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Brenner-Zulauf: Mangelnde Abwägung

Schon heute leiden die Gemeinden im Inntal massiv unter dem Bahnverkehr: Hier ein Meridian, der gerade Flintsbach passiert. Noch ist nicht klar, wo zukünftig der Brenner-Zulauf verlaufen soll.
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Schon heute leiden die Gemeinden im Inntal massiv unter dem Bahnverkehr: Hier ein Meridian, der gerade Flintsbach passiert. Noch ist nicht klar, wo zukünftig der Brenner-Zulauf verlaufen soll.

Zum Bericht „BBT-Zulauf: Lederer will Signal“ im Regionalteil:

Vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit, mit unserem CSU-Ortsverband den Brenner-Basistunnel zu besuchen. Wir fuhren mit dem Werksbus in den Tunnel hinein. Durch einen Versorgungstunnel kamen wir direkt zur Baustelle. Die Ingenieurskunst, die Disziplin und Einsatzbereitschaft der Arbeiter aus verschiedenen Ländern ist beeindruckend, und verdient höchste Anerkennung. Der 64 Kilometer lange Tunnel zwischen Innsbruck und Franzensfeste ist der längste Eisenbahntunnel der Welt. Die Gesamtkosten von 8,4 Milliarden teilen sich Österreich und Italien zur Hälfte. Diese Maßnahme wird von der EU mit 40 Prozent kofinanziert. Wenn man bedenkt, wie viele hunderte Milliarden die Stützung der Wirtschaft durch die Corona-Epidemie verursacht hat, dann wäre das Argument, dass eine Untertunnelung der Bahnlinie nicht finanziert werden kann, Hohn und Spott.

Sebastian Springer senior

Schalldorf

Alle Neubauvarianten sind mit erheblichen Eingriffen in Landschaft und Siedlungsgebiete verbunden. Deshalb habe ich die Begründung für die Notwendigkeit des Ausbaus betrachtet. Grundlage ist eine erforderliche Kapazität von 400 Zügen pro Tag am Grenzquerschnitt Kiefersfelden/ Kufstein. Es wird zunächst geprüft, ob die Strecken Grafing-Rosenheim und Rosenheim-Kufstein ertüchtigt werden können. Dazu werden drei Bereiche betrachtet: zweigleisige Bestandsstrecke mit Ertüchtigung; zusätzlich teilweise Ortsumfahrungen und dreigleisiger Ausbau. Im Ergebnis wird behauptet, die Leistungsfähigkeit des zweigleisigen Abschnitts Grafing-Rosenheim könne um sieben Prozent auf 320 Züge, des Abschnitts Rosenheim-Kufstein um 25 Prozent auf 360 Züge gesteigert werden. Dies dürfte einer kritischen Überprüfung nicht standhalten. Die Leistungsfähigkeit einer Bahnstrecke ist neben der Streckenausrüstung stark abhängig vom Betriebsprogramm. Beispiel: Je geringer die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen schnellen und langsamen Zügen sind, desto höher die Leistungs fähigkeit. Insbesondere auf Teilabschnitten kann eine wesentlich höhere Leistungsfähigkeit erreicht werden. Bereits seit den 80er- Jahren wurden Szenarien zur Bewältigung der Verkehrszunahme durch den Brennerbasistunnel entworfen. Bevorzugte Lösung war der zweigleisige Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Freilassing, um die Strecke über Rosenheim zu entlasten; außerdem die Möglichkeit, einige Güterzüge über die eingleisige Strecke Rosenheim-Mühldorf-Landshut nach Norden zu fahren. Eine Auseinandersetzung mit diesen Möglichkeiten konnte ich den Raumordnungsunterlagen nicht entnehmen. Es fehlt die Abwägung: Können hohe Baukosten und schwerwiegende Landschaftseingriffe vermieden werden, wenn relativ geringfügige Abstriche bei der Betriebsqualität in Kauf genommen werden?

Gerhard H. Müller

Rosenheim

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