Mit Corona im Reisegepäck

Szenen wie diese sorgen bei unseren Lesern für Unverständnis: Hunderte Urlauber – auch aus Deutschland – sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren.
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Szenen wie diese sorgen bei unseren Lesern für Unverständnis: Hunderte Urlauber – auch aus Deutschland – sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren.

Zur Berichterstattung über die Corona-Krise und deren Folgen (Politik/Bayern/Weltspiegel):

Irgendwo habe ich mal gelesen, der Mensch sei ein „vernunftbegabtes Wesen“. Andererseits wird berichtet, dass der Mensch das einzige Lebewesen auf Erden sei, das auch von den Erfahrungen anderer lernen könne. Nach den Berichten von den Ereignissen auf Mallorca und einigen ausgeuferten Feiern unter anderem auch in Deutschland sowie das Verhalten von sogenannten „Nationenführern“ wie Donald Trump und Jair Bolsonaro fällt es einem sehr schwer, an diese Thesen zu glauben.

Deren Verhalten kann man meines Erachtens nur als fahrlässige, vorsätzliche massenhafte Körperverletzung und Tötung bezeichnen. Es zeugt von gering genutzter Intelligenz und Rücksichtslosigkeit gegen Mitmenschen und äußerst schlechter Kinderstube. Aber wehe sie sind selbst betroffen, dann rufen sie sofort nach schnellster Hilfe und Zuwendung der vorher verachteten und ignorierten Mitbürger. Dies aggressiv-egoistische Verhalten ist zutiefst menschenverachtend, und nicht tolerierbar.

Gerhard Schulz

Bad Aibling

Da „ischgeln“ sich die Menschen durch den Ballermann-Urlaub und kommen dann eventuell mit Corona „im Gepäck“ zurück, als wäre nichts gewesen. Es folgen höhere Infektionszahlen und wir alle müssen uns wieder Einschränkungen gefallen lassen, die ohne ein solches Verhalten nicht notwendig gewesen wären. Vielen Dank dafür! Und einen schönen Gruß an die Pflegekräfte, die diese Leute anschließend auch noch versorgen müssen.

Franz Kaiser

München

Wenn die Maske wirkt, wieso dann Abstand? Wenn der Abstand wirkt, wieso dann Maske? Wenn beides wirkt, wieso dann Lockdown der Volkswirtschaft und der Reisefreiheit?

Manfred Jung

Neubeuern

Schweden hat die Corona-Pandemie eben nicht gut gemanagt. Zum Vergleich: Schweden zählt 56,2 Corona-Tote auf 10 000 Einwohner, Deutschland nur 11,3. Das sind fünfmal mehr. Da wohne ich doch lieber in Deutschland mit ein paar Einschränkungen, Lockdown, Mundschutz oder Abstandsregeln und ich lebe noch.

Dieter Roth

Prien

Ergänzen möchte ich zu dem Artikel „Corona-Reisefrust löst Beschwerdewelle aus“ den dringenden Appell, dass Reisende, Gäste und Kunden als Akt der Solidarität Gutscheine annehmen sollten, wenn die Leistungen vom Anbieter coronabedingt nicht erbracht werden dürfen. Denn als Akt selbstverständlicher Solidarität müssen unzählige Mitarbeiter der Fluggesellschaften, der Reiseveranstalter, der Hotellerie und Gastronomie sowie der gesamten Freizeitindustrie zum gesundheitlichen Wohle aller Mitmenschen massive Einkommenseinbußen hinnehmen.

Selbstverständlich sollte dann aber auch sein, dass auf der anderen Seite jede Möglichkeit ergriffen wird, die Arbeitsplätze dieser Mitarbeiter zu retten. Zig Tausende der genannten Branchen sind dauerhaft in Kurzarbeit und wissen jetzt schon kaum, wie sie so längerfristig über die Runden kommen sollen. Dadurch, dass die Politik keine Gutscheinlösung unterstützt und die Unternehmen zwingt, das Geld für ausgefallene Leistungen aufgrund der Corona-Situation zurückzuerstatten, sorgt sie dafür, dass die Unternehmen der Insolvenz immer näherrücken und somit deren Mitarbeiter der Arbeitslosigkeit. Die meisten Mitarbeiter dieser Branchen und Unternehmen haben seit Wochen schlaflose Nächte angesichts dieser Perspektive, während andere nicht einmal einen Gutschein akzeptieren müssen. Ist das fair? Andere EU-Länder, unter anderem Frankreich, Italien, Griechenland, Bulgarien, Belgien und die Niederlande haben die Gutscheinlösung beschlossen und Rückerstattungen via Notstandsgesetz ausgesetzt entgegen der EU-Pauschalreiserichtlinie. Und das wäre auch richtig in Deutschland und allen anderen EU-Staaten. Besondere Situationen bedürfen einfach besonderer Maßnahmen.

Bianca Spiegel

Haag

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