Bahnstrecken reaktivieren: Den Worten Taten folgen lassen

Zum Artikel „Wenn die Eisenbahn nicht mehr fährt“ (Bayernteil):

Ein Eisenbahnnetz ist wie ein Baum mit einigen großen und vielen kleinen Wurzeln. So wie kleine Wurzeln Wasser und Nährstoffe an große Wurzeln liefern, so wirken auch die kleinen Nebenbahnen als Zubringer für die großen Hauptstrecken.

Wer zum Beispiel in Aschau im Chiemgau wohnt, kann von dort mit der Chiemgaubahn nach Prien fahren und von Prien weiter nach München oder Salzburg.

Busse bieten hierfür keinen gleichwertigen Ersatz, denn sie sind eher unbequem, langsam, wenig komfortabel und ihre Fahrstrecken lassen sich gerade für Touristen nicht so einfach erkennen wie Bahnstrecken (Die Kosten für Staus und Straßenschäden, die Autos und Busse verursachen, sollten den Betriebskosten der Bahnen bitte auch mal gegengerechnet werden). Vor allem ist es ein psychologischer Effekt, dass man dann am ehesten die Bahn wählt, wenn man sie vom Start- bis zum Zielort nutzen kann.

Wer den ländlichen Raum fördern will, könnte also durch die Reaktivierung von stillgelegten Nebenbahnen seinen Worten leicht Taten folgen lassen. Die willkürliche 1000-Fahrgäste-Mindestzahl ist sehr kurzsichtig, berücksichtigt nicht die Kosten für den Straßenverkehr und gehört daher gestrichen.

Ferdinand Hinke

Bernau

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