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Leserbriefe zum umstrittenen Bahnprojekt

Brenner-Nordzulauf ist eine Dinosaurierlösung für Verkehrsprobleme

Im Inntal wollen Lokalpolitik und Bürgerinitiativen dafür kämpfen, dass der geplante Brenner-Nordzulauf auch dort weitgehend in Tunnel verlegt wird.
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Im Inntal wollen Lokalpolitik und Bürgerinitiativen dafür kämpfen, dass der geplante Brenner-Nordzulauf auch dort weitgehend in Tunnel verlegt wird.

Zur Diskussion um den Brenner-Nordzulauf (Berichte im Regionalteil) haben uns zwei Leserbriefe erreicht. Die Meinungen richten sich klar gegen das Mega-Verkehrsprojekt der Bahn.

Leserbrief von Hans Winhart, Tuntenhausen

Wann finden die Politiker in der Verkehrspolitik endlich wieder ein normales Maß? Allem Anschein nach brauchen sie Mammutprojekte, um daran zu scheitern. Das scheint sich auch beim Brenner-Nordzulauf zu bewahrheiten. Gerade in der jetzigen Zeit wären alternative, agile Konzepte angesagt.

Erstens: Verkehr vermeiden! Braucht es unbedingt in Südostasien produzierte Kleidungsstücke und Obst und Gemüse aus Neuseeland, Südafrika und Lateinamerika oder ist es nicht längst ein Gebot der Stunde, möglichst regionale Produkte zu konsumieren? Da kann zudem jede(r) bei sich selbst anfangen.

Alle Infos rund um den Brenner-Nordzulauf gibt es im OVB-Dossier.

Zweitens: Güterverkehr intelligent steuern! Als Beispiel sei hier die Schweiz genannt. Obwohl geologisch nicht dafür begünstigt, hat die Schweiz das dichteste Bahnnetz der Welt. Die Mautgebühren sind so konzipiert, dass der Anreiz, Güter auf der Straße zu transportieren, möglichst gering ist. Anstelle von Monsterrouten sind die Strecken klug vernetzt. Warum also nicht anstelle einer vierspurigen Strecke München-Innsbruck alternativ zusätzlich bereits bestehende Strecken wie Rosenheim-Mühldorf-Landshut-Regensburg und weiter nach Berlin, inklusive der bisher sträflich vernachlässigten Anbindung des Chemiedreiecks Trostberg-Burghausen-Mühldorf ausbauen?

Drittens: Die Ertüchtigung und Lärmsanierung bereits bestehender Verbindungen nach modernstem Standard. Für die S-Bahn zum Münchner Flughafen hat man Gleise und Bahnhöfe in Unterföhring und Ismaning untertunnelt, obwohl dort nur S-Bahnen fahren, die deutlich leiser als Güterzüge sind. Aber da war die Anbindung eben politisch gewollt. Alle Maßnahmen zusammengenommen sind mit Sicherheit wesentlich günstiger und effizienter als der Einsatz hochmoderner Dinosauriertechnologie.

Lesen Sie auch: Bürgerinitiative protestiert gegen Brenner-Trasse durch Gemeinde Tuntenhausen

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Leserbrief von Horst Lautner, Rohrdorf

In der Diskussion über den Brenner-Nordzulauf im Bereich der Gemeinde Rohrdorf steht auch die Tunnelvariante ab Stephanskirchen über Riedering bis Rohrdorf, die im letzten Teil direkt unter der Ortschaft Lauterbach durchführt. Hier sollte von der Bahn geprüft werden, ob die Untertunnelung der Bahnstrecke nicht auch westlich von Lauterbach, eventuell auf der bisher oberirdisch geplanten Bahnstrecke möglich ist.

Falls dieser unsinnige Brenner-Nordzulauf tatsächlich gebaut werden sollte, so wäre dies sicher die bessere Lösung. Bis zu dem Besuch von Herrn Özdemir in Bad Aibling war ich übrigens immer der festen Überzeugung, dass auch die Grünen die Tunnellösungen befürworten, denn es gäbe dadurch keinen Flächenverbrauch, keine Landschaftszerstörung und keine so gravierende Bodenversiegelung.

Lesen Sie auch: Gemeinde Stephanskirchen verklagt Landratsamt wegen Bescheid zum Brenner-Nordzulauf

Auf einer Veranstaltung in Bad Aibling hatte sich Herr Özdemir jedoch vehement gegen jegliche Tunnel ausgesprochen. Er begründete dies damit, dass der CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Betontunnelteile viel zu hoch sei. Meine Anfrage beim Kreisverband Rosenheim der Grünen, wie denn dieser zu dem Projekt steht, wurde bis heute nicht beantwortet, auch nicht auf nochmalige Bitten um Stellungnahme. Diese CO2-Aussage von Herrn Özdemir klingt wie Hohn für mich, denn es sollen noch massenhaft Windräder gebaut werden, deren Fundamente jeweils aus großen Mengen Beton bestehen. Beim Bau von Windkrafträdern spielen CO2-Ausstoß, Landschaftszerstörung und Bodenversiegelung aber anscheinend keine Rolle. Hier handelt es sich wohl um einen „guten“ CO2-Ausstoß.

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