Auto-Manager schliefen

Zum Bericht „Herr Professor Sinn, wie schnell erholt sich die Wirtschaft vom Corona-Schock?“ (Blickpunkt-Seite):

Der Volkswirtschaftler Hans-Werner Sinn durfte hier sein neues Buch anpreisen, das sicher interessante Rückblicke aufweist. Aber die gewählte dick gedruckte Zwischen-Überschrift mit der „politisch fast gewollten Zerstörung der Automobilindustrie“ muss korrigierend kommentiert werden. Nicht die Politik hat das Falsche gefordert, sondern unsere Auto-Manager haben zu lange geschlafen!

Bereits 2007 wurde in einer Joanneum-Präsentation festgestellt, dass nur dem Elektroauto die Zukunft gehört. Schon 2008 wurde der Tesla-Roadster verkauft (Musks eigener fliegt derzeit zum Mars). Erste deutsche Serien-E-Autos kamen erst 2012 (Smart ed) bzw. 2013 (BMW i3) auf den Markt. Sie waren aber kein ernsthafter Einstieg, denn die Entwicklungen wurden danach vorerst auf Eis gelegt. Erst VW-Chef Herbert Diess hat endlich den Schalter umgelegt. Inzwischen wird aber in China das „Model 3“ von Tesla schon mit einer Batterie-Garantie von zwei Millionen Kilometer gefertigt (und ebenso Batterien ohne Kobalt)!

Wenn Professor Sinn in seiner Buchreklame behaupten darf, dass „wir aus Schutz vor dem Klimawandel die Industrie zwingen, Elektroautos zu bauen“, dann sollten auch andere Professoren, die vom Klima bis zur Autoindustrie besser informiert sind als er, an dieser prominenten Stelle etwas veröffentlichen dürfen! Vorschläge wären die Professoren Edenhofer, Quaschning und Lienkamp.

Prof. Dr.-Ing.

Bernhard Liesenkötter

Rosenheim

Kommentare