Corona-Strategiestößt auf Unverständnis

Die Gastronomie leidet schwer unter den Corona-Beschränkungen.
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Die Gastronomie leidet schwer unter den Corona-Beschränkungen.

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie (Politik-, Regional-, Lokalteil):

Die Lockdown-Saison Winter 2020/21 begann Anfang November 2020 mit dem „Lockdown Light“. Er sollte als „Wellenbrecher“ den „exponentiellen“ Anstieg der Zahl der Corona-Infektionen abfangen. Danach folgten mehrere Verlängerungen und Verschärfungen der Maßnahmen, zuletzt bis zum 15. Februar. Die Begründungen lauteten: zu viele Infektionen, Intensiv-Stationen an der Grenze der Belastbarkeit, zu viele Tote, aktuell die Gefahr durch die Mutanten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien. Manchem Politiker kommen die Mutanten gerade recht, weil man so die Angst der Bevölkerung hoch halten kann. Knapp 95 Prozent der Toten sind älter als 65 Jahre. Die Mehrzahl der Toten kommt aus Alten- und Pflegeheimen. In der letzten Woche waren dies im Kreis Rosenheim sechs von acht Toten. Hier zeigt sich das ganze Versagen des Staates, der trotz aller Beteuerungen und schönen Reden die notwendigen Maßnahmen unterlassen oder zu spät organisiert hat.

Dass es möglich ist, das Coronavirus aus den Pflegeeinrichtungen weitestgehend herauszuhalten, hat die Stadt Tübingen bewiesen. Schuld an den vielen Intensivpatienten und Toten sind nicht die „Ignoranten“, die sich nicht an die Regeln halten, sondern Versäumnisse des Staates.

Bei der letzten Runde der Beratungen des Kanzleramts waren nur Experten zugezogen, die die Lockdown-Strategie der Regierung stützen. Die Expertise eines Professor Stöhr, der den Index 50 in der Erkältungszeit für unrealistisch und „ZeroCovid“ für „zero realistisch“ hält, war unerwünscht. Beschämend war es, das in der anschließenden Pressekonferenz auch kein Journalist zu den vielen Corona-Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen nachfragte. Bei der Bundestagswahl 2021 sollten die Politiker an ihren starken Worten und versäumten Taten gemessen werden.

Dr. Reinhold Dölling

Feldkirchen-Westerham

Dieses Virus gibt es leider und es wird ihn – in einer anderen Form – mit grippeähnlichen Symtomen immer wieder mal geben. Aber: Können wir bei jeder neuen Virusart über ein Jahr derartige Maßnahmen bis zum Lockdown ergreifen und das auch wirtschaftlich verkraften? Wäre nicht ein konsequenter harter kurzer Lockdown von drei bis vier Wochen – wie es die Chinesen vorgemacht haben – sinnvoller als unser „Lockdown light“?

Die große Impfaktion kann bestimmt eine Lösung sein, aber viele Menschen sind wegen eventueller Nebenwirkungen noch verunsichert!

Viele große Geschäfte und Discounter, in denen sich in kurzer Zeit Hunderte Menschen tummeln, dürfen das volle Sortiment verkaufen, aber die kleinen Fachgeschäfte und Boutique müssen geschlossen bleiben. Der seit Jahren angeschlagene große Karstadt-Konzern bekommt nun über 460 Millionen Euro Staatshilfen, aber unsere wichtigen kleinen Läden vor Ort müssen mit den Ofenrohr ins Gebirge schauen. Schade! Auch der gesunde Privat- und Freizeitsport ist verboten und wird sogar mit hoher Geldbuße bestraft, aber Mannschaftsspiele im Profisport, bei denen die Spieler wie Trauben zusammen hängen und dazu viel Geld bekommen, sind erlaubt: ja pfundig!

Peter Moosmüller

Bad Endorf

Welch unprofessionelles Wirrwarr auf fast allen politischen Ebenen. Nachdem Deutschland, dank Einsicht und Kooperation der allermeisten Bürger, im Frühjahr 2020 einigermaßen gut durch die Corona-Situation kam, ist das aktuelle Krisenmanagement der Damen von der Leyen, Merkel und Jens Spahn nicht mehr tolerabel. Jetzt wird offenkundig, dass das Kanzleramt unter Beihilfe von Dobrindt, Scheuer und Dorothee Bär seit 15 Jahren die geforderte Digitalisierung nicht nur verschlafen, sondern eigentlich sabotiert hat.

Nach ihrem eklatanten Versagen in der Finanzkrise, der Flüchtlingskrise und vor allem der Energiewende scheint Angela Merkel mit der Pandemie mehr als überfordert zu sein. Ihre peinlich unbeholfenen TV-Appelle verursachen bei den Menschen mehr Verunsicherung als Hoffnung. Die von Merkel durch die Hintertür auf ihren EU-Posten beförderte Ursula von der Leyen ist in ihrem Größenwahn dabei, nach der Bundeswehr auch die EU-Kommission gegen die Wand zu fahren.

Die effiziente Bewältigung der nationalen Impfstrategie sollte nicht in den Händen von Spahn verbleiben, sondern durch Berufung eines Impf-Koordinators gelöst werden. Sofern der Föderalismus einer effektiven Bekämpfung der Pandemie im Wege steht, gäbe es gemäß Artikel 91 GG die Möglichkeit, auf Bundesebene den Notstand auszurufen. Wenn Corona kein Notstand ist, was bitte dann?! Merkel sollte endlich aufwachen, umgehend zurücktreten und das Amt frei machen für einen, der hinlänglich seine Kompetenz und Führungsstärke bewiesen hat – Markus Söder.

Jakob Gerhard

Rohrdorf

Hören Herr Söder und auch andere Vertreter der Politik nicht, dass es reicht mit Lockdown? Viele kleine Geschäfte; Friseure, Gastronomen oder Wäschereien stehen vor dem Aus! Manche Familienbetriebe gehen zugrunde und niemanden interessiert dies. Und es geht nicht um versprochene Hilfen. Die Menschen wollen wieder arbeiten und keine Almosen, zumal die Hilfen wohl auch schleppend ankommen, wie eine Friseurin aus dem Landkreis Rosenheim in ihrem Hilferuf mitteilte. Damit alles gerechtfertigt wird, zieht man nun ein mutiertes Virus heran! Ich habe in meiner kleinen Praxis für Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz Menschen, welche nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll. Die vor dem Abgrund stehen. Ich musste mich doch sehr wundern, dass bis nach Weihnachten der Onlinehandel gestärkt wurde und erst nach Weihnachten, nachdem alle im Internet ihre Weihnachtseinkäufe getätigt hatten, den örtlichen Geschäften Click und Collect ermöglicht wurde.

Außerdem ist es an der Zeit, die Kinder wieder in die Schule gehen zu lassen. Nicht zwingend die höheren Klassen, diese Kinder sind sicher in der Lage auch für sich zu lernen. Nein, die kleinen Kinder, welche zum Beispiel erst eingeschult wurden. Diese Kinder brauchen den geregelten Unterricht in den Klassen, die sozialen Kontakte zu ihren Mitschülern und das Miteinander. Denn auch Eltern mit Kindern kommen zu mir in die Praxis, weil die Kinder unter Ängsten leiden und ihnen ihre Freunde und Familienmitglieder fehlen, die sie nicht sehen dürfen.

Den Menschen sollte wieder die Möglichkeit gegeben werden, eigenverantwortlich mit der Situation umzugehen. Gebt den Menschen ihre Handlungsfähigkeit zurück, gebt den kleinen Geschäften wieder eine Perspektive!

Petra Salfer

Mühldorf

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