Corona macht auch vor dem Fußball-Business keinen Halt

Hertha-Stürmer Salomon Kalou hat mit einem Video die Bundesliga in Erklärungsnot gebracht. Sein Verein hat den Spieler, der sich für sein Verhalten mittlerweile auch entschuldigt hat, vorläufig suspendiert. dpa
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Hertha-Stürmer Salomon Kalou hat mit einem Video die Bundesliga in Erklärungsnot gebracht. Sein Verein hat den Spieler, der sich für sein Verhalten mittlerweile auch entschuldigt hat, vorläufig suspendiert. dpa

Zur Berichterstattung über die Bundesligaspieler Salomon Kalou und Birger Verstraete (Sportteil):

Zugegeben, eine gewisse Affinität zum Fußball habe ich schon. Aber warum die Bundesliga jetzt mit fetten Privilegien gepampert wird, entzieht sich meiner Logik. Die Spieler werden serienweise auf den Virus getestet, in einer Zeit, wo der normale Bürger immer noch kaum an einen Corona-Test drankommt. Warum verzichten die Jungmillionäre in Krisenzeiten nicht mal auf 90 Prozent ihres fetten Gehaltes, damit die Finanzmaschinerie Fußball bis hin zu den unteren Ligen wieder aus eigener Kraft in Schwung kommt? Da verdient demnächst ein Torwart angeblich 20 Millionen Euro im Jahr. Das wären mehr als 1,6 Millionen im Monat. Stellen wir das mal in die Relation zu den Gehältern des Klinik- und Pflegepersonals, das sich um ihn kümmern muss, wenn er sich den Virus eingefangen hat. Dann kommt da in etwa das fünftausendfache Monatsgehalt heraus. Ist das etwa noch annähernd normal? Nein, das ist pervers, wie ich finde. Eine Boom-Branche verkauft sich auf das Beste und in der Krise schreit sie nach Staatsgeld. Verstehe, wer will, ich nicht. Ein verstorbener Manager, Rudi Assauer, hat es mal im Jargon der Fußballer gesagt: „Wenn der Schnee schmilzt, sieht man, wo die Kacke liegt.“

Hermann Feich

Bernau

Bei der Aktion von Salomon Kalou (Hertha BSC) sehe ich nicht nur eine enorm dumme Angelegenheit. Es ist meiner Meinung nach nicht auszuschließen, dass Kalou dies als Sabotageakt getan hat. In diesem Falle hätten Hertha BSC und DFL die Pflicht, eine Prüfung der persönlichen Haftung für gegebenenfalls entstandene Schäden zu veranlassen. Das Verhalten von Verstraete in Köln wegen seiner Frau, die Risikopatientin ist, ist unerträglich. In einer Tageszeitung war ein aktuelles Bild zu sehen, auf dem Verstraete mit seiner Frau am Trainingszentrum zu sehen ist. Wenn er schon Bedenken hat, dann darf er seine Frau keinesfalls in die Nähe der eventuellen Gefahrenquelle bringen. Beide, Kalou und Verstraete, haben entweder zu viele Kopfbälle gemacht oder wollen einfach nicht mehr Fußball spielen. Für mich (Bayern-Fan, Jahrgang 1955) sind diese Dinge unfassbar und dürfen nicht, wie bei Verstraete, in Ihrer Zeitung noch als „bedacht“ und „vernünftig“ bezeichnet werden.

Hans Gartner

Reitmehring

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