Cannabis: Prävention ist angesagt

Hauptwirkstoff der Cannabispflanze ist das Tetrahydrocannabinol (THC). dpa
+
Hauptwirkstoff der Cannabispflanze ist das Tetrahydrocannabinol (THC). dpa

Zum Artikel „CSU überdenkt Cannabis-Verbot“ (Titelseite):

Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Cannabisverbot in Deutschland setze ich bei unserer neuen Drogenbeauftragten voraus. Das ist ihr täglich Brot und auch dringend erforderlich aufgrund des zunehmenden Cannabiskonsums in unseren Landen. Leider geht die Stoßrichtung von Daniela Ludwig in die falsche Richtung. Es geht nicht um die Frage einer irgendwie gearteten Legalisierung (Freigabe) von Cannabis außerhalb des medizinischen Bereiches und um keine Diskussion für oder wider.

Vielmehr sollte unserer Bundestagsabgeordneten eigentlich klar sein, dass die Eckpfeiler des Verbots dieser vermeintlich weichen Droge tief in der Wirklichkeit verankert sind.

Ansatzweise nähert sie sich auch der Problematik, indem sie feststellt: „Cannabis ist nicht nur ein Kraut, sondern kann auch gefährlich sein.“ Etwas mehr sollte man/sollte Frau doch ins Detail gehen. Länder, in denen der Cannabiskonsum gesetzlich erlaubt ist, zeigen einen Anstieg bei jugendlichen Konsumenten.

Insbesondere bei jungen Menschen wirkt der Inhaltsstoff THC (Tetrahydrocannabinol) negativ auf das Gehirn. Es führt zu fehlenden Verbindungen von Nervenzellen, zu Fehlvernetzungen und mangelnder Ausbildung verschiedener Gehirngebiete. So ist auch das Zentrum für die Regulation der Gefühle Angst und Aggression in Mitleidenschaft gezogen. Zwar wird durch THC der Nervenbotenstoff Dopamin mit seiner entspannenden Wirkung ausgeschüttet, doch kann dies je nach Konsum und körperlicher Disposition in Wahnvorstellungen umschlagen – und zwar auch dauerhaft (Psychose). Menschen suchen Glücksgefühle. Das Amt einer Drogenbeauftragten bietet viele Möglichkeiten hier sinnvoll mitzuwirken, vernetzt mit Schulen, Arbeitgebern, Kirchen, Vereinen und Gesundheitskassen.

Hans-Jürgen Langer

Rosenheim

Kommentare