Brennerbasistunnel: Grüne sollten umdenken

Zum Thema „Grünen-Spitze möchte neue Autobahnen und Bundesstraßen stoppen“ und Brennerbasistunnel:

Der Vorstoß der Grünen-Spitze, keine neuen Autobahnen und Bundesstraßen mehr zu bauen, zeigt ein weiteres Mal, wie sehr die Partei in Schemata denkt. Sie ist weiterhin für eine Neubautrasse für den Brenner-Nordzulauf, weil diese für Schnellbahnzüge auf 230 km/h ausgebaut wird. Leider haben die Grünen dabei übersehen, dass auf zweispurigen Schnellbahnstrecken mit Güterzügen im Minutentakt Schnellzüge immer den Güterzügen folgen werden und gar kein Zeitvorteil besteht. Der Zusatzaufwand, um diese Bahnstrecke als Schnellbahnstrecke auszulegen, ist gewaltig, aber gleichzeitig sinnlos, weil weder mehr Güter befördert werden können, noch Personen schneller ankommen werden. Die von den Bahnplanern ausgearbeiteten Streckenvarianten sind zu einem hohen Anteil untertunnelt. Sie führen durch landschaftlich wertvolles Gelände. Diese Gebiete werden auf einem bis zu 300 Meter breiten Streifen nie wieder so sein wie vor dem Bau.

Für den Tunnelbau sind geschätzt 420 000 Kubikmeter Beton notwendig; für dessen Herstellung etwa 960 000 Tonnen CO2 emittiert werden. 960 000 ausgewachsene Buchen bräuchten 80 Jahre um diese Menge CO2 zu kompensieren. Die Tunnelbauwerke führen auch durch schwieriges Seeton-Gelände, sodass ähnlich wie in Stuttgart 21 mit Mehrkosten und Zeitverlust zu rechnen ist. Die Grünen-Spitze sollten endlich auf die Einhaltung der Klimaziele, die Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit schauen. Sie könnte auch den einstimmig beschlossenen Vorschlag des Rosenheimer Kreistags übernehmen. Der möchte statt Tunnels einfach nur zwei weitere Spuren neben der Bestandsstecke und gleichzeitig einen vollständigen Lärmschutz von München bis Kufstein.

Ulrich Vollert

Feldkirchen-Westerham

Kommentare