Bevölkerung nicht ausgewogen vertreten

Zum Artikel „Wir brauchen Zuwanderung“ (Abendausgabe):

Um den eklatanten Mangel an Fachkräften zu reduzieren, mögen Anwerbungen aus dem Ausland kurzfristig helfen. Dabei sind Kinder die Basis für mehr Fachkräfte, die seit Jahren überall fehlen und dazu noch unser Rentensystem in eine Schieflage gebracht haben. Wenn Väter und Mütter, die für echtes Wachstum sorgen und die Sozialsysteme aufrechterhalten, für ihre Erziehungsleistungen bei ihrer Rente wegen Kindererziehungszeiten weitgehend als Nichtarbeitende im Rentensystem bedacht werden, ist es nachvollziehbar, dass wir als reiches Land seit Langem ganz schön kinderarm daherkommen. Wer Kinderarmut sät, wird letztlich auch Pflegeprobleme und Altersarmut ernten. Andererseits gibt es sehr wohl finanziellen Reichtum, vor allem bei denen, die nur gearbeitet haben und wegen fehlender Erziehungsleistungen Gelder ansparen und so auch öfters leichter Karriere machen konnten. Das hat offensichtlich auch dazu geführt, dass inzwischen überproportional zur Bevölkerung überwiegend Personen kinderloser Lebensformen in den Medien, Unternehmen und in den obersten Rängen der etablierten Parteien tonangebend sind, wo dann auch nicht selten Luxusthemen einer abgehobenen Gesellschaft dominieren. Der Grundrechtsartikel 6 unserer Verfassung, der Eltern und Kinder unter dem besonderen Schutz des Staates stellt, wirkt seit Jahren in der öffentlichen Wahrnehmung wie in der poltischen Umsetzung eher wie ein Fremdkörper, sodass sogar Eltern für ihre Kinder in der Vorschulzeit für Betreuungs- und Fördermaßnahmen – soweit überhaupt vorhanden – noch immer ordentlich zur Kasse gebeten werden. Probleme sind doch hausgemacht und werden ansteigen, wenn die Bevölkerung nicht ausgewogen vertreten wird.

Simon Kirschner

Bad Endorf

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