Bevölkerung vor Motorradlärm schützen

Zur Diskussion um Lärmbelästigung durch Motorradfahrer (Politikteil):

Motorradfahren ist ein schönes Hobby. Leider wird es von wenigen in Verruf gebracht, die anscheinend die Lautstärke der Freude am Fahren vorziehen. Der Gesetzgeber scheint eher dieser Minderheit zugetan zu sein. Denn während in der Bevölkerung bereits über Wochenend-Fahrverbote diskutiert wird, stehen der Leiter der bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann, und die CSU hinter den demonstrierenden Bikern, ohne überhaupt eine Bemerkung über die lärmgeschädigte Bevölkerung an Wochenenden fallen zu lassen. Wohlgemerkt geht es nicht um die große Anzahl von Motorrad-Liebhabern, die Spaß am Fahren haben, die in kameradschaftlichen Gruppen die schönen Straßen in den Bergen fahren wollen, sondern nur um jene, die eben wegen des Lärms fahren.

Vor denen müssten die Biker und die Bevölkerung gleichermaßen geschützt werden, denn da müsste der Gesetzgeber Leitplanken einziehen. Die Schuld liegt nämlich beim Gesetzgeber. Er könnte eine Lärmverordnung schaffen, die eben keine Fahrzeuge zulässt, die einen Lärmpegel von über 65 Dezibel erzeugen können. Aber wenn laut „Der Spiegel“ die Lautstärke bei der Euro-4-Norm im dritten Gang beim Beschleunigen von 38,8 auf 50 km/h gemessen wird, viele Motorräder aber allein im ersten Gang schon über 100 km/h erreichen, kann so eine Messung natürlich nur sehr unrealistisch sein. Abgesehen davon, dass man Manipulationen am Auspuff verstärkt ahnden könnte.

Hier sollte bitte die Staatsregierung ansetzen, um dem Zusammenleben aller Gruppen gerecht zu werden. Wünschenswert wäre auch, wenn die vernünftigen Biker mit ihren unvernünftigen Kollegen mal sprechen würden. Denn die Zeit für laute Motorräder ist wahrscheinlich bereits abgelaufen. In absehbarer Zeit wird es E-Bikes geben, die wieder der Freude am Fahren dienen.

Michael Schekatz

Bernau

Kommentare