Chor ist wie Familie

Zum Bericht „Den Stress von der Seele singen“ (Lokalteil):

Wie viel Politiker, die Entscheidungen zum Verhalten während der Corona-Zeit treffen, kennen Sie persönlich, die sonntags in ihrem Heimatort in die Kirche gehen? Wer von diesen hat durch den Gesang des Kirchenchores das Erlebnis der Kunst? Wer davon hat die Sänger gezählt, die auf der Empore stehen und einen Chor bilden? Eine Gemeinde würde sich freuen wenn, wie in St. Nikolaus, immer 18 Sänger anwesend wären.

Ein Chor ist eine Familie, in der jeder jeden kennt, die sich einmal wöchentlich in einem großen Raum trifft. Leider (!) kommen nie fremde Leute dazu und singen mit. Nichtwisser sagen: „Chorproben auszuschalten, wie viele Leute betrifft das schon? Es sind doch nur weniger hier.“ Aber wie viel tausend Kirchenchöre gibt es in Deutschland? Wie viele Laienkünstler sind es zusammen? Ich kenne viele Menschen, die im Chor singen, aber ich kannte nur einen Politiker persönlich, der im Chor sang, das war Johannes Rau. Dieser Politiker wusste, was es bedeutet, zu singen. Von Nichtwissenden Einsicht und Verständnis für die Materie „Gesundheit in Körper, Geist und Seele“ zu erwarten, halte ich für ausgeschlossen.

Finden wir einen Weg, eine Chorprobe in Familienfeier umzubenennen, denn Familienfeier verstehen alle. Im Kreis der Zuhörer und in Gospel- und Jugendchören gibt es doch bestimmt Könner im Bereich der wirksamen Medien. Macht doch mal!

Klaus Rohra

Waldkraiburg

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