Corona: Ein Thema, viele Meinungen

Ein Mitarbeiter eines Supermarktes verteilt Schutzmasken. Das Tragen von Mundschutz ist in Österreich bereits seit dem 6. April in Supermärkten ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern verpflichtend. Unsere Leser beschäftigt das Thema ebenfalls seit Wochen. dpa
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Ein Mitarbeiter eines Supermarktes verteilt Schutzmasken. Das Tragen von Mundschutz ist in Österreich bereits seit dem 6. April in Supermärkten ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern verpflichtend. Unsere Leser beschäftigt das Thema ebenfalls seit Wochen. dpa

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie (überregionaler Teil):

Grippe ist im Volksmund eine Erkältungskrankheit. Das heißt, dass es dem Menschen zu kalt geworden ist. Allerdings wird damit im Allgemeinen nur die physische Wärme angesprochen. Von der Herzenswärme spricht niemand. Gerade jetzt, in dieser Krise, werden Menschen, denen ohnehin nur noch wenig Liebe in Pflegeheimen zuteilwird, weiter abgeschottet, damit sie von niemandem angesteckt werden können. Anscheinend kennt niemand die Symbolik der Organe. Herz und Lunge symbolisieren Liebe, so heißt es zum Beispiel „der hat ein gebrochenes Herz“, oder „da bleibt einem die Luft weg“. Ist schon einmal untersucht worden, wie viel Liebe den Tausenden von Menschen, die aufgrund der Viruserkrankung starben, zuteilwurde? Nur altersmäßig oder nach Vorerkrankungen zu unterscheiden, ist zu wenig. Man könnte auch noch mitaufnehmen, ob der Mensch allein gelassen wurde, durch Verlust eines Lieben oder Abschiebung in die Pflege. Ich glaube, das würde ein deutlicheres Bild der Risikopatienten zeichnen. Zurzeit werden in erster Linie die physischen Erkran-kungen erfasst, aber vielleicht haben diese Menschen psychisch gefroren. Wenn sie dann dazu noch in einer Isolierstation, ohne Kontakt zu Angehörigen, keine Herzenswärme mehr bekommen, ist es gut möglich, dass sie „erfrieren“. Fehlt nur noch, dass zur Betreuung und Pflege Roboter eingesetzt werden. Ich denke, für diese Menschen ist der einzige Ausweg, diese Welt zu verlassen. In der heutigen Ellenbogengesellschaft, in der fast nur noch das Recht des Stärkeren zählt und Fürsorge schon beinahe ein Fremdwort ge-worden ist, wird nun dafür geworben, als Begrüßung den anderen mit dem Ellenbogen zu berühren.

Sebastian Hamberger

Söllhuben

Ich erlaube mir einen nicht so ganz ernsthaften Beitrag zum Thema Corona zu bringen. Von unserer oberbayerischen Kabarettistin Monika Gruber konnten wir kürzlich in einem Sketch erfahren, dass im Reich der Mitte alles verzehrt wird, was vier Beine hat – außer Möbel. Nun, blicken wir etwas mehr als 200 Jahre zurück: In München regierte Kurfürst Karl Theodor, der 1795 mit 70 Jahren die 18-jährige Maria Leopoldine von Österreich-Este geheiratet hatte. Aus Frust über die ihr aufgezwungene Ehe, so wird berichtet, rächte diese sich mit kulinari-schen Schockaktionen am ungeliebten Münchner Hofe. Zu ihrer eigenen Erheiterung ließ sie Katzen, Mäuse, Fledermäuse und Ratten als Braten auf die Tafel setzen, und die Bombe dann während der Mahlzeit platzen. Das war natürlich ein gewaltiger Schock für die Gäste – der Mainzer Domherr Philipp Karl von Hoheneck „bekam über eine Fledermaus ein so heftiges Erbrechen, dass man für sein Leben besorgt war“. Das zeigt uns, dass diese Tiere, und vor allem Fledermäuse, auch damals schon den Speiseplan in deutschen Landen nicht unbedingt bereicherten.

Dr. Richard Kirchlechner

Rott

Den Wert einer Schutzmaske kann man eindeutig der Berichterstattung über Spanien und Südkorea entnehmen. Beide Länder haben etwa 50 Millionen Einwohner. Südkorea hat schon immer Schutzmasken verwendet, Spanien nicht. So hat Südkorea nur 9800 Infektionen und Spanien zehnmal so viel, nämlich 94  500 Infektionen. Einigermaßen geschickte Hausfrauen und -männer sollten sich ein paar Notmasken machen und eine immer im Auto belassen.

Martin Mayer

Ramerberg

Nachdem in den vergangenen Wochen im Zuge der Covid-19-Pandemie weltweit immer mehr Tote zu beklagen sind, hat sich mir die Frage aufgedrängt, ob sich dieser Virus nicht auch auf dem Wege einer Luft-Tröpfchenübertragung ausbreiten kann. Bestärkt durch diese Annahme hat mich ein Bericht der „Neuen Züricher Zeitung“. So trafen sich am 10. März Chormitglieder des Skagit Valley Chorales in der Mount Vernon Presbyterian Church im US Staat Washington zur gemeinsamen Gesangsprobe. Man wusste bereits von den Vorzeichen einer angehenden Epidemie in den Nachbarstaaten und beriet sich, ob diese Gesangsprobe abgehalten werden sollte oder nicht. Man entschied sich dafür, dass man mit besonderen Vorsichtsmaßnahmen diese Gesangsprobe durchführen werde. An der Kirchentür wurde dafür ausreichend Händedesinfektionsmittel bereitgestellt. Alle Sängerinnen und Sänger verzichteten auf die üblichen Umarmungen und Küsschen zur Begrüßung. Die Stühle wurden in ausreichendem Abstand aufgestellt. An der Probe nahmen 60 Chormitglieder teil. Drei Wochen nach dieser Gesangsprobe entwickelte sich bei 45 Personen eine Lungenerkrankung Covid-19 oder positive Tests auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2. Ein Großteil der Chormitglieder zählte zu der Risikogruppe mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren. Drei Chormitglieder wurden in ein Hospital eingeliefert. Zwei Chormitglieder erlagen dem Virus. Bei keinem der Chormitglieder wurden zuvor Symptome einer Erkältung festgestellt oder hätten sich zuvor bemerkbar gemacht. So äußerten sich die Chormitglieder gegenüber der „Los Angeles Times“. Somit wäre das Tragen eines Mundschutzes auch beim täglichen Einkauf dringend zu empfehlen.

Adelbert Schömer

Rosenheim

Ein Bürgermeister posiert mit FFP2-Maske (Anmerkung der Redaktion: Partikelfiltrierende Maske der Klasse zwei von drei) auf der Titelseite? Diese Masken sind aktuell Mangelware und sollten ausschließlich medizinischem Personal, welches Corona-Patienten zu betreuen hat, vorbehalten sein. In der heutigen Zeit kann man Besprechungen wirklich auch digital abhalten oder einen selbst genähten Mundschutz tragen. Das, was hier gezeigt wird, ist eine unverantwortliche Ressourcenverschwendung! Aber neben diesem Verhalten an sich regt mich die Tatsache, dass daraus eine Titelstory gemacht wurde, fast genauso auf. Soll das ein gutes Beispiel sein? Sollen andere angeregt werden, sich genauso unverantwortlich zu benehmen? Da hätten sie lieber die Aktion „#nähmit“ nehmen sollen. Die ergibt wenigstens Sinn.

Dr. Barbara Schwencker

Rosenheim

Schutzmasken tragen als Pflicht: Mit dieser Verordnung würde die Regierung dem Verbrechen Tür und Tor öffnen. Es wären alle Personen auf den Straßen nicht mehr erkennbar. Ein leichtes für Einbrecher, Räuber oder sonstige Übeltäter, bei ihren Untaten nicht erkannt zu werden.

Kurt Gstrein

Götzis

„Alles Lüge, alles Quatsch“, sagt Ex-SPD-Gesundheitsexperte Wolfgang Wodarg. „Es wird alles übertrieben und wir lassen uns anstecken von der Hysterie, die die Medien verbreiten“. Das hört man leider von vielen Seiten in der Bevölkerung. Was ist aber mit denen, die wirklich betroffen sind und unter den Folgen zu leiden haben? Die Zahl der Coronavirus-Infizierten steigt weltweit stetig an. Das ist schon besorgniserregend und lässt sich nicht leugnen. Ich denke aber auch an die vielen hilfsbedürftigen und einsamen Menschen. Gerade jetzt leiden noch mehr unter Vereinsamung, da Besuche zum Beispiel in Kliniken und/oder Altenheimen nicht erlaubt sind. Natürlich nicht zu vergessen sind die zahlreichen Hilfeleistenden, die sich um Patienten und deren Versorgung kümmern und die Menschen, die schuften, damit wir unseren Lebensstandard halten können (Supermärkte, Apotheken). Ihnen allen ein herzliches „Vergelt‘s Gott“. Es ist nicht aussichtslos! So wollen wir doch hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und daran glauben, dass sich doch, bezüglich des sozialen Engagements, bei einigen die Gesinnung zum Positiven wendet. Das zeigt sich ja bereits an der Bereitschaft vieler Menschen, sich nicht nur finanziell, sondern sich auch tatkräftig für andere einzusetzen, sofern das möglich ist. Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

Heinz Höfer

Großkarolinenfeld

Aus gesundheitspolitischer Sicht ist die Ausgangsbeschränkung mit Sicherheit eine angemessene Entscheidung. Doch was macht das eigentlich mit uns als Gesellschaft, wenn wir bereits beim geringsten Schnupfen des Nachbarn Corona-Alarm schlagen, oder in Familie und Arbeitsstätte auf Abstand gehen? Die Corona-Krise ist zwar durchweg eine des sozialen Zusammenhalts, doch scheint es zumindest so, dass unsere Gesellschaft dies stemmt. Aber ist es an mancher Stelle vielleicht doch mehr Schein als Sein? Mitbürger, Nachbarn und Kollegen werden nun genauer beobachtet: Es wird lauter nachgedacht, wo sich der ein oder andere denn in den letzten Wochen im Urlaub befand oder welche möglichen Symptome er gerade zeigen könnte. Eine instinktive Vorsichtsmaßnahme, die zwar helfen kann, Erkrankte ohne „schlimmere“ Symptome zu isolieren, jedoch genauso ausgrenzen kann. So oder ähnlich gerät schnell eines unserer wichtigsten Grundrechte unter die Räder: die Unversehrtheit der Person, Artikel 2 Grundgesetz. Zu gerade dieser Unversehrtheit gehört nach dem in der Rechtswissenschaft vorherrschenden Begriff des normativ-faktischen Ehrbegriffes der Person. In unserer wehrhaften Demokratie werden diese Rechtsgüter unter anderem auch im Strafgesetzbuch geschützt. Neben der Solidarität braucht es eben noch eine andere Komponente: Das Recht als Person sozial geachtet zu werden, auch wenn man nun speziell an Sars-CoV-2 erkrankt ist.

Florian Daxenberger

Siegsdorf

I had a dream – dass unsere Politiker aus Bund, Ländern und Europa-Parlament auf einen Teil ihrer sich automatisch erhöhenden Diäten verzichten und das Salär aus diversen Nebeneinkünften an Corona-Notfallfonds spenden. Einfach als Geste der Solidarität mit all denen, die in Kurzarbeit müssen, die unter Umständen ihre Jobs verlieren und den Selbstständigen, die um ihre Existenz fürchten. Wird wohl leider ein Traum bleiben. Gleichzeitig wäre nun die einmalige Chance, endlich die schon so lange angekündigte und mehr als überfällige Verkleinerung des Bundestages zu vollziehen. Ebenso wäre eine Änderung der Regierungszeit auf maximal zwei Amtsperioden anzudenken, damit immer wieder frischer Wind und neue Ideen in den Bundestag einziehen können. Mein herzliches Dankeschön gilt allen, die in dieser Zeit für uns da sind: Ärzte, Pflegepersonal, Polizei, Feuerwehr und den Mitarbeitern im Handel. Uns allen wünsche ich: Bleiben sie gesund.

Herbert Weiß

Großkarolinenfeld

Mit seiner Aussage („Corona ist keine Strafe Gottes“) hat der Herr Kardinal Marx wohl die Rechnung ohne unseren Herrgott gemacht. Corona ist leider – ohne Wenn und Aber – eine Strafe Gottes, so wie auch die Stürme, die wir schon hatten, definitiv der Zorn Gottes sind! Gott möchte uns ganz einfach einmal in die Schranken weisen und aufmerksam machen. In vergangenen Leserbriefen war öfters zu lesen: „Wir werden noch sehr, sehr viel leiden müssen.“ Wen wundert es noch: Bei der heutigen modernen Gesellschaft existiert Gott schon lange nicht mehr, die Kirchen werden immer leerer und noch dazu die profanen Mahlfeiern, wo der Mensch, aber nicht unser Herrgott im Mittelpunkt steht. Die Kirchenführung tut das Übrige dazu: Abschaffung der Zehn Gebote Gottes, Fegefeuer und Hölle gibt es nicht mehr. Und der moderne Mensch will auch nichts mehr von einer Sünde wissen. Und da wundern wir uns heute, wenn uns Gott mit Unglücken und Epidemien bestraft. Der Gipfel war Pfarrer Schießler mit seiner „Schunkelmesse“. Das grenzt schon an Gotteslästerung. Auch in anderen Kirchengemeinden kramschen bei ihren Mahlfeiern die selbst ernannten Laien im Tabernakel herum, als wäre es ein Kramerladen. So was schreit echt zum Himmel, wie mit unserem Herrgott umgegangen wird! Das Coronavirus weist uns in die Schranken, zum Väterglauben zurückzukehren, wo unser Herrgott im Mittelpunkt steht!

Jakob Grandl

Riederingg

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