Corona, die Erste...

Ein schwer kranker Covid-19-Patientwird in Leipzig in eine Klinik aufgenommen. Sorgen macht, ob die Zahl der zur Verfügung stehenden Beatmungsgeräte ausreicht, wenn die Infektionen weiter zunehmen. dpa
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Ein schwer kranker Covid-19-Patientwird in Leipzig in eine Klinik aufgenommen. Sorgen macht, ob die Zahl der zur Verfügung stehenden Beatmungsgeräte ausreicht, wenn die Infektionen weiter zunehmen. dpa

Zur Berichterstattung über den Coronavirus (Titelseite, Politik- und Bayernteil):

In diesen schweren Zeiten der Corona-Krise ist es selbstverständlich, allen Pflegekräften, Medizinern, Lkw-Fahrern, sämtlichen Mitarbeitern in den Lebensmittelgeschäften und anderen mehr zu danken. Wie wäre es denn, auch einmal den so häufig kritisierten Politikern, von der Kanzlerin über Ministern, von Abgeordneten bis Ministerpräsidenten, von Regierung bis Opposition für ihre aufopferungsvolle Arbeit zur Bewältigung dieser Krise zu danken? Wobei ich eine Oppositionspartei, welche sich als „Alternative“ darstellen möchte, ausdrücklich vom Dank ausschließe. Wie widerlich ist es, wenn ein heimischer, bekannter Politiker dieser Partei die Kanzlerin statt „Quarantäne besser hinter Gitter“ sähe! Diese Partei sollte statt „Alternative“ besser umfirmieren in „SfD“ = „Schande oder Schwachsinn für Deutschland!“ Spätestens jetzt sollten sich die vielleicht noch vorhandenen Anständigen dieser Partei eine neue Heimat suchen.

Heinz Kremer

Bad Aibling

Ich möchte, auch im Namen meines Mannes, ein Dankeschön an alle Ärzte, Krankenhauspersonal, Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Malteser und freiwilligen Helfern aussprechen. Bitte, liebe Leute, bleibt zu Hause und helft, dass das Virus sich nicht weiter ausbreiten kann.

Christa Schmidt

Rosenheim

Jedem Mitbürger soll es in dieser Situation freigestellt sein, mit der Corona-Krise umzugehen, wie er dies für richtig hält, wenn er niemanden anderen gefährdet oder ansteckt, und sich an die Vorgaben hält. Die technischen Möglichkeiten der Bildweitergabe können Segen oder Fluch sein. Heute muss jeder alles jedem mitteilen. In einer „Klopapier-Challenge“ haben manche Bayern-Profis ihre Verbindung zur Krise deutlich gemacht. Andere Mitbürger, denen es nicht so gut geht, haben oft mit dem letzten Geld Klopapier gekauft, nicht für eine „Challenge“ sondern aus Sorge und Angst. Sie verfügen auch nicht über eine luxuriöse Wohnung, wie auf dem Foto zu sehen ist, sondern müssen auf gleich großer Fläche leben und ihre Vorräte lagern. Wenn ich mir die Liste der „Challenge-Mitspieler“ ansehen, mache ich mir meine Gedanken, wie überhaupt zum Kommerzbetrieb Fußball. Für mich ein Grund mehr, nur noch Spiele unterklassig anzusehen. Herzlichen Dank aber den Bayern-Spielern, die durch ihre Spenden dazu beitragen, dass anderen in der Not geholfen wird.

Thomas Schwitteck

Neubeuern

Wenn derzeit die Nachfolger von Robert Koch in der Corona-Krise den Ton angeben, sollte man aber auch auf seinen damaligen Gegenspieler Pascal Pasteur hören, der sinngemäß sagte: Für die Entstehung von Krankheiten ist neben den von außen kommenden Bakterien und Viren ebenso das Milieu zu beachten, auf das die Viren treffen. Das bedeutet wohl auch, dass vor allem ein durch übertriebene Angst, Depression und geistiger Labilität geschwächter Körper besonders anfällig ist für Infektionen. Wird mit Ausgangssperren und permanent negativen Nachrichten dieser Trend nicht noch verstärkt? Sollte man nicht statt einseitig den Blick auf Versorgung von außen auch auf die eigene Vorsorge und geistig-seelische Stabilität achten? Haben wir uns nicht schon längst an eine bequeme und sündteure ärztliche Versorgungsmentalität gewöhnt, die Eigeninitiativen verhindert und doch seit langem immer auch mehr Krankheiten produziert? Eine einseitige Feuerwehrmedizin, die aufwendig ist und oft auch viele Wasserschäden hinterlässt, ist zu wenig. Bei hinsterbenden Waldflächen durch winzige Schädlinge ist man inzwischen aus Weitsicht von kurzzeitig lukrativen, aber anfälligen Monokulturen zu gesünderen Mischkulturen übergegangen. Und wer nicht gleich auf Grundaussagen biblischer Urgeschichten wie der vom Turmbau von Babel oder der Sintflut mit Abneigung reagiert, wird auch dort Heilsames gegen immer wieder hereinbrechende Katastrophen finden.

Simon Kirschner

Bad Endorf

Ich war im fünften Monat der Probezeit in einem Altenheim beschäftigt. Rechtzeitig zur Schließung des Besucherverkehrs wurde ich gekündigt. Es gab keine Begründung (Probezeit), meine COPD-Erkrankung war bekannt. Mit 60 Jahren gehöre ich nun auch noch zu den Risikomenschen. Viele Arbeitgeber kürzen nun aus finanziellen Gründen ihr Budget an Arbeitskräften. Vielen Bürgern ergeht es nun so wie mir und sie stehen vor dem Nichts. Monatliche wichtige Beiträge wie Strom, Wasser können nicht mehr bezahlt werden. Die Regierung spricht von Hilfen für das Gewerbe – und wir? Seit Tagen will ich mich arbeitslos melden, aber bei der Hotline keine Chance.

Waly Gruber

Rohrdorf

Wer bekommt das Geld, das an kleine Unternehmen geht? Letztendlich die Vermieter und Verpächter kleiner Geschäfte, Büroräume und Gaststätten. Und das sind in unseren Städten oft auch internationale Finanzkonstruktionen, die die Gewinne/Mieteinnahmen auf den Bahamas (nicht) versteuern. Auch die Gebühren von Franchise-Lizenzen für Schnellimbisse und andere sind nicht nur rein umsatzabhängig. Wenn alle jetzt aufgrund von Corona finanzielle Lasten zu tragen haben, sollte das auch Vermieter und Verpächter treffen.

Wolfgang Schönfelder

Mühldorf

Es könnte sein, dass uns die jetzige Situation in irgend einer Art und Weise überfordert. Es kann aber auch sein, dass wir spüren, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt, der die Erde aufatmen lässt und unsere Gesellschaft enorm entschleunigt. Es kann die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinanders sein. Wir sehen auch, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regeneration einzuläuten, wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.

Ilse Sixt

Oberpframmern

Erfreulich ist, dass die Regierung viele Milliarden Euro für Hilfen zur Milderung der Lohnausfälle und für andere Hilfen zur Verfügung stellt. Erfreulich ist auch, dass beispielsweise Jogi Löw, Oliver Bierhoff und Teile der Fußballnationalmannschaft Geld spenden. Bundesliga-Vereine und deren Spieler schließen sich an. Das ist zumindest ein Zeichen der Solidarität. Warum setzen unsere Abgeordneten kein Zeichen, auch wenn sie gegenüber den hochbezahlten Balltretern arme Schlucker sind? Die Abgeordneten zahlen an ihre Parteien eine sogenannte „Mandatsträgerabgabe“. Das gleiche gilt für die Abgeordneten der Länderparlamente. Die 709 Bundestagsabgeordneten zahlen ihren Parteien zwischen 13 000 und 30 000 Euro/Jahr an „Mandatsträgerabgabe“. Wenn ich 20 000 Euro als Durchschnitt annehme, komme ich auf 14,1 Millionen Euro/Jahr. Bei den zur Zeit 1707 Landtagsabgeordnete nehme ich einen Durchschnitt von 12 000 Euro an und komme so auf 20,5 Millionen Euro pro Jahr. Alleine von den 99 deutschen EU-Abgeordneten kämen so rund zwei Millionen Euro zusammen. Zugegeben, das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ein starkes Zeichen der Solidarität und besser angelegt als bei den Parteien! Und, aufgemerkt: Der Bundestag hat 709 Abgeordnete, das EU-Parlament 705 Mitglieder bei 512 Millionen EU-Bürgern. Stimmt die Relation eigentlich noch? Das schreit nach einer drastischen Verkleinerung des Bundestags!

Holger Mairoll

Kolbermoor

Zunächst möchte ich sagen, dass nicht alle Jugendlichen jetzt Corona-Partys feiern. Die meisten sind vernünftig und haben den Ernst der Lage erkannt. Ich finde es nicht gut, dass man unsere Jugend mit denen über einen Kamm schert, die offensichtlich länger brauchen, um etwas zu begreifen. In unserem Ort bieten junge Sportler und der Burschenverein ihre Hilfe an für Einkauf, Apothekengänge und andere Botendienste. Auch so etwas gibt es und man darf darüber berichten.

Anna-Elisabeth Pichler

Höslwang

Oh wie wär das schön, dürft ich wieder mit Lust zur Arbeit gehn. / Angebote, Einsatzpläne, Reisen buchen, schöne neue Ziele suchen. / Sorglos mit Kollegen lachen, ratschen oder auch ein bisserl tratschen. / Nur noch Stornos, alles ist so trist und leer, so machts keine Freude mehr. / Nicht mal schimpfen oder ärgern. / Alles ist so trostlos, traurig, still. Keinen gibts, der das so will. / Hilflos jeder in seiner Wohnung hockt, obwohl die Sonne in die Ferne lockt. / Lieber Gott erlös und bald. / Liebe Madonna de Corona vom Gardasee, i bitt dich herzlich und gar schee, mach dass wir bald wieder zu dir reisen, um dir alle Ehre zu erweisen.

Elisabeth Astl

Oberaudorf

Alle Vernünftigen nehmen die Bedrohung sehr ernst, weil es bisher noch keine Vorbeugung gibt und niemand vorhersagen kann, wie bei ihm persönlich der Verlauf der Erkrankung sein wird. Zwei von drei Personen werden erkranken, bis die Ausbreitung des Virus ausreichend erschwert worden ist. Wir können nicht vorhersagen, ob das Enkelkind oder der Nachbar als fast symptomfreie Träger des Virus den Eltern einen schweren Krankheitsverlauf übertragen, der eventuell sogar tödlich enden kann. Die Folgen sind enorm: ein Stillstand des öffentlichen Lebens mit einer auf ein Minimum reduzierten persönlichen Freiheit zum Lebensmittelkauf, zur Arbeitsstätte, zum Arzt oder in die Apotheke. Wir alle müssen unsere Lebensgewohnheiten anpassen und dabei einsehen, dass wir das Virus nicht mit Gewalt überwinden können, sondern nur die Werke der Nächstenliebe die Rettung bringen können. Ein Miteinander mit gegenseitiger Achtung und Beachtung ist gefordert. Dieser Virus bringt Gefahr für jeden Menschen, ob arm oder reich, ob an hervorragender Stelle in Politik, Wissenschaft, Sport, Medien, Kunst oder Kirche. Der Virus macht alle gleich! Im Bemühen, die Wirkung des Virus zu mildern, müssen wir alle zusammenhelfen. Wir sind alle gefordert, an unsere Mitmenschen zu denken – zu unserem eigenen persönlichen Schutz.

Dr. Arnold Böhm

Schnaitsee

Ich habe die Pressemitteilung „Infektionsquellen im Kreis Rosenheim kaum mehr nachzuvollziehen“ gelesen. Meine Interpretation ist, dass im Landkreis Rosenheim die Situation außer Kontrolle gerät. Mich wundert dies überhaupt nicht. Kurz darauf gab es eine Pressemitteilung des Gesundheitsamtes, in der es hieß: „Personen, die zu einem bestätigten Erkrankungsfall an COVID engen Kontakt hatten, gelten als begründete Verdachtsfälle. Wenn Sie Husten, Schnupfen, Fieber oder Halsschmerzen entwickeln, müssen Sie zu Hause bleiben.“ Es ist doch schon seit einiger Zeit bekannt, dass 80 Prozent der Infizierten keine oder nur geringe Symptome zeigen. Die anderen 20 Prozent können auch schon einige Tage, bevor sich ihre Symptome zeigen, andere Personen infizieren! Diese Empfehlung des Gesundheitsamtes kann ich daher in keiner Weise nachvollziehen! Um die Verbreitung einzuschränken, ist es unbedingt erforderlich, dass begründete Verdachtsfälle isoliert werden. Das sind Personen, welche mit Infizierten Kontakt hatten oder aus einem Risikogebiet zurückgekommen sind. In der Stadt München beispielsweise müssen solche Personen sich melden und in Quarantäne gehen. Ich weiß nicht, welche Möglichkeiten das Landratsamt hat, das Gesundheitsamt zu einem sofortigen Umdenken bei ihren Empfehlungen zu veranlassen. Aber ich möchte im Interesse aller Landkreisbürger bitten, sofort alle Möglichkeiten zu nutzen, diese untragbaren Empfehlungen zu ändern und sicherzustellen, dass alle Verdachtsfälle so lange in Quarantäne bleiben, bis sich herausstellt, dass diese (wieder) gesund sind!

Hans-Georg Althoff

Oberaudorf

Danke, Herr Dr. Söder, dass Sie am schnellsten reagiert haben, während die Kollegen und unsere Kanzlerin träge auf wochenlanges Diskutieren eingestellt waren. Wäre ja auch nichts Neues. Trotzdem war es zwei Wochen zu spät. Da dieses Verschlafen der Politik auch nichts Neues ist, wäre es nunmehr angebracht, effektiver zu agieren. Mein normaler Menschenverstand als krisengeübte Alleinerziehende sagt mir, wie ich vorgehen würde: An alle Haushalte werden personenspezifisch Teströhrchen verschickt, die mit einem beigelegten Rückkuvert an das betreffende Labor versehen werden. Nur so bekommt man korrekte Zahlen der Infizierungen. Kein Arzt, keine Praxis wäre diesbezüglich noch belastet. Dazu kommt ein Päckchen mit ausreichend Mundschutz für alle Familienangehörigen. Ausgangsbeschränkung vorerst wie Sie es bereits erlassen haben, doch nur mit Mundschutz. Ausgangssperre bei bestimmter Infektionsanzahl vorbehalten. Mindestabstand zu anderen Personen mindestens zwei Meter. So könnte man auch einkaufen gehen. Mit Mundschutz, Abstandsmarkierungen und kontrollierter eintretender Personenanzahl könnten auch die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet bleiben. Das betreffende Personal gehört bundesweit mit Plexiglasscheiben an der Kasse und allgemeinen Schutzvorkehrungen ausgestattet. Bisher ist es nur ein Streichelkurs der getroffenen Maßnahmen.

Gabriele Aloi

Haag

Kaum ist ein außergewöhnlicher Ausnahmezustand entstanden, der die Welt verändert, kommt wieder Gott zur Sprache oder die heilige Corona. In Unterzarnham bei Gars ist ein Kirchlein St. Corona gewidmet. Sie ist die Patronin des Geldes und der Name der Pandemie. Im Interview mit Reinhard Kardinal Marx heißt es: „Das Coronavirus ist keine Strafe Gottes.“ Da rüber sollte man stark nachdenken. Wer denkt heutzutage noch an Gott? Leider nur noch wenige. Die Leute sind nur noch mit ihren Smartphones oder mit dem Sport beschäftigt. Kirche findet jeder langweilig oder möchte am Sonntag lieber ausschlafen. Alles ist wichtiger, als Gott zu danken für Gesundheit und Leben oder auch Jesu zu gedenken, welcher für die Sünden der Menschen sein Leben hingegeben hat. Dazu kommt, dass in der Kirche Fasching gefeiert wird. Muss man sich da wundern, wenn Gott ein Zeichen gibt und versucht, uns Menschen wieder zur Vernunft zu bringen? Die Corona-Pandemie wäre dazu mal ein Anlass. Gebete wären sinnvoll. Bitte denkt daran: Gott ist unser Ziel.

Edeltraud Schwarz

Pfaffing

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