Corona-Risiko in Schule und Kita auch durch Technik verringern

Zum Bericht „Testen gegen den blinden Fleck“ (Lokalteil):

Meine Enkelin darf jetzt wieder in ihre geliebte Kita. Ich selbst habe dabei ein etwas unsicheres Gefühl. Im Artikel wird der Direktor der Kinderklinik im Haunerschen Kinderspital zitiert: „Wir vermuten, dass Kinder nicht die Hotspots der Verbreitung sind, aber wir wissen es nicht.“ In dieser Lage erscheint es mir sinnvoll, das Infektionsrisiko in Schulen und Kitas auch durch technische Maßnahmen zu verringern. Laut einer britischen Studie besteht die größte Ansteckungsgefahr in schlecht belüfteten Räumen. Wenn keine Lüftungsanlage vorhanden ist, die auch bei niedrigeren Temperaturen viel Frischluft zuführen kann, wird die Sache schwieriger und teurer.

Die Klima- und Lüftungstechnik bietet verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise (Gegenstrom-)Wärmetauscher, die den Wärmeinhalt der Abluft zum großen Teil an die zugeführte Frischluft abgeben können, ohne dass eine Durchmischung stattfindet. Auch gibt es Verfahren und Geräte, die auf der keimtötenden Wirkung der UV-C-Strahlung beruhen. Diese physikalische Desinfektion findet in (optisch geschlossenen) Kammern oder Kanälen ohne Einsatz von chemischen Zusatzstoffen statt. Ebenso laufen zurzeit Entwicklungen und Studien mit dem Ziel, die Raumluft mit Ionisatoren oder durch Wärme zu entkeimen.

Es stellt sich die Frage, ob es heute von staatlicher Seite Programme oder wenigstens sachliche Empfehlungen gibt, die Schulen, Kitas und deren Träger darin unterstützen, das Infektionsrisiko durch eine geeignete Belüftungstechnik zu verringern. Auf jeden Fall könnten Schulbehörden, Lehrer und Eltern klären, ob an ihren Kitas und Schulen die vorhandene Technik verbessert werden kann. Viel frische und gesunde Luft in Kitas und Klassenzimmern – das hilft allen, unseren Kindern und ihren Erziehern.

Ernst Hörmann

Mettenheim

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