Brenner-Nordzulauf: Es ist noch alles offen

Zur Berichterstattung über den Brenner-Nordzulauf (Titelseite, Bayern- und Regionalteil):

Die Klimadebatte zeigt uns: Es ist unrealistisch, auf den Rückgang des Güterverkehrs zu warten, weil die Menschen vielleicht ihre Lebensweise ändern könnten. Auch sollte man nicht da rauf hoffen, dass es den Tirolern gelingt, mit verschärften Restriktionen den Brennerverkehr zu vertreiben.

Die Politik ist aber derzeit bereit, viel Geld in die Bahninfrastruktur zu investieren und so geht die Planung weiter. Auch wenn die „Variante Violett“ mit den langen Tunnelstrecken als Favorit gehandelt wird – es ist noch alles offen, auch für Alternativen zur Neubautrasse.

Die Trassengegner fordern eine Aufwertung der Bestandstrasse Rosenheim-Kufstein. In einem Leserbrief hatte ich vorgeschlagen, die Bestandstrassen Rosenheim-Mühldorf und Rosenheim-Freilassing in die Überlegungen mit einzubeziehen. Bei Letzterer könnte ein Tunnel von Rottau/Bern au bis Niederaudorf die Verkehrsführung nochmals optimieren. Selbstverständlich bedarf dieser Vorschlag einer näheren Prüfung – es ist hier nicht möglich, alle Argumente dafür und dagegen darzustellen. Der Vorschlag ist ja nicht gänzlich neu – mit den seinerzeit vorgestellten Trassen Ost war eine solche Variante vorgesehen. Sie wurde von der Region abgelehnt, weil sie nur der Verbesserung des innerösterreichischen Verkehrs zu dienen schien. So hat sie der seinerzeitige Bundesverkehrsminister Dobrindt beerdigt und die Planungen wurden mit einer Kostenschätzung abgeschlossen.

Die Situation der Gütertransporte in südlicher Richtung hat aber durch die Aufnahme des Ausbauprojekts Mühldorf-Freilassing in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans einen neuen Aspekt erhalten , der sich auch auf den Brennerverkehr auswirken kann.

Manfred Kreibig

Pocking

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