... und Corona die Zweite

Zur Berichterstattung über den Coronavirus (Titelseite, Politik- und Bayernteil):

Das Rezept ist bekannt: Schon bei der Finanzkrise 2008/09 sprang die naive Bundesregierung mit rund 800 Milliarden Euro als Bürgschaft für die Banken ein. Nun die Welt-Corona-Krise mit noch größerem Schaden: Hier blecht die Bundesregierung noch weit größere Beträge. Von Rückzahlung keine Rede, weil ebenfalls alternativlos. Wenn es um echte Solidarität ginge, dann müssten die vielen Vermögen in Deutschland anteilig haften, aber das schließen die brutalen Eigentumsrechte aus. So müssen die rund 250 Milliarden Euro Erbmasse jedes Jahr ja geschont werden! Für die Bundesregierung, die Kirchen, die Medien, die Eliten, ist das kein Skandal, obwohl dieses Vermögen von den Erben nie erarbeitet wurde!

Matthias Fuchs

Waldkraiburg

Die Staatsregierung will ein Zeichen setzen für die Belegschaft in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen. Im April wolle man für dieses Personal die Kosten für Essen und Getränke übernehmen. Herr Ministerpräsident, denken Sie bitte auch an die Sanitäter und privaten Pflegedienste, die an vorderster Front unter schwierigsten Bedingungen arbeiten. Sie in diesem Zusammenhang zu vergessen, wäre ein himmelschreiendes Unrecht.

Franz Fischereder

Stephanskirchen

Der Wirrwarr um Ausgangssperren hat bedrohliche Formen angenommen. Experten sagen „Ausgangssperren wären eine soziale Katastrophe“. Die Schutzmaßnahmen, seit fünf Wochen bereits eingeführt, haben in dem Seniorenheim in Würzburg nichts genützt. Neun Senioren sind trotzdem gestorben. Wozu also diese verantwortungslose Panikmache der Politiker? Andererseits werden neben der wirkungslosen Freiheitsberaubung der Bürger die für unser aller Leben wichtigen Wirtschaftszweige dem Ruin preisgegeben. So klagt ein mittelständischer Unternehmer „in sechs Wochen wird mein Unternehmen sterben.“ Und so wird es den meisten anderen Unternehmern auch ergehen. Und die von den Regierungen angekündigten lächerlichen Finanzspritzen sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Außerdem können sie nie ausgezahlt werden, da die Steuereinnahmen in Milliardenhöhe demnächst wegbrechen werden. Legt in dieser existenzbedrohenden Situation den aktionistischen und karrieresüchtigen Politikern endlich das Handwerk.

Herbert Gaiser

München

Ich betreue im Netzwerk „Ärzte der Welt open med“ in München Nichtversicherte und Obdachlose. Diese Menschen haben kaum Möglichkeiten, die Grundhygiene einzuhalten. Viele von ihnen schlafen unter Brücken oder in Warenhauseingängen. Ob Seife und Desinfektionsmittel im Gepäck vorhanden sind, ist unwahrscheinlich. Alkohol wird eher getrunken als zur Desinfektion benutzt. Die Essens-Tafeln sollten auf jedes verteilte Essenspaket ein Stück Seife legen mit kurzem mehrsprachigem Hygiene-Hinweis. Außerdem empfehle ich, eine kostenlose Abgabe von Seife beispielsweise in den Rathäusern, immer mit Hygieneregeln. Wir sollten jede Möglichkeit nutzen, dass von sozialen Randgruppen keine Covid-19-Infektion ausgehen kann.

Dr. med. Hans- Georg Stohrer

Stephanskirchen

Mit Corona könnte in 2020 – weltweit – eine neue Zeitrechnung beginnen, in der wir das gesamte vertraute, wirtschaftliche, politische und menschliche Inventar unserer Vergangenheit und Gegenwart neu aufstellen müssen. Einstweilen hoffen und handeln wir mit aller Entschlossenheit gegen diesen Wandel, der sich in seinen fundamentalen und globalen Auswirkungen von keinem Institut dieser Welt hochrechnen lässt. Hochrechnen lässt sich dagegen eine ganz exorbitante Ausbreitungsquote des Virus bei einem weiter uneingeschränkten Personenverkehr. Also muss dieser eingeschränkt werden. Und zwar extrem schnell. Ob wir aber das unter höchstem Zeitdruck gezimmerte Maßnahmenpaket nun Ausgangsbe- oder -einschränkung nennen, ist ebenso unerheblich wie das juristische Herumwuseln in den Details der Ausnahmeregelungen. Ja, wer will, kann eine Vielzahl juristischer Holprigkeiten und womöglich Widersprüchlichkeiten in den soeben erlassenen Verordnungen erkennen. Es zeugt indes von wenig Klugheit, mit dem Finger auf diese zu zeigen – nur, weil wir diesbezüglich an juristische Mängelfreiheit gewohnt sind. In akuten Notfällen zählt jede hilfreiche und womöglich lebensrettende Maßnahme mehr, als ihre juristische Formvollendetheit.

Manfred Ebeling

Raubling

Klimawandel, monatelang Thema Nummer 1 in allen Medien, ist nun nicht mehr brandaktuell. Alleiniger Spitzenreiter ist nun die Coronavirus-Hysterie. Jeder, der etwas auf sich hält, gleichgültig, ob Politiker, Moderator oder selbst ernannter Virologe, legt Wert darauf, an dem Horrorgemälde mitzuwirken, das der breiten Öffentlichkeit tagtäglich präsentiert wird. 2018 sind allein in Deutschland mehr als 20 000 Menschen an der Influenza verstorben, trotz einer möglichen Vorsorgeimpfung. Dass es Hunderttausende von Krankheitsfällen gab, wurde besorgt, aber sachlich zur Kenntnis genommen. Panikreaktionen blieben angesichts dieser Tatsachen aus. Nun gibt es dank des Medienbombardements eine Massenpsychose, die gefährlicher ist als die Krankheit selbst. Die panische Reak tion an den Finanzmärkten lässt Schlimmes befürchten. Wir müssen den Weltuntergangspropheten mit Sachlichkeit und Realitätssinn begegnen. Nur so können wir vermeidbare Schäden abwenden. Wer nun auch noch wegen Coronaviren unser föderales Staatssystem in Frage stellt, der sollte nicht zum Virologen, sondern gleich zum Psychiater gehen.

Alois Kröninger

Feldkirchen-Westerham

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