Betreuungsgeld gerechtfertigt

Zur Diskussion um die Verfassungsklage gegen das Betreuungsgeld (Berichte im politischen Teil, Leserbriefe):

Die angestrebte Verfassungsklage ist aussichtslos, da es sich bei dem geplanten Betreuungsgeld nicht - wie die Kläger suggerieren - um eine (Negativ-)prämie für "Kita-Nichtbenutzung" handelt, sondern um eine Kompensation für positiv erbrachte elterliche (Erziehungs-)leistungen. Da Kindererziehung der gesamten Gesellschaft zugute kommt, ist das Betreuungsgeld gerechtfertigt und jedenfalls besser investiert als exorbitante Banken-Rettungsgelder. Nach der Logik des absurden Vergleichs mit einer "Autobahn-Nichtbenutzung" müssten umgehend alle Autobahnsubventionen gestrichen werden. Politikern und Juristen, die eine so dumme Verfassungsklage einreichen, sei die Empfehlung des englischen Philosophen Francis Bacons dringend ans Herz gelegt: "If a man's wit be wandering, let him study the mathematics; for in demonstrations, if his wit be called away never so little, he must begin again."

Dr. Stefan Hein

Bad Aibling

Anmerkung d. Redaktion: Das Zitat von Francis Bacon (1561 bis 1626) lautet frei übersetzt auf Deutsch: "Wenn der Verstand eines Menschen umherschweift, so soll er sich mit Mathemathik befassen; denn wenn sein Geist bei der mathematischen Beweisführung auch nur im geringsten abgelenkt wird, so muss er von vorne beginnen."

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