„Bauern-Bashing“ als Volkssport

Zum Artikel „Bauern protestieren – Schulze mahnt mehr Insektenschutz an“ (Politikteil):

„Bauern-Bashing“ scheint zu einem neuen Volkssport geworden zu sein. Land wirte werden insbesondere von einer urbanen „Elite“ des hippen Großstadtmilieus, die die „lila Kuh“ vermutlich nur aus der Werbung kennt, oftmals pauschal als Klimasünder, Umweltverschmutzer, Tierquäler oder Artenvernichter verunglimpft.

Doch es gibt auch wesentlich subtilere Formen des „Bauern-Bashings“. Ein Beispiel ist die TV-Serie „Bauer sucht Frau“, in der das Bild des tumben Bauern äußerst intensiv gepflegt wird. Mit solchen mehr als fragwürdigen Sendungen wird offensichtlich eine Klientel bedient, die sich über „traurige Existenzen“ lustigmachen möchte. Derartige Soaps sind schlichtweg peinlich, jedoch nicht für den Landwirt, sondern vor allem für den Sender.

Längst hat das „Bauern Bashing“ auch die politische Ebene erreicht. Nachdem das Thema Atomkraft durch die Entscheidungen der Bundesregierung nach Fukushima einigen Parteien abhanden gekommen ist, wurde ein neues Thema benötigt, um auf Wählerstimmenfang zu gehen.

Da die Zahl der Landwirte seit Jahren unter anderem aufgrund einer verfehlten Agrarpolitik abnimmt und, im Gegensatz zu früheren Zeiten, die Landwirte keine bedeutende Wählermacht mehr darstellen, ist das „Bashing“ aus bestimmten Politikkreisen einfacher geworden. Denn Minderheiten wehren sich selten. Diese Feststellung gilt im Übrigen nicht nur für Landwirte.

Viele Landwirte fühlen sich gegenüber Politik und Gesellschaft machtlos. Obwohl die Landwirte mittels einer Sieben-Tage-Woche und in der Regel ohne Urlaub die Nahrungssicherheit der Bevölkerung gewährleisten, erhalten sie wenig gesellschaftliche Anerkennung.

Alfred Kastner

Weiden

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