Befremdlicher Umgang mit Corona-Hilfen

Das Vorspiel zum Heimatfilmfestival im September: Empfang auf dem roten Teppich im Mühldorfer Kino. Ende April soll das eigentliche Festival stattfinden, falls Corona es zulässt.
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Das Vorspiel zum Heimatfilmfestival im September: Empfang auf dem roten Teppich im Mühldorfer Kino. Ende April soll das eigentliche Festival stattfinden, falls Corona es zulässt.

Zum Bericht „Im April heißt es: Heimatfilm läuft“ (Lokalteil):

Die Vorgehensweise von Altbürgermeister Knoblauch bei der Planung des Festivals erstaunt etwas, wenn gleichzeitig die Kanzlerin davon spricht, dass mindestens bis April Beschränkungen bei persönlichen Kontakten sehr wahrscheinlich sind. Geplant ist unter anderem ein „Rahmenprogramm mit Diskussionen, Musik, Lesungen“. Laut OVB-Heimatzeitungen benötigt der Verein für die Durchführung des Festivals insgesamt 432 000 Euro. Davon tragen die beiden Landkreise Mühldorf und Altötting insgesamt 100 000 Euro. Die sechs teilnehmenden Kommunen beteiligen sich mit insgesamt 84 000 Euro, auf Mühldorf entfallen davon 21 000 Euro. Die übrigen Kosten werden zu einem nicht unerheblichen Teil ebenfalls von der öffentlichen Hand getragen (Bezirk Oberbayern, Finanzministerium, Filmförderungsfonds). Dass das Festival in der geplanten Form ab 21. April 2021 stattfinden kann, darf bezweifelt werden. Während über einen relativ harten „Lockdown“ bis Ostern nachgedacht wird und große Veranstaltungen bis in den Herbst hinein auf der Kippe stehen, hält Herr Knoblauch unbeirrt an dem Termin im April fest. Sämtliche Vorbereitungen laufen weiter und Kosten werden erzeugt, um danach „Corona-Hilfen“ zu beantragen…, dazu Günter Knoblauch: „Wenn wir wegen staatlicher Einschränkungen verschieben müssen, könnten wir Unterstützung bekommen.“ Eine sehr irritierende Aussage angesichts der bereits überwiegenden Finanzierung des Festivals durch die öffentliche Hand. Dieser Umgang mit öffentlichen Geldern erscheint sehr befremdlich – gerade in Zeiten, wo Künstler, die von der Kultur leben, sehr wenig Unterstützung erhalten.

Erhard Geppert

Mühldorf

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