Corona-Beschränkungen: Nicht nach den Lücken suchen

Zu „Verständnis und Kritik für Siebzehnrübl“ (Leserbriefe):

Es jagt mir einen Schrecken ein, wie viele Menschen sich über die Absicht des Herrn Siebzehnrübl, seine Sportgeschäfte entgegen der bestehenden Rechtslage zu öffnen, unterstützend geäußert haben. Mir fehlt es nicht an Verständnis dafür, dass er sich nach einer Wiederöffnung sehnt! Ich kann auch verstehen, dass nicht jeder mit allen Regelungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie einverstanden ist. Das darf aber keinesfalls dazu führen, dass ein signifikanter Anteil der Bevölkerung dazu übergeht, für sich selbst situationsbezogen zu entscheiden, ob Gesetze und Verordnungen gerade Gültigkeit haben oder nicht. Ein für alle gut funktionierendes Zusammenleben ist darauf angewiesen, dass Regelungen befolgt werden. Wenn jeder nur auf seine Rechte besteht, aber keine Pflichten befolgen will, kann das nur im Chaos oder Recht des Stärkeren, Brutaleren, Rücksichtsloseren enden. Um eine schnellstmögliche Wiederöffnung nicht nur von Intersport Siebzehnrübl, sondern auch aller anderen Einrichtungen, die vielen fehlen, zu ermöglichen, gilt es jetzt (und eigentlich schon die ganze Zeit), nicht ständig nach Lücken in den Kontaktbeschränkungen zu suchen und sie maximal großzügig auszulegen, sondern den eigentlichen Geist der Maßnahmen konsequent zu befolgen: Reißt Euch ein paar Wochen tatsächlich alle zusammen und wir werden wieder ganz offiziell Freiheiten hinzugewinnen!

Wenn dagegen weiterhin nicht konsequent verzichtet wird, werden die Regeln weiter verschärft werden müssen, bis sie trotz aller Verstöße und großzügigen Interpretationen doch zum Erfolg führen. Leider ist das ein ehernes Grundprinzip: Regeln müssen strenger sein als eigentlich nötig, weil es immer Verstöße und Ausnutzer noch der kleinsten Lücken geben wird.

Peter Allgajer

Rosenheim

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