Brenner-Nordzulauf: Auf Verknüpfung am besten verzichten

Zur Berichterstattung über den Brenner-Nordzulauf (Regionalteil):

30 000 Einwände aus der Region im Raumordnungsverfahren (ROV) sind politisch sicher eindrucksvoll. Aber nicht im Verfahren, das die Regierung von Oberbayern durchführt. Hier ist nicht die Zahl, sondern das inhaltliche Gewicht von Bedeutung. Vorformulierte Textbausteine ergeben gleichlautende Prüfungsergebnisse.

Der gut gemeinte Vorschlag der Interessengemeinschaft „Inntal 2040“, die Verknüpfungsstelle Niederaudorf in den Berg zu verlagern, wurde durch das Planungsteam mit Sicherheitsargumenten verworfen. Die Lage dieser Verknüpfungsstelle ist aber bei Weitem nicht das größte Problem im Projekt – wie die im ROV vorgelegten Unterlagen und die bisher veröffentlichten Arbeitsergebnisse der Planungswerkstatt belegen. Zumindest für diese Verknüpfungsstelle sollte aber der Vorschlag, darauf zu verzichten, erneut in die Diskussion eingebracht werden.

Die Distanz zur feststehenden Verknüpfungsstelle Schaftenau ist zu gering, um die Vorteile angesichts ihrer Auswirkungen an der engsten Stelle des deutschen Inntals zu rechtfertigen. Ein Richtwert ist ein Orientierungsrahmen, von dem auch abgewichen werden kann. Der angeführte Sicherheitsaspekt, welcher sich aus der erhöhten Unfallgefahr durch die Kreuzungsvorgänge ergibt und der eine oberirdische Situierung erfordert, ist am besten erreicht, wenn man auf eine nicht unbedingt erforderliche Verknüpfungsstelle verzichtet.

Manfred Kreibig

Pocking

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