Bergwacht kann nicht zaubern

- Zu «Der Schutzengel im Helikopter» im Regionalteil: Es gibt sicher schlimmeres, als für den ADAC ein bisserl Werbung zu machen, besonders für dessen Engagement in der Flugrettung, was ja tatsächlich eine gute Sache ist.

Eins sollte aber im Überschwang die Realität nicht zu kurz kommen: Der Artikel suggeriert, dass der Hubschrauber samt Rettern in elf Minuten bei jedweder Art von Unfall vor Ort ist. Das stimmt für Bergunfälle so einfach nicht.

In besagter Zeit sind zum Beispiel die Kräfte der Bergwacht bestenfalls in der jeweiligen Bergrettungswache angelangt und müssen sich nun erst einmal orientieren und ausrüsten. Sollte das Wetter mitspielen und der Heli auch tatsächlich fliegen können, dauert es also mindestens einen halbe Stunde, bis so ein Einsatz ins Rollen kommt. Ist gerade kein Flugwetter, kann es sich um Stunden handeln, je nach Schwierigkeit des Falles.

Die Bergwachtmitglieder sind ausschließlich ehrenamtlich tätig, keineswegs professionell, und haben in der Regel weitere Wege in der Anfahrt als die Feuerwehrangehörigen, die meist am Ort wohnen. Den nächsten Artikel vielleicht nicht ganz so reißerisch, auch wenn es gut gemeint war.

Harald Kaiser

Bergwacht Brannenburg

Raubling

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