Corona-Maßnahmen sorgen für Kritik, Unverständnis und Zweifel

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie (Politik-, Bayern-, Regional-, Lokalteil):

Keine Frage: Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Klinikbetriebes sind unumgänglich. Aber ich finde es zunehmend unerträglich, dass Politiker wie Herr Söder oder Herr Lauterbach die Menschen als uneinsichtige und unfolgsame Bürger hinstellen. Fast alle Menschen nehmen Covid-19 ernst und verhalten sich verantwortungsvoll. Viele Menschen machen sich Gedanken über zunehmend autoritäre Maßnahmen; sie machen sich Sorgen über die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der harten und teilweise realitätsfernen Beschränkungen.

Es liegt in der Verantwortung der Politiker und der Medien, die Gesellschaft nicht zu spalten. Ich erwarte, dass die Politik die Menschen mitnimmt und ihnen zuhört; ich erwarte, dass die existenziellen Sorgen und psychischen Probleme ernst genommen werden. Ich wünsche mir eine wertschätzende und verständnisvolle Kommunikation und nachvollziehbare und verhältnismäßige Entscheidungen.

Ich fordere aber auch von der Politik, dass sie jetzt ein Zeichen setzt und die verfehlte Gesundheits- und Schulpolitik der vergangenen Jahre umkehrt. Momentan wird der Eindruck vermittelt, dass der Staat Geld ohne Ende hat. Kliniken und Seniorenheime dürfen in Zukunft keine Unternehmen mehr sein, die Profit erwirtschaften müssen. In den vergangenen Jahrzehnten hatten die Betriebswirtschaftler und Unternehmensberater das Sagen. Sie haben das Gesundheitswesen auf dem Rücken der Mitarbeiter und der Bevölkerung vor allem personell ausgehöhlt und destabilisiert. Hier erwarte ich eine Kehrtwende der Verantwortlichen!

Elisabeth Gröger

Prien

Vorweg möchte ich betonen, dass ich weder AfD-Wähler noch Querdenker bin, sondern die Bedrohung durch das Coronavirus und dessen Mutationen durchaus ernst nehme und die eingeleiteten Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Pandemie auch größtenteils verstehe, in Ordnung finde und mich auch daran halte. Aber es gibt einige Punkte, die ich einfach nicht nachvollziehen kann.

Warum fließen Todesfälle (wie zum Beispiel im Online-Statusbericht Landshut) in eine Corona-Statistik mit ein, obwohl die Ursachen dafür ganz woanders liegen? Will man damit die Bevölkerung bewusst verunsichern und sucht nach einer Rechtfertigung für eingeleitete Maßnahmen?

Am 19. Januar saß die Kanzlerin mit ihren Länderchefs zusammen, um über eine Verlängerung des Lockdowns zu beraten. Sicherlich sind angemessene Maßnahmen zu einer Bekämpfung dieser Pandemie erforderlich, aber sie dürfen nicht einseitig auf den Schultern der Bevölkerung abgeladen werden, da müssen alle mitziehen, auch unsere Politiker. Solche Maßnahmen am grünen Tisch zu beschließen, ist nicht schwer, wenn andere sie umsetzen müssen.

Vor Wochen wurde die Zulassung eines Impfstoffs noch euphorisch als Durchbruch in der Pandemiebekämpfung gefeiert und alle waren sich einig, man müsse jetzt so schnell wie möglich den Impfprozess zum Laufen bringen, was zu einer gesamtheitlichen Bekämpfung der Pandemie auch zwingend notwendig wäre. Aber über Maßnahmen, wie man aus dem derzeitigen Impfchaos herauskommen könnte, wurde bei der Ministerrunde nicht gesprochen. Das aber wäre aus meiner Sicht das Wichtigste gewesen und hätte mit Sicherheit mehr Wirkung gezeigt und mehr Akzeptanz in der Bevölkerung gebracht. Aber anscheinend ist es einfacher, den Lockdown immer wieder zu verlängern, als einen Impfprozess zum Laufen zu bringen.

Lorenz Richterstetter

Maitenbeth

Die Leserbriefseiten erschrecken mich insoweit, dass auf diesen Seiten fast ausschließlich Corona-Leugner zu Wort kommen. Ich befürchte, auch Leserbriefseiten können Unheil anrichten.

Gisela Munker

Rimsting

Immer wird vom gescheiterten Sonderweg Schwedens in der Pandemie gesprochen. Aber dort gab es keine landesweiten Ausgangssperren und Kontaktverbote, die Grundschulen und Kitas blieben geöffnet ebenso Restaurants, Cafés und die meisten Geschäfte. Bis zum Sommer schnitt Schweden im Vergleich zu Deutschland (11 zu 49 Tote pro 100 000 Einwohnern) auch besser ab. Doch dann verschärfte sich das Infektionsgeschehen.

Stand 23. Januar: Deutschland 62 Tote/100 000 EW; Bayern 73 Tote/100 000 EW; Frankreich 112 Tote/100 000 EW; Spanien 114 Tote/ 100 000 EW; Großbritannien 127 Tote/100 000 EW; Belgien 175 Tote/100 000 EW und Schweden 102 Tote/100 000 EW – bei geöffneten Schulen, Kitas, Restaurants und so weiter.

Meine Frage an unsere Politiker? Ist diese Strategie noch der richtige Weg? Oder hätte man die Menschen in den Altenheimen (circa 80 Prozent der Todesfälle) einfach besser schützen müssen? Antigenschnelltests standen ab April zur Verfügung.

Inge Kelldorfner

Jettenbach

Schlimm genug, dass kritisches Hinterfragen in unserem freien Land nicht mehr gehört wird. Jetzt soll die gesamte Bevölkerung durch ein Schweige-Gebot in Bus und Bahn endgültig mundtot gemacht werden. Was ist mit unseren Grundrechten? Mit unserer Würde? Warum steht da niemand auf?

Die einseitige und immer nur mit der Angst arbeitende Berichterstattung hat nichts mit Schutz des Menschen zu tun, sondern mit Macht. Von einer guten Regierung erwarte ich umfangreiche und fachübergreifende Expertengremien (nicht nur Labormedizin und nicht nur eine Handvoll Virologen und Statistiker). Wir brauchen Experten wie Prof. Klaus Stöhr – Leute mit einer gewissen Portion Hausverstand.

Christine Detsch

Schleching

Nehmen wir doch mal das Positive. Die Corona-Krise deckt allerlei hartnäckige Irrtümer auf. Dachten wir immer, frische Luft sei wichtig, so wissen wir jetzt, dass auch die Umluft in einer FFP2-Maske reicht. Wer schon Viren auf der Rachenschleimhaut hat, soll genauso die Maske aufsetzen und fleißig rückatmen, denn Niesen und Abhusten sind Relikte der Evolution und keineswegs geeignet, die Virenlast zu verringern.

Waren wir der Meinung, das Immunsystem müsse trainiert werden durch Konfrontation mit Erregern, so ist uns heute klar: Hauptsache, es kommen erst gar keine Erreger auf die Schleimhaut. Und falls doch, hilft die Impfung unserem Immunsystem (oder was davon übrig ist) monatelang auf die Sprünge.

Hielten wir die individuelle Freiheit im Westen bisher für eine Errungenschaft, so müssen wir heute einsehen, dass die kollektive Fügsamkeit im Fernen Osten erst wahre Freiheit ermöglicht, nämlich die Virenfreiheit. Schöne neue Welt mit fortdauernder Maskenpflicht, social distancing und umfassender Überwachung der Bevölkerung. Und wir im Westen reden immer noch von Datenschutz.

Aber jetzt, Ironie aus: Die Zahlen sinken, ob wegen oder trotz Lockdowns, Antikörpermedikamente sind am Start und in Indien bekämpfen sie Corona billig und erfolgreich mit Homöopathie.

Hans Stahuber

Bad Aibling

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