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Corona vertieft die Gräben

Eine Demonstrantin im Gespräch mit Polizisten: Nicht immer sind die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in den letzten Wochen so friedlich abgelaufen.
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Eine Demonstrantin im Gespräch mit Polizisten: Nicht immer sind die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in den letzten Wochen so friedlich abgelaufen.

Zur Berichterstattung über Corona-Proteste (Politikteil) sowie zu „Respekt für Tukur, Liefers & Co.“ (Leserbrief von Bernhard Baron Boneberg):

Letzten Freitag war es mal wieder so weit: Mahnwache in Bad Aibling. Ich und einige Nachbarn hoffen inständig, dass wir diese Veranstaltungen nicht mehr über uns ergehen lassen müssen. Es ist nicht so, dass wir mit allen Maßnahmen der Regierung glücklich sind. Wir finden es auch wichtig und richtig, Entscheidung unserer Regierung kritisch zu hinterfragen. Leider ist diese Veranstaltung davon weit entfernt, sich sachlich, konstruktiv und gut recherchiert mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es wirkt eher wie eine kollektive Realitätsverweigerung oder sogar Märchenstunde. Es ist auffällig, dass die Redner sehr wohl offizielle Angaben der Regierung oder von Instituten wie des Robert-Koch-Instituts nutzen, aber nur soweit wie diese irgendwie in ihr Weltbild gepresst werden können. Alles, was nicht in ihr Weltbild passt, kann und darf nicht sein und ist somit eine Falschmeldung. Hier mal eine nicht vollständige Aufzählung einiger – sagen wir mal – gewagten Thesen: - Wir leben in einer Diktatur. Alle Politiker sind Verbrecher. Die Impfstoffe hätten nur Notfallzulassungen. Der Entzug der Grundrechte ist schon seit Langem geplant. Es gibt keine Corona-Toten, aber man kenne schon wahrscheinlich Menschen, die durch eine Impfung gestorben wären. Die Redner machen auch ganz deutlich klar, dass alle, die nicht das glauben was sie glauben, blöd und naiv sind. Wir Bewohner des Tulpenwegs erleben jedes Jahr normalerweise mehrere Veranstaltungen und die ein oder andere ist auch etwas lauter. Das ist kein Problem, denn das gehört einfach mit dazu. Aber diese Veranstaltung ist unzumutbar, da sie nur Lärm produziert. Und sonst gar nichts.

Daniel Wolff

Bad Aibling

Der Corona-Protest der 52 Filmschaffenden nötigt Herrn Boneberg also Respekt ab. Mir eher nicht. Das liegt nicht nur am Inhaltlichen, sondern auch an Folgendem: Ich finde es zum einen, vor allem bei Künstlern, nicht besonders kreativ und einfallsreich, sich in 53 Beiträgen immer wieder desselben Mittels der Satire und Ironie zu bedienen – variatio delectat. Zum anderen sollten diese Videos angeblich dazu dienen, eine (sachliche?) Diskussion über die Angemessenheit von Corona-Schutzmaßnahmen wieder aufzumachen. Nun ist ein entscheidendes Stilmittel der Satire die Übertreibung. In Zeiten aber, wo sich schon deutliche Lager gebildet haben, die durch tiefe Gräben getrennt sind, ist dieses Stilmittel eher nicht geeignet, diese Gräben zuzuschütten, Sie vertieft sie eher noch. Allein deshalb waren diese Videos ein absoluter Fehlgriff. Dafür, dass Satire eben nicht den Diskurs fördert, sondern manche Leute deutlich überfordert, ist der Leserbrief von Herrn Boneberg der beste Beweis. Sein „sachlicher“ Beitrag besteht in reinem Schwarz-Weiß-Denken, das die Menschen in genau zwei Gruppen trennt: Erstens die, die gegen den Strom schwimmen, also „Helden“ wie den werten Baron wohl selbst, und zweitens die dumme, blökende Masse der Andersdenkenden, die Schafe, die sich meinungslos zur Schlachtbank führen lassen. Da kann man nur sagen: Einbildung ist auch eine Form von Bildung. Warum dann Herr Boneberg völlig zusammenhanglos dem „Systemling“ – das ist die Ausdrucksweise „besorgten Bürger“ – Böhmermann unterstellt, er nehme für sich in Anspruch, er hätte im Dritten Reich „natürlich“ alles ganz anders gemacht, erschließt sich mir nicht, besonders, da die Heldenrolle ja gerade von Leuten wie Herrn Boneberg beansprucht wird.

Bernward Schmidt

Prutting

Wir leben in einer verrückten Welt. Ein Grippevirus, das durchaus schwere Krankheiten auslöst, aber nur einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung ernsthaft betrifft, stellt alles auf den Kopf! Für mich positive Worte wie „Querdenker“ sind plötzlich Schimpfworte, während „Denunziant“ scheinbar etwas Gutes ist. So musste ich von einer Anzeigen-Flut bei den Ämtern lesen, die mit der Bearbeitung der Verstöße gegen die (sinnvollen oder sinnlosen?) Corona-Regeln nicht mehr hinterher kommen. Eine Dame brüstete sich sogar namentlich öffentlich mit ihrer Anzeige gegen eine Rohrdorfer Firma! Sollten wir das Denunziantentum nicht längst überwunden haben? In diversen Leserbriefen werden Lockdown-Verweigerer und Impfgegner ohne vernünftige Begründung verunglimpft und beleidigt („Dummheit und Arroganz“ trägt keine Maske). Vielleicht weil es kaum stichhaltige Argumente für Lockdowns und Impfungen gibt? Die Veröffentlichung von Meinungen, die vom „Mainstream“ abweichen, wird sogar als Gefährdung der Demokratie gesehen. Dabei ist es doch genau umgekehrt! Eine Demokratie müsste diverse Meinungen und Strömungen gut aushalten. Stattdessen werden Gegner der Corona-Maßnahmen als rechts(extrem) diffamiert. Grundrechte werden uns genommen, die eigentlich unveräußerlich sind! Das ist tatsächlich das Einzige, das mir Angst macht: nicht das Virus (es ist eines von unzähligen!), sondern das von der Mehrheit der Bürger auch noch beklatschte Abgleiten in einen totalitären Staat!

Elisabeth Wallner

Rosenheim

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