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Brenner-Nordzulauf: Jede Menge Kritik

Lautstark protestierten Teilnehmer einer Bürgerinitiative im Inntal gegen die geplante Trasse für den Brenner-Nordzulauf.
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Lautstark protestierten Teilnehmer einer Bürgerinitiative im Inntal gegen die geplante Trasse für den Brenner-Nordzulauf.

Zur Berichterstattung über den Brenner-Nordzulauf (Regionalteil):

CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer und Frau Ludwig bezeichnen die violette Trasse als großen Erfolg. Ob die betroffenen Gemeinden und Bürger dies auch so sehen darf bezweifelt werden. Die beiden CSU-Politiker mit ihrem Kollegen MdL Stöttner beweihräuchern sich sogar noch gegenseitig ob der guten Entscheidung. Der Tunnel Samerberg ist gestorben, dazu eine bis heute fehlende Bedarfsermittlung; dies alles und viel mehr spielt anscheinend für die CSU-Politiker keine Rolle. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, ja längst überfällig, dass die CSU-Ortsverbände, wenigstens in den betroffenen Gemeinden, ein Zeichen setzen und sich auflösen! Dies ist alternativlos.

Martin Fischbacher

Rohrdorf

Es gibt keine Zweifel, für den Brenner-Zulauf sollte ein Neubau nur dann in Frage kommen, wenn der Bedarf dafür glaubhaft nachgewiesen ist. Ansonsten sollte die Lösung in einer umfassenden Ertüchtigung der Bestandsstrecke sowie Modernisierung der Fahrtechnik bestehen. Andreas Scheuers schnoddrige Äußerung, es sei keine Frage des „ob“, sondern nur eine des „wie“ möchte man nach Studium der Leserbriefe vom Wochenende spontan ein „wo“ hinzufügen.

Es geht um die Bahn-Transitstrecke Skandinavien-Mittelmeer und eine wegen der Umwelt gewollte Verlagerung des Gütertransports auf die Bahn. Dem steht der Brenner im Weg, der bis 2025 von einem Basistunnel durchquert sein soll. Für die Deutsche Bahn stellte sich seitdem die Frage, wie man am besten mit Zügen zum Tunneleingang bei Innsbruck kommt. Die ÖBB setzte ein Zeichen und begann sogleich mit dem Ausbau ihrer Infrastruktur im Unterinntal. Seit 2012 ist man dort fertig.

Die Deutsche Bahn favorisierte auf bayerischer Seite auf Nutzung der Bestandsstrecke durch das Inntal. Doch neue Prognosen zeigten einen Bedarf auf, dem laut DB angeblich nur noch eine Neubaustrecke entlang der Bestandsstrecke gerecht wird. Die berechtigten Proteste der betroffenen Kommunen und Bürger führen nun zu einer dermaßen aufwendigen Bauweise, dass man meines Erachtens vor einer völlig neuen Situation steht und auf Start zurückgehen muss.

Daher, warum nicht eine Neuplanung als direkte Verbindung München-Innsbruck mit einem Voll-Tunnel durch den Gebirgsstock? Gemessen in Luftlinie würde man sich dabei einiges an Strecke/Fahrtzeit sparen und könnte dem eh schon durch Autobahn, Bundesstraße und Bestandsstrecke malträtierten Inntal eine weitere Belastung ersparen.

Norbert Vogel

Schechen

Am 13. April hat die Deutsche Bahn entschieden: Die violette Variante nördlich des Inns soll es sein. Diese Trasse, welches ein „europäisches Jahrhundertprojekt“ ermögliche, bietet laut Verkehrsminister Andreas Scheuer den höchsten Schutz für Anwohner und Natur. Ja, die Trasse beinhaltet einen 60-prozentigen Streckenanteil, welcher unterirdisch verläuft. Doch was ist mit den restlichen 40 Prozent? Sind diese Regio nen nicht von Bedeutung?

Der erste Tunnel Ringelfeld führt an Stephanskirchen vorbei und endet nach rund 5500 Metern. Danach folgt, nach bisherigem Planungsstand, eine unerklärliche oberirdische Bahnstrecke, welche rund 10 000 Meter lang ist. Von dieser nicht untertunnelten Zugstrecke wären viele Orte betroffen, wie beispielsweise Riedering, Lauterbach oder auch Rohrdorf.

Erst nach Rohrdorf folgt daraufhin der zweite Tunnel Steinkirchen, welcher rund 12 850 Meter lang ist. Daher ist es vollkommen unverständlich, dass zwischen Stephanskirchen und Rohrdorf ein Streckenabschnitt geplant wird, welcher nicht untertunnelt ist. Es ist unmöglich, den bisherigen Planungsstand der Bahn zu akzeptieren! Wenn dieses unsinnige, geldvernichtende Großprojekt wirklich realisiert werden soll, muss auch die Strecke zwischen Stephanskirchen und Rohrdorf untertunnelt werden. Diese Region darf nicht aufgrund eines europäischen Projektes, bei dem nicht einmal der Bedarf eindeutig nachgewiesen ist, an Lebensqualität verlieren. Ich hoffe inständig, dass dies auch unseren Politikern bewusst ist. Sonst verliert diese wunderschöne Gegend ihren einzigartigen Charme.

Tanja Lautner

Lauterbach

Ich danke Frau Ludwig für ihren unermüdlichen Einsatz zum Erhalt unserer schönen Heimat. Ihre aktuelle Aussage zur Vorstellung der Vorzugstrasse durch die Deutsche Bundesbahn („Diese Trasse ist die bestmögliche Lösung für Mensch und Umwelt“) ist dafür das bestes Beispiel.

In Ordnung, rund 60 Prozent der Bahntrasse sollen ja unterirdisch sein. Das wird teuer und im Nachhi nein wundert man sich schon ein wenig. Vor ein paar Jahren hatte die Bahn beim Neubau der Bahnunterführung zum Simssee in Baierbach nicht einmal Geld für eine Verbreiterung und somit für einen sicheren Fußgänger- beziehungsweise Radweg. Milliarden im Überfluss gibt es scheinbar nur bei wichtigen europäischen Infrastrukturprojekten. Ob die Neubautrasse überhaupt nötig ist und sich wirtschaftlich rechnet, ist für Verkehrsminister Scheuer sowieso nebensächlich. Er hat sich ja bereits in einem Zeitungs-Interview festgelegt: „Es gibt hier kein „vielleicht“ und auch kein „ob“, es geht nur noch um das „wie“. Meine Familie freut sich auf alle Fälle schon auf die Schneise der Verwüstung und den jahrelangen Lärm und Stress.

Fazit: Die vielen Menschen und Folgegenerationen, die rein zufällig an der künftigen Trassenvariante „Violett“ leben, haben eben einfach nur Pech gehabt.

Wir überlegen gerade, für die Bauzeit, einen Zuschuss beim Verkehrsministerium bzw. bei der Deutschen Bundesbahn für einen jährlichen Erholungsurlaub auf einer ruhigen griechischen Insel zu beantragen. Weit weg von Lärm, Stress und all den kompetenten Verkehrsministern und Ja-Sagern.

Von unserem CSU-Landtagsabgeordneten Herrn Stöttner hört man zu dieser Thematik auch nicht viel. Verständlich, der hat zurzeit andere Probleme. Aber bevor wir dann irgendwann Urlaub machen, gehen wir natürlich noch öfters wählen! Versprochen.

Fritz Albert

Stephanskirchen

Nach den Milliardenflops BER und Stuttgart 21 wird wohl ein neues Milliardengrab eröffnet. Sollte dieser Tunnel unter Stephanskirchen und dem Samerberg tatsächlich gebaut werden, was viele bezweifeln, sind Kosten von vielen Milliarden zu erwarten, Baukonzerne jubeln schon. Wahrscheinlicher ist es eher, dass die alte Strecke optimiert wird – mit kürzeren Taktzeiten und Zügen, die weniger Lärm produzieren.

Eine Volluntertunnelung eventuell nur am Samerberg? Auch dort eher nicht. Die Lkw-Transport-Branche wird sich das Geschäft nie komplett von der Bahn aus der Hand nehmen lassen. Eventuell wird aber bald die Strecke durch die Schweiz oder über Salzburg zum Balkan für die Seidenstraße interessanter?

Franz Oberberger

Frasdorf

Auf der Internet-Seite der Bürgerinitiative „Brennerdialog“ kann man in der Satzung unter anderem lesen: „Der Verein ist in seinem Wirken unabhängig und frei von politischer und konfessioneller Einflussnahme.“ Diese politische Unabhängigkeit ist spätestens seit der Kommunalwahl 2020 nicht mehr gegeben, seit der Vorsitzende Riedrich im Gemeinderat Stephanskirchen sitzt.

Dass er seine Position als Vorsitzender schon seit Monaten zu einer andauernden „Anti-CSU-Hetze“ missbraucht, fand in der jüngsten Gemeinderatssitzung den Höhepunkt, als er aus meiner Sicht dreiste Lügen über Daniela Ludwig verbreitete. Frau Ludwig war nachweislich 2003 nicht im Verkehrsausschuss des Bundestages vertreten. Genauso gelogen ist die immer wieder vorgebrachte Behauptung, die Trassenplanung stamme aus dem CSU-Verkehrsministerium (ebenfalls auf der Brennerdialog-Internetseite nachzulesen). Die Fakten sprechen eine andere Sprache.

Der Brenner-Nordzulauf wurde unter der rot-grünen Bundesregierung in den Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf aufgenommen – die CDU/CSU hat damals dagegen gestimmt. Die Planung der Trassen und die letztendliche Trassenauswahl obliegen der Bahn. Wenn man wie Riedrich ein Amt derart politisch missbraucht, obwohl man sich selbst in der Satzung der politischen Unabhängigkeit verschrieben hat und offenbar persönliche Animositäten wichtiger sind als die Ziele der Bürgerinitiative, ist man meines Erachtens als Vorsitzender nicht mehr tragbar.

Nur um eins klarzustellen – auch ich lehne die neue Bahntrasse kategorisch ab, weil der Bedarf nicht gegeben ist, da auf der Bestandsstrecke noch ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. Auch konnte mir bisher noch niemand erklären, warum man von Ostermünchen bis Oberaudorf plötzlich vier Gleise braucht, wenn vorher und nachher der Verkehr auf zwei Gleisen läuft.

JosefEggelhart

Großkarolinenfeld

Viele fragen sich, warum man die im Bereich Stephanskirchen/Riedering/ Rohrdorf streckenweise oberirdische Variante Violett 1 der durchgehenden Tunnelvariante Violett 2 vorgezogen hat. Sind es nur die geringfügig verminderten Baukosten oder gibt es andere Gründe? Da könnte man auf den Gedanken kommen, dass man seinerzeit bei Abschluss der gemeinsamen Vereinbarung prüfen wollte, ob sich im Zuge des Nordzulaufs in Deutschland auch eine Verbesserung für die Strecke Wien/Salzburg-Innsbruck ergeben könnte. Eine solche wäre durch die oberirdische Streckenführung bei Riedering gegeben, indem man vor dem Südportal des Tunnels Ringfeld eine kurze Verbindung zur dort querenden Bahnstrecke Rosenheim-Salzburg baut. Man wird dies natürlich bestreiten, weil der seinerzeit tätige Verkehrsminister Dobrindt den Ostkorridor in der Vorplanung streichen ließ.

Liegt man falsch, wenn man vermutet, dass die Österreicher damals mit dieser einseitigen Entscheidung nicht ganz einverstanden waren? Man hat die Kröte wohl geschluckt, weil man das Gesamtprojekt nicht gefährden wollte.

Jetzt steht die Trasse fest und man behält mit einer oberirdischen Streckenführung die Option einer Streckenverkürzung Richtung Salzburg. Für ein Verbindungsgleis bedarf es auch keiner kompletten Verknüpfungsstelle, nur einer Gleis über- beziehungsweise -unterführung. Ob eine Abzweigung auch im Tunnelbereich der Variante Violett 2 möglich wäre, bleibt offen, jedenfalls wäre sie oberirdisch einfacher.

Allerdings ist anzumerken, dass die Fahrzeitverkürzung durch diese Abkürzung nur marginal wäre, aber die lästige Innsbrucker Schleife in Rosenheim entfiele und österreichische Güterzüge bräuchten nicht mehr durch Rosenheim rumpeln.

Manfred Kreibig

Pocking

Seitdem die Bahn bekannt gegeben hat, wo zukünftig die Strecke für den Brenner- Nordzulauf verlaufen soll, sieht es so aus, als ob sich der Widerstand auf die Anrainer der Trassenplanung beschränkt. Jedoch gibt es einen sinnvollen Grund, warum jede Steuerzahlerin und jeder Steuerzahler in Europa ein Interesse daran haben sollte, dass die Trasse nicht kommt.

Das liegt ganz einfach da ran, dass hier eine Trasse in der Planung ist, welche für Hochgeschwindigkeitszüge (bis etwa 230 km/h) ausgelegt sein soll. Die Auslegung für eine Streckengeschwindigkeit von 230 km/h ist auch der Grund, warum die Planungen für das Bauwerk diese erschreckende Dimension erreicht haben. Denn nur mit einem großen Kurvenradius und geringen Höhenunterschieden lässt sich eine Hochgeschwindigkeitsstrecke ermöglichen, was jedoch genau der Grund für die massiven Eingriffe in die Umwelt ist. Wie etwa der rund zwölf Meter hohe Damm vor Pfaffenhofen (im Norden von Rosenheim) zeigt, welcher das Tal dort überbrücken soll.

Der entscheidende Punkt dabei ist, dass die Trasse mit zusätzlichen Kapazitäten für den Güterverkehr begründet wird. Ein Güterzug verkehrt in Deutschland aber bloß mit etwa 100 bis 120 km/h. Daher benötigt dieser weder große Bahndämme noch lange Tunnel. Genau diese sind jedoch der Grund für die massiven Umwelteinschnitte und die enormen Kosten von jetzt schon sieben Milliarden Euro.

Dieses Geld wird dann aus dem Bundeshaushalt und (durch Förderungen) von der EU kommen. Diese Summe für ein nicht erforderliches Großprojekt stellt daher eine massive Verschwendung von europäischen Steuergeldern dar und liegt daher nicht im Interesse von europäischen Steuerzahlern.

Lucas Rothstein

Schechen

Die einzige Politikerin, die sich wirklich aktiv an unserem Verkehrsproblem beteiligt, ist meines Erachtens Frau Ludwig. Anstatt Unterstützung erfährt sie häufig – völlig unberechtigt – Gegenwind. Die Äußerungen des Herrn Riedrich sind eine üble Nachrede und einfach unverschämt.

Der Nordzulauf muss und wird kommen. Es können nicht noch mehr Trassen vorgestellt werden. Dass man es nicht jedem recht machen kann, ist natürlich verständlich, aber sich ewig gegen die neue Trasse zu sträuben, macht keinen Sinn. Unsere Nachbarn Österreich und Italien bauen fleißig, machen also ihre „Hausaufgaben“. Wir in Deutschland sind immer noch in der Planungs- und vor allen Dingen in der Protest- und Demophase.

Ob die jüngste „Lärm-Veranstaltung“ naturgerecht war, bleibt anzuzweifeln – oder welches Wald- und Wiesentier fühlte sich bei diesem Lärm noch wohl? Auch Frau Ludwig räumt ein, dass es sich nicht um die optimale Lösung handelt, dies ist einfach ehrlich und fair.

Außerdem scheut sie sich auch nicht, sich gegen den – in meinen Augen rücksichtslosen und selbstherrlichen – „Landeshauptmann“ von Tirol, Günther Platter, zu wehren. Dieser Mann strapaziert mit seinen „Lkw-Dosiermaßnahmen“ nun schon seit Jahren die Bevölkerung im bayerischen Inntal und die Spediteure. Die Ärmsten in der Reihe sind natürlich die Fahrer, die stundenlang in ihren Kabinen ausharren müssen. Natürlich dieseln auch die Motoren vom Inntaldreieck, ja oft noch weiter zurück bis zum Irschenberg im Stand permanent durch.

Meine Lösung für Herrn Platter: die Abgase der Lkw direkt in sein Wohnzimmer leiten. Deshalb sollte Frau Ludwig unbedingt Unterstützung erhalten, zum einen bei der Trassenwahl, zum anderen bei ihren Bemühungen beim Europäischen Gerichtshof gegen die Tiroler Schikanen.

Michael Becher

Rosenheim

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