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Bahnstreik: Fahrgäste werden zu „Geiseln“

Zur Berichterstattung über den Bahnstreik (Bayern, Wirtschaft, Politik):

Der Verfasser dieser Zeilen ist Jahrgang 1934. Aufgewachsen in einer Eisenbahnfamilie: der Opa Hauptlokführer (Dampf), der Papa Zugführer. Das ganze familiäre Leben wurde täglich bestimmt vom „Turnus“ – den Dienstplänen für Tag und Nacht. Wenn der Opa Nachtdienst hatte, war am Tag Ruhe angesagt. Die Vorkriegszeit, die Kriegszeit, die Nachkriegszeit (ich erinnere mich an die Monate und Jahre, in denen die Eisenbahner mit fürchterlich zerbombten Anlagen und Fahrzeugen zurechtkommen mussten) – für die Eisenbahner galt aber immer nur ein Wahlspruch: „Fahren!“ Vom Lokführer bis zum Weichenwärter, Streckenläufer (gibt es heute nicht mehr), Rangiermeister oder Schrankenwärter – der Wahlspruch bestimmte das Handeln. Man könnte es hochgestochen als ein Berufsethos benennen.

Dafür galt aber auch jeder Eisenbahner in der Bevölkerung als ein hoch angesehener, nämlich dem Staat dienender Mitbürger. Hier muss jetzt der Begriff „Grundversorgung“ eingebracht werden, also das Zurverfügungstellen wichtiger Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge wie zum Beispiel Wasserversorgung, Stromversorgung, Verkehrswege, Postwesen oder Abfallentsorgung. Zweifellos gehörte die Eisenbahn in diese Rubrik, jedoch seit dem Umbau 1994 in viele privatwirtschaftliche Unternehmen nicht mehr zur Dienstleistung verpflichtet, sondern zum finanziellen Ertrag.

Seitdem gibt es jetzt auch Gewerkschaften mit ziemlich überheblichen Häuptlingen, die Streiken als ihr notwendiges Handwerk ansehen. Aber wen bestreiken sie denn? Doch nicht die Führungsschicht der Bahnen, sondern die auf die Bahn angewiesenen Fahrgäste, die hier hilflos als „Geiseln“ genommen werden.

Bitte gebt uns unsere Eisenbahn und die Eisenbahner wieder!

Hans Daxer

Marquartstein

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