine frühe Impfung.

Richard Hellmeier

Schnaitsee

Ich bin weder Rechtsradikal geschweige denn ein Nazi, noch Verschwörungstheoretiker oder in irgendwelche Richtung radikal. Aber ich bin Vater und Großvater, und jetzt reicht es auch mir. Ein PCR-Test kann weder eine Infektion noch eine Krankheit messen, sondern nur die Anwesenheit eines DNA-Schnipsels nachweisen, das man dann unter anderem dem SARS-CoV-2-Virus beziehungsweise Covid-19 zuordnen kann. Der Nobelpreisträger und Entdecker der „Polymerasen Kettenreaktion“ (englisch polymerase chain reaction: „PCR“), Karry Mullis betont, dass sein PCR-Verfahren ein Laborwerkzeug zur Gen-Analyse ist und kein Diagnosewerkzeug für Krankheiten.

Ein positiver Test sage definitiv „nichts“ (!) darüber aus, ob sich das Virus im Körper eingenistet hat, noch ob die Menge der Viren ausreicht um andere anzustecken. Die Zahl der „Neuinfektionen“, die täglich öffentlich werden, sind also gar keine. Da ein PCR-Test gar nicht messen kann, ob jemand infiziert oder infektiös ist. Doch allein auf dieser Grundlage basieren sämtliche Verordnungen, Quarantäne-Vorschriften und der Lockdown.

Harald Lohner

Töging

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