Autofahren ist zu billig

Zum Kommentar von Dirk Walter: „Die Bahn kommt auf Touren“ (Politikteil):

Wunderbar, dass die Bahn auf Touren kommt, aber wie kann die Bahn auch im Nahverkehr attraktiv werden? Die Bahnkarte von Bad Endorf nach Rosenheim kostet hin und zurück 10,40 Euro. Will man dann zum Beispiel zum Aicherpark, kommen noch mal fünf Euro drauf. Mit einem Auto, das sechs Liter auf 100 Kilometer verbraucht, liegen die Spritkosten bei drei bis vier Euro. Fährt man zu zweit oder gar zu fünft, ist die Bilanz noch katastrophaler. Vom Gleichheitsprinzip her müsste es für die Landbevölkerung auch das Ein-Euro-Ticket für den Nahverkehr, für Bus und Bahn, ebenso wie in der Stadt für Bus, Bahn, U- und S-Bahn, geben.

Aber wie kann man die Leute dazu bewegen, das Auto stehen zu lassen und auf die Öffentlichen umzusteigen? Individualismus, ob ein Maßanzug oder ein Designermöbel, kostet immer mehr als Pauschalangebote. Beim Individualverkehr ist es umgekehrt: Da ist individual bedeutend billiger als pauschal! Steigt das Verkehrsaufkommen deshalb so rasant, weil Autofahren viel zu billig ist?

Was wäre, wenn ein Liter Treibstoff einen Euro mehr oder das Doppelte kosten würde und damit ausschließlich der öffentliche Nahverkehr gefördert würde? Ach ja, die Autolobby; die müsste eben dann anstelle von Autos mehr Busse bauen. Bei rund 40 Millionen Autos in Deutschland, die durchschnittlich je 20 000 Kilometer pro Jahr fahren und auf 100 Kilometern durchschnittlich sieben Liter verbrauchen, kämen pro Auto und Jahr rund 1500 bis 2000 Euro an Mehrkosten zusammen.

Das tut sicher weh, wenn man aber dafür ganz billig oder sogar umsonst die Öffentlichen benutzen könnte und die auch noch in einem viel dichteren Zeittakt fahren, würden sicher viele umsteigen.

Hans Fritz

Bad Endorf

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