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OVB-Leserforum

„Lasst zur Sicherung des Gesundheitswesens ungeimpfte Personen aus Risikogruppen sterben“

Während einer Sonderimpfaktion wird Marie König in einer Sporthalle von Arzt Sebastian Neumann geimpft.
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Während einer Sonderimpfaktion wird Marie König in einer Sporthalle von Arzt Sebastian Neumann geimpft.

Es läuft ein tiefer Riss durch die OVB-Leserschaft beim Thema Corona-Impfung. Die unterschiedlichsten Meinungen zu dem Thema spiegeln sich auch in den Leserbriefen, die uns diese Woche erreicht haben.

Ruth Herold (Ott): Wir stecken nun seit dem 31.12.2019 in einer weltweiten Pandemie. Das ganze Ausmaß der pandemischen Lage können wir kaum erfassen. Neu in dieser vierten Welle ist, dass wir inzwischen viele kennen, die an Corona erkranken. Es trifft viele Ungeimpfte, aber auch geimpfte Menschen.

Auch interessant: Eine Rechnung, die alle Ungeimpften kennen sollten

Sehr traurig bin ich über die absolut entzweiende Diskussion und den Streit, der sich immer weiter daraus entwickelt. Dieser gegenseitige Unmut verschärfte sich noch mit der einsetzenden Impfkampagne. Die einen lehnen alle Maßnahmen und die nicht ganz so freiwillige Impfung ab. Die anderen befürworten strenge Vorgaben und die dazugehörige Impfung. Daraus resultieren die gegenseitigen Anfeindungen zwischen Geimpften und Ungeimpften.

„Wir brauchen einen gemeinsamen Weg“

Wir leben heute in einer sehr Ich-bezogenen Welt. Erst komme ich mit meinen Ideen. Ich will mich selbst verwirklichen. Was interessiert mich, wie der andere denkt? So werden wir die Pandemie nicht besiegen, sondern wir brauchen jetzt einen gemeinsamen Weg.

Wie kann uns das gelingen? Ich verstehe die Angst der Ungeimpften, sich mit einem Impfstoff zu impfen, der nur so kurz erforscht wurde. Auch ich hatte zu Anfang diese Gedanken. Heute bin ich aber jedem dankbar, der früh bereit war, sich zu impfen. Inzwischen ist die Angst unbegründet, denn diese Impfung ist weltweit knapp acht Milliarden Mal getestet. Diese Pandemie fordert uns heraus, nämlich zuerst an unseren Nächsten zu denken. Wir impfen uns nicht hauptsächlich nur, um uns selbst zu schützen, viele der jetzt Geimpften schützen eigentlich den anderen. Es geht nicht darum, ob wir als Einzelner diese Krankheit überleben. Wir müssen alle gemeinsam dieses Virus besiegen. Vergessen wir die vielen Fehler, verzeihen wir dem Nächsten und lassen wir uns impfen.

„Hetze und Diskrimierung gegen uns Ungeimpfte“

Bernhard Entner (Bad Aibling): Was auch immer die Hintergründe für diese aufgeblähte Corona-Kampagne sein mögen, es wird immer perfider. Die Hetze und Diskriminierung gegen uns Ungeimpfte nimmt unerträgliche Ausmaße an. Mit Impfpflicht wird gedroht, Angst und Verunsicherung entstehen. Von allen Medien wird man tagtäglich mit neuen Hiobsbotschaften torpediert, um uns mürbe zu machen. Mit aller Macht setzt der Staat seine Propaganda fort, aber gerade dadurch entsteht auch Misstrauen, dass das, was hier alternativlos angepriesen wird, nicht zu unserem Besten sein wird. Völlig neuartige gentechnische Impfstoffe mit einer Notzulassung durch ein teleskopiertes Verfahren, Langzeiterfahrung und Studien dazu gibt es noch nicht. Nein, bei diesem medizinischen Langzeitexperiment machen wir nicht mit, wir handeln in Eigenverantwortung und vertrauen auf unsere eigenen Abwehrkräfte und Immunität.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Eine totale Sicherheit wird es sowieso nicht geben, wir müssen mit diesem Virus leben. Außerdem gibt es viele fachlich qualifizierte Impf-Kritiker, doch die werden zu Verschwörungstheoretikern oder Corona-Leugnern erklärt und kommen in den Mainstream-Medien nicht zu Wort. Und unser Bauchgefühl sagt uns, hier stimmt was nicht. Wir haben jahrzehntelang Krankenversicherung und Steuern bezahlt, und jetzt müssen wir uns plötzlich als „asozial“ beschimpfen lassen. Nach unserem Grundgesetz „ist die Würde des Menschen unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ und in Art.2 Absatz 2 steht: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ Dazu gehört auch, dass ich mich selbst entscheiden kann, was mit meinem Körper passiert, das ist von Regierung und Gesellschaft zu respektieren.

„Ohne Not in Lebensgefahr“

Anton Grimmeisen (Bernau): Seit Wochen beziehungsweise Monaten wird vor einer möglicherweise kommenden Triage gewarnt. Aus eigenem Erleben weiß ich, dass Triagen bereits seit Anfang der Corona-Pandemie durchgeführt wurden. Allerdings nicht im Krankenhaus, sondern schon im Pflegeheim. Dies war im Übrigen ein menschlicher Akt, da sich Angehörige noch verabschieden konnten, was im Krankenhaus nicht möglich gewesen wäre.

Nun aber zur aktuellen Situation: Wenn man sich nicht impfen lässt, obwohl man einer Risikogruppe angehört, dann bringt man sich selbst ohne Not in Lebensgefahr. Meines Erachtens nimmt man also seinen Tod in Kauf. Somit ist es doch nur logisch, dass im Falle einer Überbelegung zunächst die gerettet werden, die unverschuldet in Lebensgefahr geraten sind. Des Weiteren wird die Personalsituation immer prekärer. Etwa 25 Prozent der Krankenschwestern und Pfleger haben seit 2020 gekündigt. Wollen wir riskieren, dass weitere 25 Prozent ihren Job an den Nagel hängen? Wenn nein, muss sofort die Arbeitsbelastung reduziert werden. Das geht meines Erachtens nur, wenn man Patientengruppen unterscheidet. Ich fühle mich selbst fürchterlich unwohl mit folgendem Satz, aber: Lasst zur Sicherung des Gesundheitswesens gegebenenfalls ungeimpfte Personen aus Risikogruppen sterben. Wer sich jetzt empört, kann mir gerne sagen, welche Alternativen er zeitnah sieht.

„Die Bundeswehr kommt - aber der Pfarrer vertraut auf den lieben Gott“

Franz Aringer (Kerschdorf): Eine Geschichte erzählt Folgendes: Es regnet seit Tagen, die Hochwassergefahr steigt rapide, die Dämme drohen zu brechen. Die Gemeinde wird evakuiert, die Feuerwehr holt die bedrohten Menschen ab. Alle machen mit, aber der Pfarrer bleibt in seinem Haus und argumentiert, dass ihm als treuem Gottesdiener nichts geschehen werde. Der liebe Gott werde ihn schon beschützen.

Aber es regnet weiter, das Wasser steigt, die Dämme bersten, alles wird überflutet. Der Pfarrer ist in den ersten Stock gezogen, als die Wasserwacht mit dem Schlauchboot kommt, um ihn zu retten. Aber der Pfarrer bleibt hartnäckig und wiederholt seine Argumente. Das Wasser steigt weiter: Der Pfarrer sitzt jetzt auf dem Kaminkopf, ganz oben auf dem Dach. Da kommt die Bundeswehr mit dem Hubschrauber und will ihn vor den Fluten retten. Aber auch jetzt bleibt der Pfarrer stur und vertraut auf den lieben Gott.

Schließlich ersäuft der Pfarrer elendig. Er kommt in den Himmel, und an der Himmelspforte beschwert er sich lautstark über den lieben Gott, der ihn, den treuen Kirchendiener, nicht gerettet habe. Da lautet die Antwort Gottes: „Ich habe dir die Feuerwehr, die Wasserwacht und das Militär geschickt, einsteigen hättest du schon selber müssen!“

Überträgt man diese Geschichte auf die aktuelle Corona-Situation, dann lautet der Schluss: Der Impfverweigerer stirbt elendig, kommt in den Himmel und beschwert sich an der Himmelspforte, dass der liebe Gott ihm nicht geholfen habe. Da lautet die Antwort Gottes: „Ich habe dir BioNTech, Moderna und Johnson&Johnson geschickt, zur Impfung gehen musst du schon selber!“

„Unsinnige Meinungen mancher Mitbürger“

Dr. Matthias Wagner (Frasdorf): Zum Leserbrief von Volker Lasser möchte ich anmerken: In der Corona-Politik werden nicht Fakten mit Vermutungen vermischt, sondern es gibt sowohl Fakten, als auch Vermutungen, die exakt auch so benannt werden. Der Schlusssatz: „Wenn zwei Impfungen nicht halten, was versprochen wurde, dann wird nach dem Gesetz der Serie eine dritte Impfung auch nicht mehr bringen“ ist in mehrfacher Hinsicht unsinnig; er zeigt, dass der Autor darüber, wie eine Impfung funktioniert, offensichtlich nicht Bescheid weiß. Ein Gesetz der Serie gibt es nebenbei nur als flapsigen Kalauer, aber nicht als ernsthaftes Prinzip. Nach seiner Meinung wäre es zum Beispiel beim Fassanstich so, dass wenn zwei Schläge keinen Erfolg haben, nach dem Gesetz der Serie ein dritter Schlag (oder gar weitere) auch nichts bringt. Bei dem immer ernster werdenden Problem der Corona-Pandemie ist es allmählich nicht mehr verständlich, was für unsinnige Meinungen manche Mitbürger mit voller Überzeugung veröffentlichen.

„Warum gibt es keine mehrsprachigen Flugblätter?“

Michael Schuldes (Feldkirchen-Westerham): Sind wir wieder so weit, ein weiterer Lockdown – und zwar für alle – scheint kaum mehr abzuwenden. Und warum das Ganze? Weil nach fast zwei Jahren Pandemie die Politik immer noch nicht in der Lage ist, sinnvolle Entscheidungen rechtzeitig durchzusetzen. Lieber wartet die Politik ab und beschränkt sich – wie insbesondere Herr Söder – darauf, anderen Unfähigkeit vorzuwerfen und die „Apokalypse“ heraufzubeschwören. Schließlich „regiert“ Herr Söder ein Bundesland, welches mit die höchsten Inzidenzen aufweist und die größte Corona-Sterblichkeit. Aber mit dem Finger auf andere zu zeigen, die Schuld bei anderen zu suchen („Der Staat ist nicht schuld“), ist natürlich bequemer, als selbst sinnvolle Ideen zu entwickeln, rechtzeitig Entscheidungen zu treffen und diese auch konsequent durchzusetzen und zu kontrollieren.

Keiner wird bestreiten, dass Frankreich eine funktionierende Demokratie hat. Aber dort werden ein paar notwendige, sicher für den Einzelnen ungemütliche Entscheidungen getroffen (Impfpflicht für alle, die mit Kranken und Alten zu tun haben), und diese dann auch konsequent überprüft. Vielleicht hat die Politik hierzulande Angst, dass ihnen dann auch noch die verbliebenen Mitarbeiter im Gesundheitswesen davonlaufen. Denn an deren Situation hat sich trotz vollmundiger Versprechungen seitens der Politik nichts verändert.

Hinsichtlich der niedrigen Impfquote – auch da hinkt Bayern weit hinterher – ist außer müden Appellen nichts vorangetrieben worden. Ich vermisse Plakate in der Öffentlichkeit, mit Grafiken unterstützte ganzseitige Anzeigen in den Tageszeitungen und Illustrierten, Aufrufe in Funk- und Fernsehen. Tschechien hat sich hier wohl Anregungen aus der Tabakindustrie geholt und veröffentlicht Bilder von angeblich echten Corona-Toten, die nicht geimpft waren. Warum nicht?

Wir wissen, dass zum Beispiel Migranten und sozial schwache Haushalte Vorbehalte gegen das Impfen haben, tun aber nichts, durch zum Beispiel mehrsprachige Flugblätter. Warten wir ab, wie das mit dem Boostern funktioniert. Abgesehen davon, dass jeder Politiker etwas anderes erzählt, wer sich wann boostern lassen kann und darf und dass Impfwillige abgewiesen werden, was nicht unbedingt das Vertrauen stärkt, gibt es auch schon wieder Meldungen, dass der Impfstoff knapp wird. Unter den derzeitigen Umständen werden wir wohl noch lange mit dieser Pandemie leben müssen.

„Schaltet schnellstmöglich das Hirn an“

Werner Schruff (Rosenheim): Ich versteh nicht, dass sich Thomas Bössl im OVB beschwert, dass er seine dritte Impfung nicht bekam. Er verweist auf seine Risikogruppe, ärztliche Unterlagen und dass es für ihn praktischer sei, auf dem Weg zur Arbeit im Impfzentrum „vorbeizuschauen“, als zu seinem überlasteten Hausarzt nach Kolbermoor zu fahren und dort gegebenenfalls warten zu müssen. Wie er angab, war seine zweite Impfung am 13. Mai, während er am 2. November im Impfzentrum aufschlug. Das sind halt elf Tage zu früh.

Im OVB wird von Verwirrungen bei der dritten Impfung geschrieben. Auch hier unterschritt Alfons Schweiggert die von der Stiko gesetzte Mindestfrist zur Auffrischungsimpfung, als er im zuständigen Impfzentrum vorstellig wurde. Auch wurde die ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen (!), Ruth Pauling, zur Drittimpfung abgewiesen, mit gleicher „Problematik“. Ich unterstelle diesen drei Menschen, dass sie mündig und intelligent sind. Ob dann hier Egoismus und Bequemlichkeit bei der Terminierung zum Impfen im Spiel waren oder nur ein Unvermögen beim Ausrechnen zum ehestmöglichen Termin, kann ich nicht sagen.

Ich frage mich langsam, ob unsere Gesellschaft noch selbstständig denkfähig ist oder ob nur noch der blanke Egoismus in der Gesellschaft vorherrscht. Die Deutschen brauchen anscheinend für alles, was sie selber verbocken, einen Prellbock, auf den sie auch die eigene Schuld abwälzen können. Es wird hier mit viel Druck auf andere nach der egoistischen Regel verfahren: Jetzt habe ich das so vereinbart, und deshalb habe ich das auch zu bekommen. Mir egal, was Sie sagen. Mir egal, ob Sie recht haben. Ich will das sofort haben. Ich, ich, ich.

Wir haben keine Vollkasko-Versicherungs-Gesellschaft. Die Leute, die in den Impfzentren arbeiten und aus Kulanz geltende Termine unterschreiten würden, wären, falls irgendwas als Impffolge passiert, die absolut Gelackmeierten. Wo es zu Komplikationen kommt, schreien die, die die verfrühten Impfungen „erzwangen“ und bekamen, dann am lautesten nach Repressalien – und das trotz dem von ihnen erzwungenen und nur vermeintlichen Nutzen.

Mein Appell: Leute, fangt schnellstmöglich wieder an, das Hirn einzuschalten, die Situationen anzuschauen, kritisch auch über das eigene Tun nachzudenken. Und anschließend so gut es geht tätig zu werden und nicht nur zu kritisieren und rumzuschreien.

„Sitzengeblieben und nichts dazugelernt“

Ulrich Eiwan (Amerang): Dümmer geht immer. Wäre die Bundesregierung eine Schulklasse, so wäre sie 2020 sitzengeblieben. Leider hat sie 2021 nichts dazugelernt. Wie sonst soll man sich ähnliche Zustände wie 2020 erklären. Setzen, sechs. Wie zu erwarten war, werden auch diesen Winter die Intensivbetten knapp. Allerdings nicht, weil es keine mehr gibt, sondern weil das Personal fehlt, um diese Betten zu bedienen. Es ist seit 2020 klar, dass diese Menschen kolossal überfordert/unterbezahlt sind. Trotzdem hat Herr Spahn nichts an diesem Zustand geändert und Fachkräfte in andere Bereiche abwandern lassen. Dafür hat er das Ende der pandemischen Lage eingeläutet und beschwert sich jetzt, dass die Nachfolgeregierung das nicht rückgängig macht.

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Auch beim Abschaffen der kostenlosen Tests war er, so wie der bayerische Obermarktschreier, eifrig dabei. Damit hat man das einzige Werkzeug aus der Hand gegeben, um wenigstens einigermaßen Bescheid zu wissen, was bei uns überhaupt los ist. Aber, Anflug von Intelligenz? Jetzt führt man die Tests kurzfristig wieder ein. Nur ist auch das wieder nicht zu Ende gedacht. Was will man mit einem Antigentest, wenn alles mindestens 3G plus oder 2G plus ist? Schon wieder das Ziel verfehlt. Dafür erzählt man jetzt, dass das ungeimpfte Drittel der Menschen in Deutschland die gleiche/höhere Inzidenz wie vor einem Jahr die gesamte, damals weitgehend ungeimpfte Bevölkerung zu verantworten hat. Chapeau, darauf muss man erstmal kommen. Auf die Idee, Urlaubsreisen mit anschließender Quarantäne zu verbinden und Fußballspiele wieder ohne Zuschauer durchzuführen, kommt man anscheinend nicht. Oder fehlt der Schneid, das „Brot und Spiele“-Paket wieder anzugehen?

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